Team- und Auftragsarbeit: Wem gehört was?

Arbeiten Studierende oder wissenschaftliche Mitarbeiter an einer Veröffentlichung des Lehrstuhls mit, stellt sich die Frage, wem die Rechte daran gehören. Das Urheberrecht in Deutschland ist immer an einen „Schöpfer“ gebunden, sodass zum Beispiel eine Universität oder eine andere juristische Person nie Urheber sein kann. Allerdings können diese Einrichtungen Nutzungsrechte erwerben, zum Beispiel durch Verträge. Gerichte gehen davon aus, dass das auch ohne ausdrückliche Vereinbarung geschehen kann. Das gilt in der Regel dann, wenn die Veröffentlichung in einem Arbeits- oder einem anderen Dienstverhältnis geschaffen wird und wenn der Urheber „in Erfüllung seiner Verpflichtungen“ handelt. An regulären Haus- oder Abschlussarbeiten erwerben Hochschulen keine Rechte, denn die Studierenden sind nicht ihre Angestellten. Bei Lehrbeauftragten, Hochschullehrern und Professoren wiederum geht man allgemein davon aus, dass sie nach dem Grundsatz der Wissenschaftsfreiheit weisungsfrei forschen und arbeiten – und daher üblicherweise der Hochschule nicht stillschweigend Nutzungsrechte einräumen. Hier müsste es also ausdrückliche vertragliche Festlegungen geben, sonst bleiben sie alleinige  Rechteinhaber. Anders ist es mit wissenschaftlichen Mitarbeitern, studentischen Hilfskräften und bei Beschäftigten in ähnlichen Dienstverhältnissen. Dann gilt die „Freiheit der Forschung“  nicht so umfassend wie bei Professoren. Daher erwirbt die Einrichtung, für die sie arbeiten, Nutzungsrechte wie bei anderen Angestellten auch.

 

Teamarbeit: „Gehilfe“ oder „Miturheber“?

Bei Team- und Auftragsarbeiten kommt es darauf an, wer welchen Beitrag leistet. Sammelt zum Beispiel ein Student Material für einen Professor oder fügt dem Text einzelne Fußnoten hinzu, wird er rechtlich meist als „Gehilfe“ gelten, der keine eigenen Rechte an der Veröffentlichung erwirbt. Dagegen wird er zum „Miturheber“, wenn er einen schöpferischen Beitrag leistet, zum Beispiel durch eigene Zusammenfassungen, selbst erstellte Kapitel und so weiter. Die Grenze zwischen beiden Varianten ist allerdings fließend. Neben dem Urheberrechtsgesetz regelt das Hochschulrahmengesetz (Paragraf 24), dass als Mitautor genannt werden muss, wer einen „eigenen wissenschaftlichen oder sonstigen wesentlichen Beitrag“ zu einer Veröffentlichung leistet. Wenn der Beitrag für Miturheberschaft reicht, können im Zweifel nur alle Miturheber gemeinsam die Rechte am Ergebnis regeln. Über eine Veröffentlichung und Rechteeinräumung an einen Verlag müssen sich dann also alle Miturheber einig sein.