Digitale Spiele: Sucht und Abhängigkeit

Quelle: klicksafe-Spot "Wo lebst Du?"
Quelle: klicksafe-Spot "Wo lebst Du?"

„Du bist doch süchtig!“ Solche Aussagen fallen häufig, wenn ein familiärer Konflikt rund um digitale Spiele eskaliert. Bei dem überwiegenden Teil der Kinder und Jugendlichen ist die Leidenschaft für spannende virtuelle Erlebniswelten ein Hobby unter vielen. Manche Eltern sorgen sich allerdings, wenn sich ihre Kinder kaum vom Bildschirm lösen wollen und digitale Spiele den Alltag zu dominieren scheinen.

Auf den folgenden Seiten finden sich Antworten auf die Fragen: Können Minderjährige überhaupt von digitalen Spielen abhängig werden? Welche Faktoren begünstigen eine problematische Nutzung? Was sagt die Wissenschaft? Welche Regeln helfen bei der Vorbeugung und wo finden Eltern oder ihre Kinder im Ernstfall Unterstützung?

Sucht & Abhängigkeit: Eine Begriffsbestimmung

Abhängigkeit und Sucht meinen umgangssprachlich meist dasselbe. Der Suchtbegriff wird allerdings auch für negativ konnotierte Verhaltensweisen wie beispielsweise „Sucht nach Macht“ verwendet. Daher entschied die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1964, stattdessen den wertneutraleren und konkreteren Begriff “Abhängigkeit” zu verwenden. Dies sollte die Stigmatisierung Erkrankter vermeiden und verdeutlichen, dass es sich bei der Abhängigkeit um eine Krankheit handelt.

Die nächsten Seiten orientieren sich an diesem medizinisch etablierten Sprachgebrauch. Unterschieden wird zwischen substanzgebundenen Abhängigkeiten, wie dem schädlichen Gebrauch von Rauschmitteln (z. B. Drogen oder Alkohol), sowie substanzungebundenen Abhängigkeiten, wie dem pathologischen Glücksspiel. Für die Abhängigkeit von digitalen Spielen nutzt die WHO den englischsprachigen Begriff „Gaming Disorder“, der in diesem Dossier ebenfalls verwendet wird.

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