Der sichere Weg: Fragen, Verständigen, Recherchieren

Fans sollten Rechteinhaber um Erlaubnis fragen, wenn sie geschützte Inhalte nutzen wollen. Auch Spielehersteller, Fußballvereine und Bands sind interessiert an einer lebendigen Fankultur, und stellen beispielsweise Fotos zur Verfügung. Wichtig kann auch sein, von Anfang an deutlich zu machen, dass es sich um eine private Fanseite handelt, und nicht um eine offizielle Seite des Idols oder Vereins. Entsteht ein anderer Eindruck, können schnell Markenrechte ins Spiel kommen oder verletzt werden. „Die Vereine begeben sich ja in Gefahr, dass zum Beispiel unter Verwendung ihrer Wappen und Logos Botschaften transportiert werden, die möglicherweise dem Verein zugerechnet werden“, sagt der Würzburger Rechtsanwalt Boris Haigis, der sich mit der Fankultur in der Bundesliga beschäftigt. Hinter Popstars, Vereinen oder einer Computerspiel-Saga stehen zudem große Vermarktungsinteressen. Wer signalisiert, mit den offiziellen Webseiten seiner Idole nicht konkurrieren zu wollen, kann eher auf eine Kooperation, vielleicht sogar auf exklusive Inhalte hoffen.

 

Freie und gemeinfreie Inhalte

Lohnen kann sich für Fans auch die Suche nach Inhalten, die unter eine freie Lizenz gestellt sind, zum Beispiel unter Creative Commons. Auf Fotoplattformen wie Flickr.com finden sich neben regulär geschützten auch frei lizenzierte Bilder. Über die Suchfilter lassen sich gezielt Creative Commons-Inhalte finden. Entsprechend den Vorgaben der jeweiligen Lizenzen dürfen diese Inhalte dann online gestellt werden, je nach Typ der Creative Commons-Lizenz sogar kommerziell. 

Ausnahmen gibt es aber auch hier: Denn wenn diese Inhalte von jemandem „freigegeben“ wurden, der selbst gar nicht das Recht dazu hatte, haben die Creative Commons-Lizenzen keine rechtliche Wirkung und es kann zu Rechtsproblemen kommen. Zudem umfasst die Lizenz nur die Rechte, über die Urheber bestimmen können. Trotz Creative Commons-Lizenz kann es daher beispielweise problematisch sein, ein Paparazzi-Foto weiterzuverwenden, das die abgebildete Person in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Auch Markenrechte werden nicht mitlizenziert. Sie kommen dann ins Spiel, wenn Inhalte im „geschäftlichen Verkehr“ genutzt werden, wozu auch der Betrieb einer Fansite zählen kann (aber nicht muss).

Auch „gemeinfreie“ Werke, deren rechtlicher Schutz abgelaufen ist, werden zunehmend ins Netz gestellt, etwa von Museen, Bibliotheken und Archiven. Wer eine Literaturseite betreibt, kann zum Beispiel auf der Plattform Wikimedia Commons ein Portrait des Dichters Oscar Wilde finden, an dem keine Rechte mehr bestehen. Mit Blick auf aktuelle Stars oder bestehende Vereine ist solches Material aber kaum vorhanden. Sogar simple Schnappschüsse sind mindestens 50 Jahre ab dem ersten Erscheinen geschützt, kreative Werke sogar bis 70 Jahre nach dem Tod ihres Urhebers.

Damit gar nicht erst ein Anwaltsschreiben im Briefkasten landet, sollten Fans im Umgang mit Inhalten in jedem Fall ein paar Regeln beachten und keinen Mythen aufsitzen.