Mythos 5: Einbetten ist immer unproblematisch

Urheberrechtlich betrachtet ist das Einbetten fremder Inhalte tatsächlich in der Regel unproblematisch. Der Europäische Gerichtshof hat hier entschieden, dass das Einbetten Urheberrechte normalerweise gar nicht berührt. Das gilt jedenfalls dann, wenn das eingebettete Werk bereits frei im Web zugänglich ist und für das Einbetten keine anderen technischen Verfahren verwendet werden als bei der Herkunftsseite. Das trifft zum Beispiel auf YouTube-Videos zu, die von Rechteinhabern wie etwa Fernsehsendern selbst dort eingestellt wurden.

Problematisch jedoch kann das Einbetten unter Umständen sein, wenn es an der ursprünglichen Quelle ohne Erlaubnis hochgeladen wurde. Ein von der Kinoleinwand abgefilmtes Video auf dubiosen Portalen sollte man auf jeden Fall lieber nicht einbetten. Mehr zu dieser Frage findet sich auch im Artikel Leihen, Downloaden, Streamen, Aufnehmen – Filme sehen im Internet.

Unabhängig vom Urheberrecht können aber auch beim Einbetten andere Regelungen ins Spiel kommen. Bei strafbaren Inhalten, etwa der Verwendung von NS-Symbolen, kann das Einbetten oder das Verlinken bereits problematisch sein. Daneben können auch Videos Persönlichkeitsrechte verletzen. Ob das Einbetten oder Verlinken in solchen Fällen problematisch ist, hängt besonders davon ab, ob man sich die inhaltliche Aussage „zu eigen macht“. Für das Einbetten gibt es also keinen Freibrief.