Was ist frei und was nicht?

Grob gesagt, kann man Musik und Sounds, die für Filme infrage kommen, in drei Kategorien einteilen: Alle Rechte vorbehalten, einige Rechte vorbehalten und gemeinfreie Werke:

1. Alle Rechte vorbehalten
Wenn jemand ein Musikstück (oder sonst ein Werk) erschafft, gilt automatisch das Urheberrecht. Das heißt: Jeder, der dieses Werk für ein Video verwenden will, braucht dafür eine Genehmigung, wenn er das Video auch veröffentlichen will. Ob es zum Musikstück tatsächlich irgendwo einen Hinweis wie „alle Rechte vorbehalten”, ein Copyright-Logo oder ähnliches gibt, spielt dabei keine Rolle. Solche Werke sind also keine freien Inhalte.

Etwas anders sieht es mit Geräuschen und anderen Sounds aus, die man zur Nachvertonung einsetzen kann. Wenn jemand zum Beispiel den Regen aufnimmt, hat er deshalb noch kein Urheberrecht an der Aufnahme – denn mit dem bloßen Aufnehmen wurde noch kein Werk geschaffen. Die Aufnahme kann aber durch ein sogenanntes Leistungsschutzrecht geschützt sein; dann darf man sie ebenfalls nicht einfach verwenden. Die Grundregel ist deshalb in beiden Fällen: Wenn man nicht genau weiß, ob etwas „frei” ist, sollte man es auch nicht verwenden.

2. Einige Rechte vorbehalten
Nur „einige Rechte vorbehalten” sind dagegen bei Werken mit Creative Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen). Wenn jemand sagt: „Jeder darf mein Musikstück verwenden”, dann erteilt er rechtlich gesprochen eine Lizenz an alle – deshalb nennt man solche Werke auch freie Inhalte. Creative Commons hat dafür standardisierte Lizenzbausteine entwickelt. Wer ein Musikstück komponiert und aufgenommen hat, kann zum Beispiel festlegen, dass jeder es kopieren und weiterverbreiten darf, solange man seinen Namen nennt. Er kann aber auch einschränken, dass man das Stück nicht weiter bearbeiten oder verändern darf – je nachdem, welche Lizenzbausteine er auswählt.

Solche Inhalte sind also nicht frei von Urheberrechten, aber für viele Nutzungen freigegeben. Eine in diesem Zusammenhang oft zitierte Redewendung lautet: „free as in free speech, not as in free beer” – es geht nicht unbedingt um Kosten, sondern um Freiheiten.

Es gibt auch noch weitere freie Lizenzen, unter anderem eine ältere CC-Lizenz namens „Sampling Plus”, die aber praktisch keine große Bedeutung mehr haben. In der Fachwelt wird teilweise auch darüber gestritten, welche Lizenz noch als „frei” gilt und welche nicht – hier wird das aber ausgeklammert.

3. Gemeinfreie Werke
Wenn alle Rechte an einem Werk abgelaufen sind, ist ein Werk gemeinfrei. Das heißt: Jeder kann es verwenden. Um gemeinfrei zu sein, muss der Urheber siebzig Jahre tot sein. Das ist die Grundregel. Aber auch hier gibt es zu beachten: Interpreten, Plattenfirmen und so weiter haben noch einmal eigene Rechte an der Aufnahme. Das heißt: Auch wenn Mozart schon über 70 Jahre lang tot ist, ist eine aktuelle Einspielung vom Münchner Rundfunkorchester noch geschützt. Seit 2013 gilt dieser Schutz 70 Jahre ab der Veröffentlichung. Wenn man auf eine alte Aufnahme zurückgreifen will und es keinen eindeutigen Hinweis gibt, dass die Aufnahme gemeinfrei ist, sollte man daher beides prüfen.