Tipps zum Umgang mit Kettenbriefen in WhatsApp

Kettenbriefe über WhatsApp sind bei Kindern sehr verbreitet – je jünger die Kinder sind, desto weniger können sie einschätzen, ob sie wahr sind. Wir geben Tipps, wie Eltern und Lehrende ihre Kinder unterstützen können.

Bild: Pixabay
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Viele Grundschulkinder haben bereits WhatsApp-Konten und kommen so mit verschiedensten Kettenbriefen in Berührung, von denen sie die Inhalte zum Teil nicht einschätzen können – „vorsorglich“ wird daher alles weitergeschickt. Meist werden in WhatsApp nur harmlose Scherze massenhaft geteilt – manchmal beinhalten Kettenbriefe aber auch Todesdrohungen, Gruselgeschichten oder Nachrichten, welche einen großen sozialen Druck auslösen, weil sie mitunter die Beliebtheit eines Kindes messen. Hier finden sich die wichtigsten Spielarten von WhatsApp-Kettenbriefen im Überblick.

Es ist für Erwachsene wie auch für Kinder wichtig, dass inhaltlich zwischen „Spassigem“, „Sozialem“ und ernsteren Inhalten wie Morddrohungen/Einschüchterungen oder Betrug unterschieden werden kann.

Echt oder Fake?

Kettenbriefe waren schon ein Übel, als sie noch mit der Post kamen. Als E-Mail-Version waren und sind sie genauso lästig und teilweise sogar gefährliche Virenschleuder. Heute werden Kettenbriefe vor allem über WhatsApp versendet.

Das „ungeschriebene Gesetz“ hinter diesen Massensendungen: Wer einen Kettenbrief erhält, muss diesen binnen kurzer Zeit an eine gewisse Anzahl an Personen weiterleiten. Die Kette darf nie abreißen, denn sonst droht angeblich großes Unheil. Kettenbriefe sind jedoch grundsätzlich immer Hoaxes. Ein Hoax ist eine Falschnachricht im Internet, die absichtlich als solche in Umlauf gebracht wurde. Ist man unsicher, ob eine Nachricht echt ist oder nicht, hilft es, Auszüge aus der Nachricht in Suchmaschinen einzugeben – meist lässt sich ein Schwindel so sehr schnell entlarven.

Tipps, wie Eltern und Lehrende mit Kindern über Kettenbriefe reden können:

  • Sprechen Sie das Thema von sich aus an/fragen Sie in der Klasse nach, welche Kettenbriefe gerade im Umlauf sind und erklären Sie, was Kettenbriefe sind. Kindern ist oft nicht bewusst, was hinter Kettenbriefen steckt und dass die darin beschriebenen „Gefahren“ nichts mit der Realität zu tun haben.
  • Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes bzw. der Schülerinnen und Schüler ernst! Wenn ein Kind sich Sorgen macht, dass es selbst oder eine nahestehende Person sterben könnte, oder dass es in der Klasse unbeliebt wird, weil es eine Nachricht nicht weitergeschickt hat, dann sind diese Sorgen ganz real und oft auch sehr mächtig. Nicht immer ist es einfach, diese irrationalen Ängste mit vernünftigen Argumenten zu entkräften. Vielleicht hilft es aber, Geschichten aus der eigenen Vergangenheit zu erzählen, schließlich war jede/r von uns in der eigenen Kindheit/Jugend mit Kettenbriefen (über andere Medien) konfrontiert und uns ist kein Unglück widerfahren.
  • Diskutieren Sie mit Ihrem Kind bzw. ihren Schülerinnen und Schülern, welche Kettenbriefe weitergeschickt werden können – und welche nicht, legen Sie klare Regeln fest. Nicht alle Kettenbriefe sind bedrohlich bzw. bedenklich, manche sind einfach auch nur nett! Gehen Sie gemeinsam die Kettenbriefe durch, und üben Sie gemeinsam, „gruselige“ Kettenbriefe nicht weiterzuschicken, um nicht noch weitere Kinder unnötig zu ängstigen. Kettenbriefe mit unangenehmen Inhalten einfach gleich löschen!
  • Machen Sie Ihrem Kind immer wieder klar, dass nichts Schlimmes passiert, wenn man einen Kettenbrief nicht weiterschickt. Wenn Sie Ihr Kind begleiten, wird es im Laufe der Zeit die Sicherheit gewinnen, dass die in Kettenbriefen angedrohten Gefahren nicht real sind.

Jeder kennt sie - digitale Kettenbriefe auf WhatsApp. Aber wie geht man damit am besten um? Barbara gibt Antworten!

Folge 15 - Frag Barbara! - Angstmacher Kettenbriefe

Weitere Informationen

Kettenbriefe in WhatsApp: Die wichtigsten Spielarten und deren Hintergründe im Überblick.

Wir bedanken uns bei unserem Partner saferinternet.at für diesen Artikel.