Identitätsklau ermöglicht auch Cyber-Mobbing

Hinter vorgetäuschten Identitäten im Internet müssen aber nicht immer finanzielle Motive stecken. Sie sind auch ein Weg, andere zu mobben. Manche Mobber nehmen in Sozialen Netzwerken eine fremde Identität nur deshalb an, um die echte Person zu peinigen oder ihren Ruf zu schädigen (siehe Text „Cyber-Mobbing, Cyberbullying und was man dagegen tun kann“). Im Namen ihrer Opfer schreiben sie Liebes- und Hass-Mails, offenbaren der Welt vermeintliche politische Ansichten und angebliche sexuelle Vorlieben, stellen peinliche Fotos ins Netz, usw. 

Nutzerprofile müssen dafür nicht gehackt, sondern können auch gefälscht werden. In Belgien erregte 2011 der Fall einer Frau Aufsehen, die bei Facebook ein Fake-Profil ihres Vorgesetzten anlegte. Die Besucher konnten den Eindruck gewinnen, der Mann gehe fremd. Die Angestellte wurde zu sieben Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt, unter anderem wegen Computerbetrugs, Stalking und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten.