Tipps für Jugendliche und Eltern zu TikTok

Für Jugendliche zum Thema TikTok

Likes und Co. sind nicht alles!

Auch wenn bestimme Inhalte bei anderen Userinnen und Usern besonders beliebt sind, solltest du nicht alles mitmachen. Besser drei Mal nachdenken, ob das neue Video wirklich für alle sichtbar sein oder ob vielleicht sogar doch lieber gar niemand es sehen sollte! Denke auch daran, dass deine Inhalte immer auch kopiert werden können und du nicht kontrollieren kannst, was mit ihnen geschieht.

Profil auf "privat" stellen!

Voreingestellt ist das Profil öffentlich, alle Internetnutzerinnen oder Internetnutzer können deine Beiträge sehen. In den Einstellungen kannst du es auf "privates Profil" umstellen. Posts sind dann nur noch für Fans sichtbar. Unerwünschte Fans müssen danach einzeln blockiert werden. Achtung: Das Profilbild und die Beschreibung sind immer sichtbar, überlege also, was wirklich jeder sehen darf!

Dokumentiere Vorfälle und lass dir helfen!

Wirst du belästigt, beleidigt oder wird etwas über dich ohne deine Zustimmung verbreitet, mach Screenshots davon. Speichere alle Infos, die helfen können, Täterinnen oder Täter zu enttarnen. Wende dich an eine erwachsene Vertrauensperson. Diese kann dich bei den nächsten Schritten unterstützen.

Meldefunktion nutzen!

Wenn du belästigt wirst oder etwas gesehen hast, das du für gefährlich hälst oder dich ängstigt, nutze die Meldefunktion. Nutze die Möglichkeit, dein Problem genau zu beschreiben und füge Screenshots hinzu, das kann die Bearbeitung deiner Meldung durch den Support beschleunigen.

Blockiere unangenehme Kontakte!

Nutze bei Belästigung durch Kommentare oder private Nachrichten nach der Meldung zusätzlich die Blockierfunktion. Die Person wird dann "entfreundet" und kann keine Beiträge mehr sehen, kommentieren oder Nachrichten schreiben.

Misstrauisch bleiben!

Nicht jede Person ist auch die, für die sie sich ausgibt. Persönliche Daten solltest du nicht einfach an Fremde weitergeben. Ein Treffen sollte, wenn überhaupt, nur auf einem öffentlichen Platz und in Begleitung einer erwachsenen Person stattfinden.

Mit Bezugspersonen sprechen!

Bei Problemen rund um Cyber-Mobbing, -Grooming, sexueller Belästigung und gefährdenden Inhalten sind Ansprechpartner wichtig, mit denen du über die Probleme sprechen kannst. Das können Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder andere pädagogische Fachkräfte sein.

Weitere Tipps zu Einstellungen, Meldesystem und Datenschutz bei TikTok findest du auch beim Kompass Social Media.

Für Eltern zum Dienst TikTok

Informieren Sie sich über das Mindestalter & die Nutzungsrichtlinien!

Offiziell darf TikTok ab 13 Jahren genutzt werden. Laut Nutzungsbedingungen bedarf es bei unter 18-Jährigen der Einverständniserklärung der Eltern. Das vorgegebene Mindestalter sowie die Zustimmung der Eltern wird in der Praxis jedoch nicht wirksam überprüft. So können auch jüngere Kinder unter Angabe eines falschen Alters die App problemlos herunterladen und verwenden.

Tipp: Für TikTok liegt die USK-Freigabe ab 12 Jahren im App Store vor. Eltern haben damit die Möglichkeit, den Download der App vom Smartphone ihres Kindes zu blockieren, indem sie die Jugendschutzeinstellungen der Stores entsprechend einstellen.

Erkunden Sie die App gemeinsam mit Ihrem Kind!

Probieren Sie TikTok selbst aus oder lassen Sie sich die App von Ihrem Kind zeigen. So können Sie mitreden, die Faszination und die Risiken besser nachvollziehen und erkennen, ob die App für Ihr Kind geeignet ist.
 

Klären Sie über die Risiken bei der Nutzung auf!

Über folgende Probleme, die bei Nutzung von TikTok auftreten können, sollten Sie mit Ihrem Kind sprechen:

  • Cybergrooming
  • Cyber-Mobbing
  • Urheberrechtsverletzungen
  • Kostenfallen
  • jugendgefährdende Inhalte

Hier finden Sie genauere Informationen zu den Risiken bei Nutzung von TikTok.

Kommt es zu Belästigungen durch andere NutzerInnen, sollte man diese blockieren und direkt an TikTok melden:

Profil der Person aufrufen > rechts oben auf die drei Punkte tippen > „diesen Benutzer blockieren“ bzw. „Missbrauch melden“

Weitere Informationen und Hinweise zum Meldesystem gibt es bei TikTok bei Kompass Social Media.

Weitere Informationen zu den Risiken bei TikTok gibt es im Bericht von jugendschutz.net

Vereinbaren Sie Nutzungsregeln!

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, welche Art von Videos auf TikTok in Ordnung sind und welche nicht (z.B. keine freizügigen Videos oder solche, die Rückschlüsse auf den Wohnort oder die Schule zulassen). Sind in einem Video auch andere Personen zu sehen, müssen diese vor dem Posten um Erlaubnis gefragt werden.

 

 

Schützen Sie die Privatsphäre Ihres Kindes!

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, warum ein privates Konto auf TikTok sicherer ist und nehmen Sie gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen in der App vor.

Klären Sie über die rechtlichen Spielregeln auf!

Informieren Sie Ihr Kind über Urheberrechte. Songs, welche auf TikTok verfügbar sind, sind lizenziert und können für die Erstellung von Videos auf der Plattform TikTok genutzt werden. Jedoch sollten Videos mit urheberrechtlich geschützter Musik nicht auf anderen Plattformen (z.B. Instagram, YouTube) verbreitet werden, denn die Musiklizenzen gelten nur für TikTok. Sobald andere Personen im Video zu sehen sind, muss zudem das Recht am eigenen Bild beachtet werden.

Kreative und sichere Nutzung schließen sich nicht aus!

Regen Sie Ihr Kind dazu an, der eigenen Kreativität auf TikTok freien Lauf zu lassen – in den Videos muss nicht unbedingt Ihr Kind selbst im Bild sein! Mit ein wenig Geschick gelingen auch andere Videoformate (z.B. Stop-Motion-Videos).