Was gibt es bei CC-Musik und -Sounds zu beachten?

Bei fast allen CC-Lizenzen muss man „Credits” an die Künstler geben, sie und ihr Werk also bei Verwendung nennen. Das ergibt sich aus dem Baustein namens „Attribution”/„Namensnennung”, kurz „BY“. Falls der Urheber nicht festgelegt hat, wie so eine Nennung aussehen soll, gibt es dafür keine festen Vorgaben, weil es immer auch vom jeweiligen Medium abhängt. Bei einem Videofilm kann die Attribution zum Beispiel darin bestehen, dass man im Abspann schreibt: „Musik: ‚Come on’ von Zoe Leela, CC BY-NC-SA” – man hier also Titel, Künstler und die Lizenzbedingungen in Kurzform nennt. Wenn man die Möglichkeit hat, das verwendete Werk und die Lizenz zu verlinken – zum Beispiel auf der Beschreibungsseite einer Videoplattform – sollte man das ebenfalls tun.

Auch sollte man bei der Nennung darauf achten, dass eigenes und fremdes Werk unterscheidbar sind. Verwendet man fremde Inhalte etwa ausschnittweise, kann das urheberrechtlich leicht als eine „Bearbeitung“ gelten, die man kennzeichnen muss. Ein Beispiel wäre der Hinweis: „Ausschnitt“. Werden Creative Commons-Inhalte nicht wie in der jeweiligen Lizenz vorgesehen verwendet, kann die Lizenz dadurch erlöschen und man verletzt Urheberrechte – ganz wie bei regulär geschützten Werken.

Ein Sonderfall ist die sogenannte CC-Zero-Lizenz, mit der Urheber erklären, alle Rechte komplett an die Allgemeinheit abzugeben, ihr Werk also schon vor Ablauf der Rechte für gemeinfrei erklären. Sie findet man öfter bei Musiksamples und anderen kurzen Aufnahmen. Genau genommen ist so ein vollständiger Rechteverzicht nach deutschem Recht nicht möglich, in anderen Ländern aber schon. Das muss einen als Nutzer aber nicht groß beschäftigen: Man kann Inhalte mit „CC Zero” auch hierzulande ohne weiteres verwenden.

Ob man darüber hinaus ein CC-lizenziertes Musikstück oder einen Sound-Schnipsel auch wirklich verwenden kann, hängt davon ab, ob die jeweilige Lizenz zum eigenen Vorhaben passt. Dazu sollte man wissen, was die drei Lizenzbausteine „No Derivatives” (ND), „Noncommercial” (NC) und „Share Alike” (SA) bedeuten.

Die Lizenzbausteine „No Derivatives” (ND), „Noncommercial” (NC) und „Share Alike” (SA)

1. „No Derivatives”: Nichts für Videos
Der für Videos und Filme wichtigste Lizenzbaustein ist „Keine Bearbeitung” oder „No Derivatives”, kurz „ND”. Musik und Sounds, bei denen dieses Kürzel vorkommt, darf man nach deutschem Urheberrecht nicht verwenden, um Videos zu vertonen. Das ist auf den ersten Blick vielleicht verwunderlich, denn man ändert ja nicht unbedingt etwas an der Aufzeichnung selbst – erlaubt ist es trotzdem nicht.

CC-Lizenztexte gibt es immer in verschiedenen Ausführungen: Eine kurze, leicht verständliche, eine technische für Suchmaschinen und eine lange, fast nur für Juristen verständliche Fassung. Die Langfassung ist maßgeblich und sagt noch einmal ausdrücklich, dass die „Heranziehung des Schutzgegenstandes zur Vertonung von Laufbildern” nicht erlaubt wird. Deshalb darf man solche Musik und Sounds für Filme nicht verwenden. Wenn man sich vor Augen führt, dass durch die Kombination von Bild und Musik häufig eine neue Aussage entsteht, die die ursprünglichen Urheber vielleicht nicht unterstützen wollen, wird eine solche Regel nachvollziehbar.

Dennoch: Fragen kostet nichts. Man kann sich trotzdem an den Urheber wenden und nachfragen, ob man sein Musikstück in einem Film- oder Videoprojekt verwenden kann. Wenn die CC-Lizenz etwas nicht erlaubt, heißt das nur, dass der Urheber (der Komponist) das nicht von vornherein für alle freigeben wollte. Oft gibt aber ein Musiker gerade bei einem (Hobby)-Film oder für gemeinnützige Zwecke gern auch die Erlaubnis.

2. „Non-commercial”: Offene Fragen
Wie der Name schon sagt, darf man Musik und Sounds mit dem Lizenzbaustein „Non-commercial“ (NC) nur verwenden, wenn es in einem nicht kommerziellen Zusammenhang geschieht. Die Preisfrage ist aber: Was heißt nicht kommerziell? Ist es bereits kommerziell, wenn ich zum Beispiel mein Video auf meinem Blog veröffentliche, wo Werbung eingeblendet wird? Oder wenn ich am YouTube-Partnerprogramm teilnehme? Was ist mit dem Image- oder Kampagnenfilm eines gemeinnützigen Vereins, der darin zu Spenden aufruft? Hier gibt es unterschiedliche Anschauungen. Leider sind die meisten Fragen offen.

In jedem Fall ist in diesem Zusammenhang nicht entscheidend, ob man ein großes Unternehmen ist oder tatsächlich viel Geld mit dem Video einnimmt. Darüber hinaus kann man leider kaum eine Faustregel geben, weil die Formulierungen in der Lizenz sehr viel Raum für unterschiedliche Auslegungen lassen. Dort heißt es, dass man ein Werk mit diesem Baustein dann nicht verwenden darf, wenn das „vorrangig auf einen geldwerten Vorteil oder eine geldwerte Vergütung gerichtet” ist.

Wenn man nicht sicher ist, ob das eigene Vorhaben als „kommerziell“ gilt, sollte man daher besser Inhalte verwenden, die ohne den Baustein auskommen. Und auch hier gilt: Im Zweifel einfach mal direkt beim Urheber nachfragen.

3. „Share-Alike”: Nicht weiter einschränken
Hinter dem Baustein „Share-Alike” (SA) oder „Weitergabe zu gleichen Bedingungen” steht die Grundidee, dass die Freiheiten, die die CC-Lizenzen anderen ermöglichen, nicht wieder eingeschränkt werden sollen. Das heißt: Wenn ich mein Video mit einem Song unterlege, der unter der „Share-Alike” Lizenz steht, muss ich diese Lizenzbedingung auch für mein Video als Ganzes vergeben. Ich kann dann also zum Beispiel nicht bestimmen, dass mein Video nur unkommerziell genutzt werden darf, wenn der Musiker eine Lizenz gewählt hat, die auch kommerzielle Nutzungen erlaubt. Wenn der Komponist wiederum festgelegt hat, dass sein Stück unter gleichen Bedingungen („SA”), aber zusätzlich nur unkommerziell verwendet werden darf („NC-SA”), dann „vererbt” sich diese Lizenz ebenfalls weiter, wenn man das Stück bearbeitet und weiterverwendet.