Tipps für Erwachsene und Jugendliche

Tipps für Jugendliche zum Thema WhatsApp

WhatsApp & deine Daten

WhatsApp ist zwar praktisch, aber auch ziemlich datenhungrig. Die App interessiert sich v.a. für die Namen und Kontakte in deinem Adressbuch. Diese werden unverschlüsselt an den amerikanischen Server von WhatsApp weitergeleitet. Es gibt aber auch WhatsApp-Alternativen, die in dieser Hinsicht nicht so kritisch sind wie z.B. Threema, Signal, Wire und weitere mehr. Informiere dich über sichere Messenger und lade deine Freunde dazu ein, ebenso zu wechseln. Infos zu sicheren Messengern findest Du hier.

Augen auf!

Wenn du Mitteilungen von Personen bekommst, die du nicht kennst, sei vorsichtig! Es kann z.B. sein, dass du darin aufgefordert wirst, einen Link zu öffnen oder die Nachricht weiterzusenden. Dahinter versteckt sich aber oft ein kostenpflichtiges Abo oder nervige Werbebotschaften.

Kontakte blockieren

Wenn dir jemand anzügliche, beleidigende oder anderweitig unliebsame Mitteilungen schickt, kannst du diese Person blockieren. Wie genau das geht findest du hier detailliert beschrieben: 
https://faq.whatsapp.com/de/general/21242423

Vorsicht bei Gruppenchats

In der Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass WhatsApp-Nutzerinnen und -Nutzer von Unbekannten zu Gruppenchats hinzugefügt wurden. In den Chats wurden dann illegale Inhalte gepostet, die durch den automatischen Download (siehe Automatischen Download deaktivieren) auch auf den Handys von nichtsahnenden Personen landeten.

Am einfachsten schützt man sich vor dieser Situation, indem man WhatsApp gleich so konfiguriert, dass nur Personen aus der eigenen Kontaktliste einen zu Gruppenchats hinzufügen dürfen. Dazu geht man in Einstellungen > Account > Datenschutz > Gruppen. Unter dem Punkt "Diese Personen können mich Gruppen hinzufügen" ist in den Voreinstellungen "Jeder" ausgewählt (Bild 1). Hier muss nun "Meine Kontakte" ausgewählt werden (Bild 2). Wer möchte, kann hier sogar noch weitere Ausnahmen hinzufügen unter "Meine Kontakte außer ...".

Achtung! Selbst diese Einstellungen schützen nicht davor, dass man Einladungen zu Gruppenchats von Unbekannten erhalten kann. Informationen dazu gibt es unter dem Punkt "Einladungen von Unbekannten".

Einladungen von Unbekannten

Auch wer WhatsApp so eingestellt hat, dass man Gruppenchats nicht einfach hinzugefügt werden kann, kann trotzdem noch Einladungen dazu erhalten. Hier ist Vorsicht geboten. Es sollten nur Einladungen angenommen werden, wenn einem der Absender bekannt ist oder eine Einladung erwartet wurde. Hinter Einladungen von Unbekannten können sich Täuschungsversuche oder Chats mit illegalem und sogar strafbaren Inhalten verbergen. Durch den automatischen Download von Medien, Links und Dokumenten (siehe Automatischen Download deaktivieren) können illegale Inhalte ungewollt auf dem eigenen Handy landen.

Wenn man eine Einladung bekommt, erhält man die Optionen der Gruppe beizutreten, diese zu Melden, sie zu Blockieren oder die Person, die einen eingeladen hat zur Kontaktliste hinzuzufügen (Bild 1). Wenn man unsicher ist, von wem die Einladung kommt, sollte man hier die Funktion Melden oder Blockieren benutzen.

Ist man aus Versehen doch einer Gruppe beigetreten, kann man diese auch nachträglich wieder verlassen und kann sie bei WhatsApp melden. Dazu ruft man oben rechts die Einstellungen auf (Bild 2). In den Einstellungen wählt man den untersten Punkt "Mehr" aus und kann im nächsten Menü "Melden" oder "Gruppe verlassen" auswählen (Bild 3).

Automatischen Download deaktivieren

Nach der Installation ist WhatsApp so eingestellt, dass Inhalte aus Chats (z.B. Bilder, Videos, Dokumente) bei bestehender WLAN-Verbindung automatisch heruntergeladen werden, egal ob man das möchte oder nicht. Diese Funktion erscheint zunächst praktisch, denn so muss man nicht jedes Bild, jedes GIF, jedes Video manuell herunterladen. Diese Funktion kann aber zum Problem werden, wenn in Chats illegale Inhalte verschickt werden. Diese werden automatisch heruntergeladen und befinden sich dann auf dem Speicher des Smartphones. Im Fall von Misbrauchdarstellungen von Kindern erfüllt das schon den Straftatbestand des Besitz von kinderpornografischen Schriften.

Um sich davor zu schützen, dass alle Inhalte automatisch heruntergeladen werden, kann man diese Funktion in WhatsApp deaktivieren. Dazu wählt man im Startbildschirm oben rechts "Weitere Optionen" (symbolisiert durch drei Punkte) aus und im Drop-Down-Menü den untersten Punkt "Einstellungen". Hier wählt man den vierten Menüpunkt "Daten- und Speichernutzung" aus (Bild 1). Im folgenen Menü kann man unter "Autom. Download von Medien" auswählen, wie mit Medien bei mobiler Datenverbindung, bei WLAN-Verbindung und bei Roaming verfahren werden soll (Bild 2). In den Untermenüs kann noch ausgewählt werden, mit welchen Medien (zur Auswahl stehen Fotos, Audio, Video und Dokumente) wie verfahren werden soll. Am sichersten ist es, wenn der automatische Download für alle deaktiviert ist (Bild 3).

Achtung: Der Download von Sprachnachrichten kann auch mit diesen Einstellungen nicht verhindert werden.

Keine Chance dem (Cyber)Mobbing

Versende keine Inhalte (z.B. peinliche oder sehr private Bilder), die von anderen Personen nachteilig gegen dich verwendet werden können und leite auch keine intimen Bilder von anderen weiter. Das ist strafbar! Wenn jemand in einer Gruppe gemobbt wird, mach nicht mit, schau nicht weg, sondern unterstütze die betroffene Person.

Tipps für Eltern zum Thema WhatsApp

Allgemein

Laut Nutzungsbedingungen des Betreibers liegt das Mindestalter bei 16 Jahren. Das Amtsgericht Bad Hersfeld empfiehlt ebenfalls eine Nutzung ab 16 Jahren. Schätzen Sie Ihr Kind ein: Ist es alt genug, um die Problematik der App in Bezug auf Privatsphäre und Datenschutz einschätzen zu können? Wenn nicht, führen Sie hrem Kind diese vor Augen und motivieren Sie es, sich damit zu befassen, bevor die App herunter geladen wird. In einem weiteren Beschluss betont das Familiengericht Bad Hersfeld die elterliche Verantwortung bei der Nutzung von WhatsApp durch Minderjährige. Informieren Sie sich über mögliche WhatsApp-Alternativen oder unterstützen Sie ihr Kind dabei, nach solchen zu suchen. 

Weisen Sie Ihr Kind zudem darauf hin, dass es generell mit der Weitergabe seiner Mobilfunknummer vorsichtig umgehen sollte. In Soziale Netzwerke eingestellt, verbreitet sich die Nummer schnell an eine unüberschaubare Anzahl von Nutzern weiter.

Was soll ich machen, wenn mein Kind gemobbt wird?

(Cyber)Mobbing ist ein ernstes Problem geworden. Die scheinbare Anonymität des Netzes senkt die Hemmschwelle: Einige Kinder und Jugendliche sehen die Freiheiten der virtuellen Welt als Freibrief für Angriffe, unter denen die Betroffenen zum Teil schwer leiden.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind beleidigt oder belästigt wird, sollten Sie so schnell wie möglich eingreifen – jedoch nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Kind. Nutzen Sie die „Blockieren“-Funktion und machen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Bildschirmfotos von den betreffenden Äußerungen oder Bildern. Schalten Sie bei Gewaltandrohungen oder tätlichen Übergriffen die Polizei ein!

Oft stecken Streitigkeiten in der Schule oder eine problematische Klassensituation hinter solchen Mobbingattacken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber und informieren Sie ggf. gemeinsam die Lehrerin oder den Lehrer. Hier gibt es weitere Informationen zum Thema (Cyber)Mobbing.