Goldene Regel: Rechne damit, dass fremde Inhalte geschützt sind

Im Internet könnte man manchmal auf den Gedanken kommen, dass alle Inhalte frei nutzbar sind. Freunde nutzen das Portrait eines Stars oder ein Comicbild als Profilfoto im Sozialen Netzwerk. Musikblogs strotzen vor Konzertvideos, Fans covern auf YouTube die Lieder ihrer Idole. Doch vielfach verbergen sich hinter diesen Vorgängen Urheberrechtsverletzungen, weil niemand die notwendigen Rechte eingeholt hat, um die Inhalte im Netz öffentlich zugänglich zu machen. Die braucht man auch dann, wenn man das entsprechende Bild mittels Grafikprogramm bearbeitet oder verfremdet und es dann erneut veröffentlicht. 

Die eigentliche Rechtslage hat mit der Realität im Netz aber oftmals wenig zu tun. Viele Rechteinhaber gehen nicht oder nur gegen manche Verstöße vor – teilweise weil es zu aufwändig wäre oder sie ein Interesse an einer vielfältigen Fankultur haben. Allerdings sollten Fans nicht auf die Untätigkeit der Rechteinhaber setzen. So aufregend der mit Hip-Hop unterlegte Zusammenschnitt der besten Dribblings und Tore des Fußballstars Mesut Özil auch sein mag: Man müsste unzählige Rechte etwa von Fernsehsendern, Plattenfirmen, Komponisten und anderen Beteiligten besitzen, um ihn legal zu veröffentlichen. Die Faustregel: Fremde Werke (Text, Audio, Foto, Video) sind urheberrechtlich geschützt.