Datenfusion

Um neue Informationen zu gewinnen, können zudem verschiedene Datentöpfe kombiniert werden. Nach dem Zukauf weiterer Unternehmen kann Facebook beispielsweise die Nutzerdaten der Fotoplattform Instagram verwenden. Im Fall des 2014 erworbenen Messaging-Dienstes WhatsApp hatte Facebook ursprünglich versprochen, die Datenbestände getrennt zu halten. Im August 2016 änderte WhatsApp jedoch seine Richtlinien: Nutzungsdaten und Handynummern der Kontakte sollten nun auch an Facebook übertragen werden. Zwar hatte WhatsApp eine Widerspruchsmöglichkeit vorgesehen, diese wurde aber von vielen Nutzern missverstanden: Sie bezog sich nur auf die Nutzung der Daten zu Werbezwecken, nicht auf die Übertragung der Daten als solche. Datenschützer und Verbraucherverbände sind gegen diese Zusammenführung vorgegangen. Im April 2017 entschied das Verwaltungsgericht Hamburg, dass Facebook vorerst nicht auf die Daten deutscher Nutzer von WhatsApp zugreifen darf. Dabei wird Facebook es sicherlich nicht belassen wollen, sodass hier mit weiteren Entscheidungen zu rechnen ist. Ob diese die Zusammenführung der Daten letztlich aufhalten werden, bleibt ungewiss. Zu den Daten, die die Facebook- Unternehmensgruppe sammelt, gesellen sich weitere Informationen von Datenhändlern und Marktforschungsunternehmen. Wie ein Bericht des Magazins c’t festhält, nutzt Facebook in Deutschland Daten der Unternehmen Acxiom und Datalogix, international kooperiert es etwa mit den Unternehmen Blue-Kai, Epsilon und Quantium. Dadurch können Werbekunden Zielgruppen zusätzlich anhand von Informationen eingrenzen, über die Facebook möglicherweise noch nicht verfügt, etwa den Besitz eines bestimmten Autos. Um verschiedene Datentöpfe richtig zu kombinieren, dienen häufig E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder daraus gebildete Prüfsummen als Schlüssel.