Multiplayer-Spiele

Seit es Computer- und Videospiele gibt, wird gemeinsam gespielt. Schon das erste Spiel „Pong“ von ATARI aus dem Jahre 1972 ist dem realen Wettkampfspiel „Tennis“ nachempfunden. 2 Spieler übernehmen hier die Steuerung je eines Schlägers. Getreu dem Motto „Der Bessere möge gewinnen“ beginnt der virtuelle Wettkampf. Hierfür war allerdings räumliche Nähe stets Voraussetzung, um gemeinsam spielen zu können. Kinder und Jugendliche mussten sich vor einem Bildschirm versammeln und abwechselnd ihr Können unter Beweis stellen. Inzwischen gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten des Wettstreits und des kooperativen Spiels. Hauptsächlich der flächendeckenden Verbreitung der Internetanschlüsse ist es zu verdanken, dass sich Spieler nicht mehr zwingend räumlich versammeln müssen, um gemeinsam mit oder gegen Gleichgesinnte spielen zu können.

Heute bieten die meisten digitalen Spiele einen attraktiven Mehrspielermodus an. Zudem kann man alle modernen Spielplattformen, sei es der Computer oder eine gängige Konsolen, an das Internet anschließen. Somit müssen sich Spieler nicht mehr räumlich versammeln, um gemeinschaftlich ihr Hobby auszuüben. Alle online spielbaren digitalen Spiele besitzen inzwischen eine integrierte Chatfunktion - in manchen Fällen sogar integrierte Sprachübertragung, welche die Unterhaltung mit anderen Spielern erlaubt. Beschränken sich viele virtuelle Bekanntschaften auf ein kurzes Spielchen zwischendurch, kommt es bisweilen zu einem intensiveren Austausch und dem Knüpfen von Kontakten über das Spiel hinaus.

Beide Formen von Geselligkeit und Unterhaltung üben einen gewissen Reiz aus und motivieren zum digitalen Spielen. Zum Thema des Austauschs untereinander werden digitale Spiele nicht nur in der spielbegleitenden Unterhaltung, sondern auch beim realen Miteinander von Kindern oder Jugendlichen. Digitale Spiele sind Thema im Freundeskreis, auf dem Schulhof oder in Internetforen. Es werden Taktiken ausgetauscht, Spielerlebnisse reflektiert oder mit Erfolgen geprahlt. Digitale Spiele zu kennen und zu meistern - dies heißt vor allem bei Jungen, „up to date“ zu sein und mitreden zu können. Leidenschaftliche Spieler verwenden dabei eine Vielzahl von speziellen spielbezogenen Begriffen, so dass ein Unbedarfter kaum ein Wort versteht. Dahinter steht zum Einen das Bemühen um eine effektive Kommunikation, zum Anderen auch ein durchaus gewollter Abgrenzungseffekt gegenüber Nichteingeweihten – z.B. Eltern.