Darf ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter googlen?

Es gibt für Arbeitgeber kein generelles Verbot, Informationen über Beschäftigte oder Bewerber per Suchmaschinen oder in Sozialen Netzwerken wie Facebook oder LinkedIn anzuschauen – jedenfalls, soweit diese Informationen öffentlich zugänglich sind und nicht durch Tricks erst sichtbar werden. Ein solcher Trick wäre etwa, wenn sich der Personalchef einer Firma in einem Sozialen Netzwerk als privater Bekannter ausgibt, um auf diese Weise an Profileinträge, Bilder oder andere Informationen zu gelangen, die nur für Freunde zur Ansicht freigegeben sind. Zweifelhaft ist aber bereits, ob die öffentlich sichtbaren personenbezogenen Informationen auch gespeichert werden dürfen, ob der Arbeitgeber also Screenshots speichern, ausdrucken, abheften oder sich sonstige Notizen dazu machen darf. Zu denken ist etwa an einen Arbeitgeber, der die Kontakte eines Beschäftigten in einem Business-Netzwerk sichtet und in Form von Screenshots speichert. Das ist für sich genommen wieder eine Erhebung von Daten und nur nach den oben genannten Regeln erlaubt. Die Praxis sieht aber häufig anders aus. Es ist unwahrscheinlich, dass die so gewonnenen Informationen irgendwo festgehalten, sondern ausschließlich im Kopf der Personaler erinnert werden. Ob entsprechende Notizen rechtlich in Ordnung sind, ist unter Juristen umstritten. Weitgehend einig ist man sich darin, dass Arbeitgeber zumindest den Zweck der Suche nach Daten aus Sozialen Netzwerken vorher festlegen müssen und Daten nicht aus allgemeinem Interesse oder auf Vorrat zusammentragen dürfen.