Facebook fragt Einwilligung zu Datenschutzbestimmungen ab

Aktuell bittet Facebook seine Nutzer um die Zustimmung zu veränderten Datenschutzeinstellungen. Auslöser ist die am 25.05.2018 in Kraft tretende Europäische Datenschutzgrundverordnung. Facebook fragt darüber hinaus auch die Zustimmung zu weiteren Punkten ab.

Drei Bereiche sind betroffen:

  • Personalisierte Werbung
  • Option zur Aktivierung der Gesichtserkennung 
  • Aktualisierte Nutzungsbedingungen, Datenrichtlinien und Cookie-Richtlinien

Ohne die Zustimmung zu den neuen Nutzungsbedingungen kann Facebook nicht weiter genutzt werden.

EXKURS: Die Europäische Datenschutzgrundverordnung

Die am 25.05.2018 in Kraft tretende Europäische Datenschutzverordnung hat das Ziel, die Verbraucherinteressen der europäischen Bürger durch eine erhöhte Transparenz sowie durch ausgeweitete Mitbestimmungsrechte in Bezug auf die Verarbeitung personenbezogener Daten der Bürger zu stärken. 

Die Schaffung eines europaweit einheitlichen Datenschutzniveaus betrifft allerdings auch Unternehmen, die ihren Sitz im nicht europäischen Ausland haben, wie beispielsweise das US-amerikanische Unternehmen Facebook Ink. 

Weitere Informationen:

Alle Facebook Nutzer werden nach und nach dazu aufgerufen, den neuen Bestimmungen bis zum 25.05.2018 zuzustimmen. Wer nicht darauf warten will, kann auf folgenden Link klicken, um zu dem Einstellungs-Tool innerhalb von Facebook zu kommen: www.facebook.com/gdpr/consent.

Es ist sinnvoll, sich einige Minuten Zeit zu nehmen, diese Bestimmungen durchzulesen, um den Überblick darüber zu erhalten, was sich ändert und wie NutzerInnen die Weiterverarbeitung der an Facebook weitergegebenen personenbezogenen Daten einschränken können.

Personalisierte Werbung

Facebook ist auf den ersten Blick ein kostenloser Internetdienst. Finanziert wird das Unternehmen durch Werbetreibende, die innerhalb des Netzwerkes ihre Werbung platzieren. Je zielgenauer die Werbetreibenden ihre möglichen Kunden ansprechen können, um so mehr Geld ist ihnen eine Werbebotschaft wert. Aus diesem Grund sammelt Facebook Daten von Werbetreibenden, App-Entwicklern und Publishern über die Aktivitäten in und außerhalb von Facebook. Dazu gehören Daten über die Nutzung von Partner-Webseiten und -Apps (z. B. das Anklicken des "Gefällt mir"-Buttons) und bestimmte Offline-Interaktionen (z. B. Käufe). Dabei findet auch eine Verschränkung der Facebook Inc.-Dienste bspw. von Facebook und Instagram statt. 

Hier erhält der Facebook-Nutzer nun die Möglichkeit, der Weitergabe von personenbezogenen Daten zu widersprechen (mit dem Klick auf "Dateneinstellungen verwalten" - Regler: "Nicht zulassen", "Weiter", "Speichern"). Allerdings werden diese Daten weiterhin von Facebook selbst genutzt, um bspw. das Produkt Facebook zu verbessern sowie für Messungen und Analysen. Zu beachten ist auch, dass der Nutzer generell weiterhin Werbebotschaften innerhalb des Netzwerkes erhält.

Personalisierte Werbung verhindern: Schritt-für-Schritt-Anleitung

 
 

Gesichtserkennung

Der zweite Punkt der Datenschutzeinstellungen gibt Facebook-Nutzern die Möglichkeit, die Funktion der Gesichtserkennung für das eigene Profil zu aktivieren. Dies bedeutet konkret, dass Facebook erkennen kann, wenn der Profilinhaber auf Fotos, in Videos und vor der Kamera erscheint. 

Facebook nutzt diese Daten bspw. dafür, dass Personen auf Fotos markiert, also mit einem Facebook-Profil verbunden werden können. Als Hauptargument für die Funktion, nennt Facebook die Möglichkeit zu verhindern, dass das Foto eines Menschen von einem anderen dazu verwendet wird, ein "Fake-Konto" zu erstellen. Mit der Aktivierung der Funktion wird der Facebook-Nutzer allerdings noch "sichtbarer" in dem Netzwerk.
Soll die Funktion weiterhin nicht verwendet werden: 
"Dateneinstellungen verwalten" - "Weiter" - "Nicht zulassen, dass "Facebook mich auf Fotos und Videos erkennt" - "Speichern"

Gesichtserkennung: Schritt-für-Schritt-Anleitung

 
 

Nutzungsbedingungen, Datenrichtlinien und Cookie-Richtlinien

Als dritten Punkt erfragt Facebook die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen. Ohne eine Zustimmung kann der Dienst nicht genutzt werden, das bedeutet konkret, dass allen hier genannten Punkten gesammelt zugestimmt werden muss. Facebook bietet für den Fall der nicht Zustimmung die Möglichkeit, eine Datei mit den an Facebook weitergegebenen Informationen herunterzuladen und das Konto zu löschen. 

Eine Reihe von Punkten wurden in den Nutzungsbedingungen verändert, dazu gehört, dass Facebook-Nutzer zwischen 13 und 16 Jahren die Zustimmung der Eltern für das Teilen sensibler persönlicher Daten sowie zur Verwendung der Funktion personalisierter Werbung benötigen. Die Sicherheitseinstellungen sind übersichtlicher gestaltet und der Nutzer kann Einspruch über die Weiterverarbeitung seiner Daten einlegen. Zudem wurde Instagram zur Datenrichtlinie hinzugefügt. 

Ausführliche Informationen dazu haben unsere Kollegen von Saferinternet.at unter dem Punkt "Aktualisierte Nutzungsbedingungen: Take it or leave it?" zusammengefasst. 

Nutzungsbedingungen akzeptieren oder Konto löschen

Weitere Informationen: