Dürfen Lehrer den Schülern Handys wegnehmen?

Die Schulgesetze der Bundesländer machen dazu unterschiedliche Vorgaben: Manche sehen eine „zeitweise Wegnahme von Gegenständen“ ausdrücklich im Katalog der erlaubten Erziehungsmaßnahmen vor, andere machen nur sehr allgemeine Vorgaben und erlauben es den Schulen, besondere Regelungen dafür aufzustellen. Hier hängt es dann davon ab, was die jeweilige Schulordnung vorsieht. Im Ergebnis wird ein Lehrer befugt sein, das Handy einzuziehen, wenn es den Unterricht stört. Für Streit sorgen dabei die konkreten Modalitäten: Wie lange darf die Schule das Handy einbehalten, an wen ist es zurückzugeben? Gibt es keine konkrete Regelung, lässt sich aus dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ableiten, dass die Schule das Handy normalerweise dann zurückgeben muss, wenn es definitiv nicht mehr stört und damit der Anlass für das Einziehen entfallen ist. Als erzieherische Maßnahme kann es im Einzelfall erlaubt sein, das Handy darüber hinaus einzubehalten. Einig ist man sich jedoch, dass eine dauerhafte Wegnahme nicht zulässig ist. Ebenso klar ist, dass ein längeres Einbehalten nicht den Charakter einer bloßen Strafmaßnahme erlangen darf. Dazu ist ein Lehrer nur unter klar definierten Bedingungen befugt. Teilweise haben einzelne Bundesländer näher bestimmt, dass weggenommene Gegenstände in der Regel am Ende des Unterrichtstages zurückgegeben werden müssen. Das Land Bayern hat festgelegt, dass ein Handy „vorübergehend einbehalten“ werden darf, aber nicht, wie lange „vorübergehend“ ist. Die Entscheidung darüber liegt folglich im Ermessen des Lehrers. Manche Juristen sind auch der Ansicht, dass Aufbewahrungsfristen generell unzulässig sind und das Handy einem Schüler persönlich zurückgegeben werden muss – im Unterschied etwa zu gefährlichen Gegenständen wie Messern, die häufig nur an die Eltern zurückgegeben werden. Ein klares Meinungsbild ist hier jedoch nicht auszumachen, was wohl der unterschiedlichen Handhabung an den Schulen entspricht. Wenn ein Schüler das Handy nicht aushändigen will, kann die Schule etwa den Schüler vom Unterricht ausschließen oder eine Mitteilung an die Eltern erwägen. Sind Eltern oder Schüler mit den Regelungen an ihrer Schule unzufrieden, können sie sich in die Diskussion darüber einbringen, nach einer konkreten Regelung durch die Schulkonferenz fragen und diese dort oder auf der Elternversammlung ansprechen.