Mythos 1: Nicht kommerziell ist alles erlaubt

Viele Fans verdienen mit ihren Blogs, Foren und Internetportalen kein Geld. Doch die oft verbreitete Ansicht, die Nutzung von urheberrechtlich geschütztem Material auf nicht kommerziellen Webseiten sei generell zulässig, basiert auf einem Irrtum. Anders als das US-Recht mit seiner Fair-Use-Klausel unterscheidet das deutsche Urheberrecht zunächst nicht zwischen kommerzieller und unkommerzieller Nutzung. Das entscheidende Kriterium ist zumeist die Frage, ob man Inhalte öffentlich zugänglich macht. Wenn Urheberrechtsverletzungen „gewerbsmäßig“ begangen werden, wirkt sich das unter Umständen auf Schadensersatz-Ansprüche aus oder die Grenze zur Strafbarkeit wird erreicht. Die berüchtigten und teuren Abmahnungen sind dagegen auch bei nicht kommerzieller Nutzung möglich. Dafür reicht es schon aus, geschützte Inhalte ohne Erlaubnis öffentlich im Internet zu verwenden.

Wer seine Fanseite kommerziell betreibt, muss jedoch bei freien Inhalten aufpassen, nur Inhalte unter einer solchen Creative Commons-Lizenz zu nutzen, die das erlauben. Aus den einzelnen Lizenzbausteinen ergeben sich sechs verschiedene Lizenzen. Der Baustein mit dem Kürzel „NC“ (Non-Commercial) erlaubt nur die nicht kommerzielle Nutzung. Wo in diesem Sinne die Grenze zu „kommerziell“ genau liegt, ist nicht immer eindeutig. Manche sehen es zum Beispiel bereits als kommerziell an, wenn auf einer Webseite Google-Anzeigen geschaltet sind. Der Lizenztext definiert, dass als „kommerziell“ solche Nutzungen einzuordnen sind, die „vorrangig auf einen geschäftlichen Vorteil oder eine geldwerte Vergütung gerichtet sind“. Nutzt man Creative Commons-Inhalte gegen die Lizenzbestimmungen, erlischt die Lizenz und man verletzt Urheberrechte.