Tipps für Eltern und pädagogische Fachkräfte

Junge Menschen sind häufig in sozialen Netzwerken unterwegs und informieren sich online. Dabei können sie die Glaubwürdigkeit von Informationen nicht immer richtig einschätzen. Ihnen fehlt oft das nötige Vorwissen, um Widersprüche zu erkennen. Außerdem neigen sie noch mehr als Erwachsene dazu, Menschen zu vertrauen, die sie kennen – wenn auch nur aus dem Internet.

Um sich eine gesicherte Meinung zu bilden, braucht man jedoch Tatsachen und Fakten statt manipulierter Bilder, Videos oder erfundener Schlagzeilen. Deshalb ist es wichtig, dass auch Erziehungsberechtigte das Thema Desinformation altersgerecht mit ihnen besprechen und deutlich machen, dass es irreführende Nachrichten im Netz gibt. Aufklärung hilft dabei, die Verbreitung von Falschnachrichten zu stoppen.

1. Klären Sie über Falschnachrichten auf

Es ist wichtig, Kinder darüber aufzuklären, dass es in der bunten Onlinewelt auch auf Desinformationen und Falschnachrichten stoßen kann. Dabei hilft es, wenn Sie schon sehr früh anfangen, mit Ihrem Kind darüber zu sprechen und deutlich zu machen, dass nicht alles, was im Internet steht, wahr ist. Es sollte klar gemacht werden, dass es Menschen gibt, die gezielt falsche Informationen (Desinformationen und/oder Verschwörungsideologien) verbreiten, um damit Geld zu verdienen oder Meinungen zu beeinflussen. Ein gesundes Misstrauen im Umgang mit Informationen ist also wichtig. So lernt Ihr Kind, Meinungen und Nachrichten einzuordnen und zu hinterfragen.

Spielerische Möglichkeiten, um Kindern und Jugendlichen Desinformation zu erklären:

2. Bleiben Sie im Austausch über das aktuelle Weltgeschehen und seien Sie Ansprechperson

Thematisieren Sie mit Kindern und Jugendlichen das Weltgeschehen und tauschen Sie sich über verschiedene Meinungen und Nachrichtenquellen aus. Über aktuelle Debatten, zum Beispiel zur Coronapandemie, können Sie sich den Themen nähern. Besonders in unsicheren Zeiten sind Sie ein*e wichtige Gesprächspartner*in.

3. Kommen Sie Falschnachrichten gemeinsam auf die Spur

Weil sie wie vertrauenswürdige Nachrichten aussehen, sich aufregend lesen und oft schockieren, verbreiten sich Falschmeldungen rasend schnell. Den Unterschied zwischen wahr und falsch auf den ersten Blick zu erkennen und Informationen zu filtern: Bei der Informationsflut im Netz fällt das schon Erwachsenen schwer. Noch schwerer ist es für junge Menschen und Kinder.

Folgende Punkte können dabei helfen, Falschnachrichten zu entlarven:

Reißerische Überschriften kritisch beleuchten

Schockiert die Überschrift? Ist sie überraschend und sorgt für große Emotionen wie Angst oder Hass? Was direkt unglaubwürdig scheint, ist es oft auch.

Kritisch sein und Quelle prüfen

Woher kommt die Information? Ist nachvollziehbar, wer die Nachricht herausgegeben oder verfasst hat? Sind im Impressum Name und Adresse angegeben? Ein Blick auf die Autorenschaft oder ins Impressum einer Website zeigt normalerweise, wer hinter dem Inhalt steht. Sind sie parteilich? Kennen sie sich aus? Welche Absichten verfolgen sie?

Fakten checken

Stimmt, was behauptet wird? Ist die Information wirklich korrekt? Haben andere, vertrauenswürdige Nachrichtenquellen dieselbe Meldung veröffentlicht? Vorsicht bei Texten, die vor allem auf die Schlagzeile reduziert sind und außerdem viel Meinung und wenig Inhalt präsentieren.

Wenn die Überschrift in der Suchmaschine keine Treffer von anderen (seriösen) Medien findet, ist die Meldung wahrscheinlich frei erfunden. Die Überschrift und dazu das Wort „fake" zu googeln, kann auch helfen. Die Recherche erleichtern außerdem spezielle Faktenchecker wie Mimikama.at, CORRECTIV, ARD-Faktenfinder und Hoaxmap. Das Suchwort einfach dort eingeben.

Auf die Aktualität achten

Wie aktuell sind die Informationen? Gerade bei (wissenschaftlichen) Studien, Umfragen oder Statistiken muss man darauf achten, dass die Informationen nicht allzu veraltet und womöglich schon längst überholt sind. In Suchmaschinen hilft ein voreingestellter Filter, der den Zeitraum der Ergebnisse einschränkt, die neusten Informationen zu einem Thema zu finden.

Bild oder Video unter die Lupe nehmen

Was ist zu sehen? Woher stammt das Bild oder Video? Sieht es unglaubwürdig aus, oder wurde es aus einem anderen Zusammenhang gerissen? Für die Rückwärtssuche von Bildern eignet sich Google am Computer. Auf Smartphones und Tablets hilft zum Beispiel die App TinEye.

4. Üben Sie gemeinsam den Umgang mit Falschnachrichten

  • Aktiv werden: Falschmeldungen auf der Plattform melden oder Faktenchecker kontaktieren.
  • Nicht ungeprüft weiterleiten: Nachrichten nicht leichtfertig teilen, hier gilt: Erst Fakten checken und Quelle prüfen — dann weiterleiten.
  • Nicht ignorieren: Die Weiterleitenden respektvoll darauf aufmerksam machen, wenn sie Falschmeldungen verbreiten. Vielleicht haben sie nicht gewusst, dass der Inhalt von einer unseriösen Quelle stammt.
  • Gekonnt kontern: z. B. durch das Posten von lustigen Memes. Oder andere Nutzer*innen, die widersprechen, mit einem Like unterstützen. Aber Vorsicht: Manche Themen können die Gemüter in einer Diskussion stark aufheizen. Solche Streitgespräche sind wenig zielführend.

„8 Tipps zum Umgang mit Verschwörungserzählungen im privaten Umfeld" — zusammengestellt von der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Kurze und leicht verständliche Gegenargumente zu gängigen COVID-19-Falschmeldungen gibt es auf der Website „Facts for Friends".

5. Suchen Sie gemeinsam altersgerechte, seriöse Informationsangebote

Über Kindersuchmaschinen wie Blinde Kuh oder fragFinn finden Kinder gute Angebote, um sich altersgerecht zu informieren. Für Grundschulkinder bieten sich spezielle Nachrichtenangebote an wie beispielsweise ZDF logo! oder Kruschel.  Älteren Kindern kann man verschiedene, seriöse Nachrichtenseiten zeigen, damit sie Meldungen vergleichen können, wenn sie unsicher sind.

Faktenchecker-Angebote wie Mimikama.at, ARD-Faktenfinder oder CORRECTIV helfen beim Entlarven von Falschnachrichten.