Mein Kind möchte YouTube-Star werden – was nun?

Ähnlich wie Musik- oder Filmstars sind „YouTuber“ große Vorbilder für Kinder und Jugendliche. Daher ist es kaum verwunderlich, dass viele Heranwachsende „YouTuberin“ oder „YouTuber“ werden wollen. Diese verbringen scheinbar ihre ganze Zeit damit, Videos zu erstellen und ihrem Hobby (z.B. Computerspielen, Reisen, Schminken) nachzugehen und damit „viel“ Geld zu verdienen. Was hinter der Kamera passiert, wird oft nicht bedacht. Sprechen Sie daher zunächst mit Ihrem Kind über die möglicherweise naiven Vorstellungen über den Beruf YouTuberin und YouTuber.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über:

  • Kosten für notwendige Technik und Ausrüstung
  • Aufbau von Knowhow und zeitlicher Aufwand für das Filmen und Schneiden von Video-Clips
  • Arbeitsbelastung: Um auf YouTube erfolgreich zu sein, muss man ständig aktiv sein. Neben YouTube müssen täglich auch andere Plattformen wie z. B. Instagram „bespielt werden“. Dies erlaubt kaum Auszeiten, da sonst die Reichweite sinkt und man Werbeeinnahmen und damit die eigene Lebensgrundlage verliert.
  • Privatsphäre: Als YouTuberin und YouTuber muss man bereit sein, viele persönliche Informationen aus dem eigenen Leben zu teilen. Man macht sich angreifbar für Kritik.

 Thema Kinder-Influencer:

Aktiv auf YouTube: Ihr Kind möchte eigene Videos veröffentlichen?

Bevor Ihr Kind eigene YouTube-Clips veröffentlicht, sollte es folgende Dinge beachten:

Das Google Konto: Voraussetzung für den eigenen YouTube Kanal
Für die Erstellung eines Google-Kontos ist laut DSGVO das Alter von mindestens 16 Jahren Grundvoraussetzung. Man geht davon aus, dass Jugendliche ab diesem Alter die Tragweite ihrer YouTube-Nutzung besser einschätzen können. Hierbei spielt insbesondere der Umgang mit personenbezogenen Daten eine Rolle. Allerdings ist für die Registrierung bei YouTube laut Nutzungsbedingungen bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren außerdem die Zustimmung der Eltern erforderlich.
Tipp: Lesen Sie hier weiter zum Thema Datenschutz-Grundverordnung.

Eigene Privatsphäre wahren
Bereits bei der Erstellung eines YouTube-Kanals sind einige Aspekte zu beachten: der YouTube-Nutzername sollte keinen Rückschluss auf personenbezogene Daten, wie den richtigen Namen, das Alter oder den Wohnort erlauben. Bei der Produktion eines jeden Videos ist abzuwägen, welche Aspekte des persönlichen Lebens ausgeblendet bleiben sollen. So ist es bspw. davon abzuraten, Videos im eigenen Kinderzimmer zu drehen.

Privatsphäre-Einstellungen nutzen
Für jedes auf YouTube veröffentlichte Video sollte geprüft werden, welchem Nutzerkreis der Zugang dazu erlaubt werden soll. YouTube bietet die Möglichkeit, Videos lediglich einem eingeschränkten Nutzerkreis zugänglich zu machen, so dass das Video nicht über die Google- oder YouTube-Suche angezeigt wird. Zudem ist es möglich, ein Video als „nicht gelistet“ auf YouTube hochzuladen. Hierbei erhält der Nutzer einen Link auf das Video, der an andere weitergegeben werden kann. Allerdings ist zu beachten, dass auch ein solcher Link von Dritten unkontrolliert an andere weitergebeben werden kann.
Zum Weiterlesen: Tipps zum Thema Selbstdatenschutz und Privatsphäre auf YouTube stellt der Kompass Soziale Medien zusammen.

YouTube: Funktionen und Sicherheitseinstellungen
klicksafe stellt in dem Leitfaden "Sicher unterwegs in YouTube" das Video-Portal sowie seine Funktionen und Sicherheitseinstellungen vor.

Urheberrecht beachten
Wie auch sonst im Internet gelten auf YouTube Gesetze, die alle unbedingt beachten müssen: So darf man ohne die Erlaubnis der Urheberin und des Urhebers keine fremden Videos auf dem eigenen YouTube-Kanal hochladen. Falls in dem Video andere zu sehen sind, sollte man diese vor dem Posten fragen, ob sie damit einverstanden sind. Vor allem, wenn es sich um „peinliche“ Aufnahmen (z.B. sogenannte Pranks) handelt. Denn laut dem Recht am eigenen Bild darf man Bilder nicht ohne die Zustimmung der abgebildeten Person veröffentlichen und niemanden auf Bildern „bloßstellen“ oder „herabsetzen“. Vorsicht ist auch bei Hintergrundmusik in den Videos geboten. Hierbei sollten am besten eigene Lieder oder Musik verwendet werden, die unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht wurden.

Kommentarfunktion: Umgang mit Kritik zu eigenen Videos
Der Umgangston im Internet ist nicht immer nett. Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass es möglicherweise nicht nur positives Feedback zu eingestellten Videos erhalten wird. Besprechen Sie, wie mit solchen Kommentaren umgegangen werden kann. Man kann Kommentare an die Plattform melden (Hinweise zum Melden von Kommentaren gibt es unter www.handysektor.de/yt-einstellen). Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Kommentar-Funktion auszuschalten.
Tipp: Hier findet sich die Anleitung zum Ausschalten der Kommentarfunktion bei YouTube.