Risiken bei TikTok

Unsichere Voreinstellung der Konten

Die Voreinstellung der Konten ist "öffentlich", so dass alle Nutzerinnen und Nutzer der App die Profile und hochgeladenen Videos sehen und kommentieren können. Erst wenn Jugendliche ihr Konto aktiv auf "privat" stellen, ist ihre Privatsphäre gewährleistet.

Keine wirksame Kontrolle des Mindestalters

Offiziell darf TikTok ab 13 Jahren genutzt werden. Laut AGB bedarf es bei unter 18-Jährigen der Einverständniserklärung der Eltern. Das vorgegebene Mindestalter sowie die Zustimmung der Eltern wird in der Praxis jedoch nicht wirksam überprüft. So können auch jüngere Kinder unter Angabe eines falschen Alters die App problemlos herunterladen und verwenden.

  • Laut Berichten von jugendschutz.net und mobilsicher.de nutzen bereits Achtjährige TikTok.
  • Tipp: Für TikTok liegt die USK-Freigabe ab 12 Jahren im App Store vor. Eltern haben damit die Möglichkeit, den Download der App zu verhindern, indem sie die Jugendschutzeinstellungen in den Stores bzw. gerätebasierte Kindersicherung verwenden. Anleitungen finden sich bei Surfen ohne Risiko

Cybergrooming

Die öffentliche Voreinstellung der TikTok-Konten und die Möglichkeit der Online-Kommunikation via Direktnachrichten und Kommentare begünstigen gefährliche Kontaktanbahnungen durch fremde Zuschauer. Besonders unerfahrene Kinder und Jugendliche laufen Gefahr durch freizügige und unbedachte Videos mit privaten Details zu viel von sich preiszugeben und potentiell Opfer von Cyber-Grooming zu werden.

Kostenfalle In-App-Kauf

Während Download und Nutzung der App TikTok kostenlos sind, können Nutzerinnen und Nutzer ihre "Idole" in Livestreams über Geldgeschenke unterstützen und so auf sich aufmerksam machen. Die "Coins" für die Geldgeschenke werden dabei mit realen Geldbeträgen über die App Stores, PaySafeCards oder die Mobilfunkrechnung abgewickelt. Die teuersten Pakete umfassen derzeit 10.000 Coins und kosten über 100 €. Um Kostenfallen zu vermeiden, sollten Eltern In-App-Käufe durch entsprechende Einstellungen am Smartphone deaktivieren.

Cyber-Mobbing

So erfreulich die Bestätigung bei TikTok sein kann, so verletzend können wiederum negative Kommentare oder Verunglimpfungen sein. Besonders drastisch: Videos werden zu Mobbingzwecken auch außerhalb des Dienstes verbreitet und die Protagonisten bloßgestellt. Unter dem #peinlich finden sich so beispielsweise auf YouTube Zusammenschnitte peinlicher TikTok-Videos und verletzende Kommentare durch YouTuber und deren Abonnenten (Quelle: jugendschutz.net).

Jugendgefährdende Inhalte

Über TikTok werden laut Recherchen von jugendschutz.net rechtsextreme und islamistische Inhalte verbreitet sowie Videos, die Selbstgefährdungen verherrlichen.

Urheberrechte

Nutzerinnen und Nutzer wissen oft nicht, dass ihre erstellten Videos – trotz kreativer Eigenleistung – nicht ausschließlich ihr Werk sind. Songs, welche auf TikTok verfügbar sind, sind nur für die Plattform TikTok lizenziert und können für die Erstellung von Videos auf der Plattform genutzt werden. Wenn urheberrechtlich geschützte Musik in Videos verwendet wird und diese Videos in anderen Diensten (z.B. Instagram, YouTube) weiter verbreitet werden, können daher Abmahnungen drohen. Sobald andere Personen im Video zu sehen sind, muss zudem das Recht am eigenen Bild beachtet werden.