Welche Rechte sind bei Bild- oder Tonaufnahmen mit dem Handy zu beachten?

Aufnahmen aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich: Heimliche Aufnahmen sind nicht erlaubt und unter bestimmten Bedingungen sogar strafbar. Das Strafgesetzbuch zählt dazu Bildaufnahmen von Menschen in „einem gegen Einblick besonders geschützten Raum“. Dazu zählen zum Beispiel Umkleidekabinen oder Schultoiletten. Strafbar ist es auch, solche Aufnahmen Dritten zugänglich zu machen, zum Beispiel sie per Messaging-App zu teilen oder ins Internet zu stellen.

Anders ist es auf dem Schulhof oder im Klassenzimmer: Sie sind keine besonders geschützten Räume. Hier gilt gleichwohl das Recht am eigenen Bild. Es besagt, dass man bei Fotos oder Videos die Betroffenen um Erlaubnis fragen muss, wenn sie darauf klar erkennbar sind. Das Recht am eigenen Bild regelt, ob solche Bilder oder Aufnahmen veröffentlicht werden dürfen, beispielsweise in Sozialen Netzwerken. Daneben kann bereits das ungefragte Fotografieren oder Filmen in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Abgebildeten eingreifen. Wer bei Kindern (also Minderjährigen) gefragt werden muss, hängt davon ab, ob man annimmt, dass das Kind bereits zur Einsicht in die Folgen der eigenen Einwilligung fähig ist. Bei Klassenfotos fragen Schulen im Zweifel häufig sowohl Eltern als auch Schüler. Mehr Hinweise zum Recht am eigenen Bild finden sich unter „Mehr Informationen“ am Ende des Textes.

Auch für Tonaufnahmen mit dem Handy gibt es Ähnliches zu beachten: die Vertraulichkeit des Wortes. Wer das „nichtöffentlich gesprochene Wort“ mit Geräten aufzeichnet, kann sich strafbar machen. Man sollte daher um Erlaubnis fragen, wenn man ein Gespräch aufnehmen will. Unter das nichtöffentliche Wort können nicht nur solche Gespräche und Situationen fallen, die man umgangssprachlich als vertraulich bezeichnen würde. Auch das Gespräch in einer Schulklasse kann man etwa dazu zählen, denn rechtlich betrachtet spricht ein Lehrer (oder Schüler) in der Klasse zu einem abgegrenzten Adressatenkreis, der in diesem Zusammenhang noch nicht als Öffentlichkeit gilt. Es kann also durchaus strafbar sein, heimlich eine Tonaufnahme einer Schulstunde zu machen. Stellt man Aufnahmen ins Internet, kommt das Urheberrecht ins Spiel. Das selbst gemachte Video oder Foto kann bei einer schöpferischen Leistung automatisch als Werk geschützt sein, ansonsten zumindest als „Laufbild“ oder „Lichtbild“. Dann hat man Rechte daran und andere dürfen es in der Regel nicht weiterverwenden, ohne zu fragen. Es können aber auch Rechte anderer verletzt werden, wenn fremdes Material verwendet wird. Läuft in einem Video etwa im Hintergrund Musik, wird das in vielen Fällen nicht durchs Urheberrecht gedeckt sein und zu einer Sperrung des Videos auf YouTube oder anderen Plattformen führen. Mehr Informationen dazu sind ebenfalls am Ende des Textes zu finden.