VR-Brillen

Viele Spielerinnen und Spieler interessieren sich für die neuen Virtual Reality (VR)-Brillen. Kein Wunder – verschaffen sie mit eingebauten Bildschirmen mit 3D-Effekt, besonders großem Sichtfeld und Bewegungssensoren eine neue Dimension der Immersion. Gemeint ist hiermit der Eindruck, sich inmitten des virtuellen Spielgeschehens zu befinden, sich umschauen und beeinflussen zu können. 

Alle verfügbaren VR-Brillen für Smartphones und Konsolen

Der Markt für VR-Brillen wächst stetig und ist mit den vier vorgestellten Modellen noch lange nicht ausgeschöpft. Die Seite VRnerds.de vergleicht regelmäßig aktuelle Modelle und bietet eine erste Übersicht mit genaueren Details. Im Folgenden werden die beliebtesten Geräte kurz vorgestellt:

  • Oculus Rift: Oculus Rift hat den VR-Trend eingeleitet. Eigentlich wurde das Gerät durch eine Crowdsourcing-Kampagne von Unterstützern finanziert. Im Anschluss wurde das Unternehmen von Facebook gekauft. Ein Blick in die Oculus Datenschutzrichtlinien offenbart, dass beinahe alle Nutzungsdaten im Zusammenhang mit der Brille an facebook und dazugehörige Partner-Unternehmen wie WhatsApp und Instagram weitergeleitet werden. Wie bei anderen Diensten gilt auch hier: Wer Oculus Ruft verwenden möchte, stimmt den Datenschutzbedingungen automatisch zu. Facebook beansprucht für alle von Oculis-Rift-Nutzern erstelle Inhalte das alleinige Nutzungsrecht und behält sich vor, diese auch zu kommerziellen Zwecken und zur Vermarktung zu verwenden. Dazu gehören maßgeschneiderte Werbemitteilungen und das Auswerten von Reaktionen auf Marketingaktivitäten. Das Headset wird in Deutschland für ca. 750 Euro angeboten. Die Kosten für den dafür notwendigen leistungsstarken PC sind hier noch nicht einberechnet.

  • HTC Vive: In Zusammenarbeit mit dem Videospielentwickler Valve wurde die HTC Vive entwickelt. Der größte Unterschied liegt hier in den sogenannten Lighthouse-Tracking-Stations, die zunächst im Raum installiert werden müssen, um Bewegungen des Spielers zu erfassen und diese in das Geschehen zu übertragen. Auch hier ist ein leistungsstarker PC erforderlich. Die HTC Vive ist mit rund 900€ vergleichsweise etwas teuerer.

  • Playstation VR: Die Playstation VR ist noch nicht erschienen. Die Brille soll laut Pressemitteilung für 399€ angeboten werden. Dafür hat Sony bei der Ausstattung Abstriche gemacht, wodurch die Leistung deutlich geringer im Vergleich zum Oculus Rift und HTC Vive ausfällt. Die Brille kann exklusiv mit der Playstation 4 genutzt werden. Es wurde bereits bestätigt, dass sich über 100 Titel für die VR-Umgebung in Entwicklung befinden.

  • Gear VR: Die Entwickler der Oculus Rift haben abseits ihrer eigenen VR-Brille auch die Gear VR in Kooperation mit Samsung entwickelt. Um das Gerät in Betrieb zu nehmen, wird ein spezielles Samsung-Smartphone benötigt. Die Brille erfasst nur Kopf-, nicht aber Körperbewegung. Mittlerweile gibt es bereits verschiedene Apps und Spiele, die von der Brille unterstützt werden. Vor allem der günstige Preis von 99€ macht das Gerät interessant.

  • Cardboard: Auch für das Google Cardboard wird ein Smartphone benötigt. Wie der Name schon verrät, ist das Gestell der VR-Brille aus Pappe. Hier liegt auch der größte Nachteil des Geräts: es nutzt sich schnell ab und zerfällt. Dafür ist der Preis mit 20€ am niedrigsten. 

Gesundheitliche Aspekte

Facebook nennt in den Nutzungsbedingungen von Oculus VR eine Altersfreigabe ab 13 Jahren. Als Grund werden unter anderem die nicht abschätzbaren gesundheitlichen Risiken benannt. Denn bislang fehlen aussagekräftige Studien bezüglich der langfristigen Wirkung von VR auf die menschliche Gesundheit – insbesondere auf Gehirne, die sich noch in der Entwicklung befinden. Denn das faszinierende Mittendrin-Gefühl kann bei sensiblen Personen auch zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Dies wird als Virtual reality sickness bezeichnet und ist vergleichbar mit einer Seekrankheit. So kann eine temporäre Überlastung der Augen, verschwommenes Sehen, Akkomodationsstörungen, Schwindel und sogar Übelkeit bei einer rasanten Achterbahnfahrt mit VR-Headset auftreten. 

Chancen

Wie bei neuen Techniken üblich, stehen die berechtigten Sorgen den spannenden Chancen gegenüber. So wird die Technik künftig nicht nur zum Spielen, sondern auch zur Architektur-Visualisierung, in der Angst- und Verhaltenstherapie sowie in zahlreichen weiteren Handlungsfeldern eingesetzt. Auch für die Medienpädagogik ergeben sich reizvolle Möglichkeiten, wie der Medienpädagogik-Praxisblog in einem Artikel vorstellt.

Das Projekt Mein Guckkasten von medien+bildung.com zeigt wie einfach es ist, eine eigene VR-Brille mit wenigen Materialien und Handgriffen selbst herzustellen. In medienpädagogischen Workshops ist es so möglich, mit Kindern und Jugendlichen über die neue Technik zu diskutieren, diese zu gestalten und anschließend gemeinsam zu erleben. Ein Set mit zwei benötigten Linsen für den Selberbau kostet bei verschiedenen Anbietern ca. 7 Euro.

Tipps für Eltern

Aufgrund fehlender medizinischer Langzeitstudien, wie sich der Gebrauch auf kindliche Gehirne auswirkt, sollte die angegebene Altersfreigabe ab 13 Jahren beachtet werden. Es ist sinnvoll, die ersten Erfahrungen mit VR-Technologie nach Möglichkeit mit einem eher ruhigen Spielablauf gesammelt werden, um die erwähnte Virtual reality sickness einschätzen zu können. Zudem sind kurze Spielphasen und regelmäßige Pausen ratsam. Bei „guter Bekömmlichkeit“ kann die Nutzungszeit entsprechend ausgedehnt werden. Durch das Mittendrin-Gefühl verändert sich auch die Wirkung der virtuellen Welten. So fällt es Spielerinnen und Spielern schwerer, eine Distanz zum Geschehen aufzubauen und dies kann zu Übererregung oder Ängstigung führen. Daher sollten die Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle nicht nur beachtet, sondern auch auf die neue Form der Rezeption hin überprüft werden.

Hinsichtlich der Datenschutzaspekte ist eine Abwägung gefragt. Bin ich bereit, meine Daten für die Nutzung der Technologie zu investieren? Tipps zu dem Thema und Möglichkeiten, mit Kindern über Privatsphäre ins Gespräch zu kommen, finden sich auf klicksafe.de in der Rubrik Privatsphäre.