Welche rechtlichen Besonderheiten gibt es bei Online-Spielen?

Jugendschutz und Online-Spiele

Das Internet ist keinesfalls ein rechtsfreier Raum. So unterliegen auch Anbieter von digitalen Spielen, die ausschließlich online angeboten werden, einer staatlichen Kontrolle. In Deutschland existieren zahlreiche Vorschriften, deren Einhaltung von verschiedenen Institutionen geprüft wird (siehe KjM, Jugendschutz.net). Wird ein Spiel im Internet gefunden, welches Jugendliche in ihrer Entwicklung gefährden könnte, wird eine Abmahnung seitens der zuständigen Behörde ausgesprochen.

Problemlage: Andere Länder – andere Gesetze

In der Praxis reagieren Anbieter auf Abmahnungen oftmals mit einem Standortwechsel. Das Angebot wird dann in Nachbarländern oder im außereuropäischen Raum angesiedelt (gehostet) und dadurch dem Zugriff der deutschen Behörden entzogen. Diese Tatsache erschwert die Arbeit der Polizei gleichwie der Jugendschützer deutlich. Denn das Internet hat eine dezentrale Struktur und Inhalte sind auch über Ländergrenzen hinweg abrufbar. Daher kann ein Jugendlicher aus Deutschland auch weiterhin auf Spiele im Ausland zurückgreifen, obwohl hier andere Richtlinien des Jugendschutzes gelten. Daher sind Eltern gefordert, darauf zu achten, was ihre Kinder im Internet spielen. Auch sollten sie eine zuständige Meldestelle informieren, wenn sie auf ein problematisches Spiel stoßen.

Problemlage: Alterskennzeichnung von Spielen im Internet

Im Unterschied zu digitalen Spielen, die als Trägermedien (CD's, DVD's) zum Kauf angeboten werden, unterliegen Telemedien, also Spiele, die ausschließlich online existieren, bisher noch keiner Kennzeichnungspflicht seitens der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Eltern haben hier kaum offensichtliche Anhaltspunkte, ob bei einem Angebot problematische Inhalte für ihr Kind vorhanden sind.


Hinweis:
Sie können sich auf der Webseite der USK informieren, ob für ein Spiel altersgekennzeichnet wurde. Sollten Sie das Gefühl haben, dass das Online-Spiel gegen Jugendschutzgesetze verstößt und z.B. extreme Gewalthandlungen oder Pornografie enthält, können Sie das Spiel bei Ihrem zuständigen Jugendamt oder Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) melden. Jugendschutzfilter sind eine Möglichkeit, kleinere Kinder vor Inhalten zu schützen, die für ihr Alter noch nicht geeignet sind. Da bisher jedoch keine Pflicht zur Kennzeichnung von Spielen und Webseiten besteht, die von diesen Programmen ausgelesen werden können, arbeiten die meisten Programme mit dem sogenannten Whitelist-Verfahren. Hierbei werden Webseiten definiert, die für eine bestimmte Altersgruppe als unbedenklich erachtet wurden.