Wann ist eine Zweitveröffentlichung erlaubt?

Hat man einen Artikel bereits in einer Zeitschrift oder anderen Publikation veröffentlicht, kommt es darauf an, was mit dem Verlag vertraglich vereinbart wurde. Nach dem Urheberrecht kann grundsätzlich jeder seine Werke nach Ablauf eines Jahres anderweitig veröffentlichen (Paragraf 38 Urheberrechtsgesetz). Das gilt aber nur, wenn im Verlagsvertrag nichts anderes steht. Klar ist die Sache dann, wenn man ausdrücklich vereinbart hat, die Arbeit auch auf einem Repositorium veröffentlichen zu dürfen, zum Beispiel mit einem entsprechenden Vorbehalt. Hat man das nicht, bietet die sogenannte SHERPA/RoMEO-Liste (siehe am Ende unter „Weiterführende Informationen“) erste Orientierung, was die jeweiligen Verlage üblicherweise erlauben. Sie ersetzt aber keine Anfrage und rechtsverbindliche Erlaubnis des Verlags.

Seit 2014 gilt in Deutschland zudem ein spezielles Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Beiträge. Es greift auch dann, wenn in Verträgen etwas anderes steht, jedoch nur unter einer Reihe einschränkender Bedingungen: So muss der Beitrag im Rahmen öffentlicher Forschungsförderung entstanden sein, in einer Zeitschrift oder mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen sein und ein Jahr seit Erstveröffentlichung vergangen sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, darf nur das akzeptierte Manuskript des Autors, nicht jedoch der bearbeitete Text im finalen Layout online veröffentlicht werden. Gewerbliche Zwecke dürfen mit der Zweitveröffentlichung nicht verfolgt werden. Printveröffentlichungen sind nicht umfasst.