Facebook mit Pseudonym nutzen

Um die Nutzung von Facebook mit Pseudonymen gibt es immer wieder Streit. Die Facebook-Nutzungsbedingungen verlangen, dass der Nutzer sich unter seinem echten Namen registriert und nicht mit einem Pseudonym (siehe Facebooks „Erklärung der Rechte und Pflichten“, Punkt 4). Facebook behält sich vor, Nutzer, die gegen diese Regel verstoßen, auszusperren, was auch immer wieder passiert. Datenschützer konnten bislang nicht durchsetzen, dass Facebook auch eine pseudonyme Nutzung ermöglicht. Sie argumentieren unter anderem, dass das deutsche Telemediengesetz (Paragraf 13 Absatz 6) Anbieter dazu auffordert, eine anonyme oder pseudonyme Nutzung zu ermöglichen, wenn es technisch machbar und zumutbar ist. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig wies entsprechende Beschwerden 2013 jedoch ab, da deutsches Recht nicht anwendbar sei; schließlich habe Facebook seinen Sitz in Irland. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 2016 das Oberverwaltungsgericht Hamburg. Der Streit kann jedoch noch weiter gehen. Im Mai 2018 trat die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Auf den Sitz eines Unternehmens kommt es dann nicht mehr an, wenn es sich mit seinen Diensten an EU-Bürger richtet. Bis die Rechtslage geklärt ist, haben Nutzer in Deutschland nur die Wahl, sich an die Nutzungsbedingungen zu halten oder ein Pseudonym zu verwenden und dadurch eine Sperrung des Kontos zu riskieren.