Eigene Inhalte und Aufnahmen

Angesichts der rechtlichen Hürden bei der Nutzung fremder Inhalte, sind Fanseitenbetreiber gut beraten, wenn sie auf eigene Inhalte setzen. Doch auch wer selbst Inhalte erstellt, sollte einige Regeln beachten.

Verbote auf Veranstaltungen
Auf Konzerten lässt sich regelmäßig beobachten, wie hunderte Besucher ihre Smartphones und Digitalkameras in die Höhe strecken, fotografieren und filmen. Was viele dabei nicht wissen oder ignorieren: Oftmals haben die Veranstalter das Fotografieren ausdrücklich verboten oder versuchen es zumindest stark zu reglementieren. Während Aufnahmen für den Privatgebrauch in der Regel trotzdem geduldet werden, gibt es bei Veröffentlichungen unter Umständen Ärger.

Grund dafür ist einerseits, dass neben den Rechten der Urheber sogenannte Leistungsschutzrechte bestehen, die ausübende Künstler, aber auch Veranstalter besitzen. Daneben können Veranstalter entsprechende Verbote oder Sonderregeln auch auf ihr Hausrecht stützen – zum Beispiel bei Sportveranstaltungen, bei denen die Sportler ja normalerweise kein künstlerisches Werk aufführen. Der Fußball-Ligaverband beispielsweise achtet darauf, dass ohne Genehmigung keine Spielszenen gefilmt und veröffentlicht werden. Entsprechend zeigen Fanvideos oftmals nur die Zuschauer auf den Tribünen oder selbstgemachte Animationen von Spielzügen. Sehr weitgehend sind häufig auch Vorgaben, die Konzertveranstalter Fotografen machen wollen – auch sie stützen sich auf das Hausrecht. 

Vorsicht bei Promi-Fotos
Auch wer seine Stars selbst fotografiert oder filmt, darf die Bilder nicht unbedingt ins Netz stellen. Prinzipiell gilt das „Recht am eigenen Bild“ (Paragraf 22 Kunsturhebergesetz): Bildnisse dürfen dem Grundsatz nach „nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.“ Auf der sicheren Seite ist man als Fan also, wenn man die abgebildete Person um Erlaubnis fragt, bevor man ein Foto oder Video veröffentlicht. Eine solche Einwilligung kann auch implizit gegeben werden, doch nur weil ein Star sich mit einem Fan ablichten lässt, muss er nicht unbedingt auch einer Veröffentlichung zustimmen.

Wer nicht gefragt hat, kann sich im Streitfall unter Umständen auf Ausnahmen vom Recht am eigenen Bild berufen. Sie gelten etwa, wenn abgebildete Personen nur „Beiwerk“ des eigentlichen Bildmotivs sind, bei öffentlichen Veranstaltungen wie Demonstrationen oder wenn das Bild einem „höheren Interesse der Kunst“ dient. Auch bei sogenannten „Bildnissen aus dem Bereiche der Zeitgeschichte“ sind Veröffentlichungen ohne Erlaubnis möglich (Paragraf 23 Kunsturhebergesetz). Wann welche Ausnahmen im Einzelfall gelten, lässt sich nicht pauschal sagen. Letztlich muss immer das Interesse an einer Veröffentlichung gegen das des Betroffenen abgewogen werden. Mehr Informationen dazu bietet der Artikel Fotos und Urheberrecht: Auf Motivsuche.

Computerspiele: Darf man Screenshots und Videos weiterverbreiten und veröffentlichten?
Im Netz huldigen Fans ihren Lieblingsspielen mit tausenden Foren und Seiten. Sie dokumentieren ihre Punktestände, geben sich Tipps für knifflige Rätsel und kommentieren den neuesten Teil des Spiels. Vielfach werden dabei Screenshots und Spielevideos ins Netz gestellt. Die gute Nachricht: Nur ganz selten gibt es deshalb Ärger. Den Spielerherstellern kann im Grunde nichts Besseres passieren, als wenn ihre virtuellen Welten eine reale Fan-Community begründen.

Rein rechtlich könnten die Hersteller die Verbreitung von Bildern, Screenshots und Spielevideos allerdings unterbinden, da es sich auch bei einem Computerspiel oder Teilen davon um ein urheberechtlich geschütztes Werk handelt (siehe auch Artikel Was darf ich mit gekauften Games machen?). In der Praxis wird das unterschiedlich gehandhabt – und unter Umständen dann relevant, wenn Inhalte aus Computerspielen genutzt und damit Werbeeinahmen erzielt werden. Viele Hersteller haben mittlerweile auch eigene Regeln aufgestellt, nach denen man sich erkundigen sollte. Eine Nutzung ohne explizite Erlaubnis kann unter Umständen das Zitatrecht ermöglichen. Wer beispielsweise über ein bestimmtes Rätsel in einem Rollenspiel schreibt, darf mit einem Screenshot belegen, worum es geht. Auch der Filmkritiker, der über eine bestimmte Szene schreibt, kann sie mit einem Standbild zitieren. Zentral ist die Auseinandersetzung mit dem zitierten Inhalt (siehe Mythos 3). Es darf nicht der bloßen Illustration dienen.

Sonderfall: Fan-Art
Viele Fans zeichnen ihre Idole oder Figuren aus Spiele- und Fantasy-Welten, und binden sie in eigene Werke ein. Diese Form der Kunst nennt sich Fan-Art. Auch wenn es sich dabei um eine selbst erstellte Zeichnung handelt, kann diese Kunst gegen das Urheberrecht verstoßen, da Werke auch in abgewandelter Form geschützt sind. Vieles bewegt sich zumindest in einer Grauzone, denn Fan-Art soll möglichst nahe an das Original herankommen, die Vorlage soll erkennbar sein. Ausnahmeregeln wie die „freie Benutzung“, nach denen man geschützte Werke unter bestimmten Bedingungen verwenden kann, um etwas ganz Neues damit zu schaffen, helfen daher meist nicht weiter. Möglicherweise sind auch Markenrechte und Namensrechte betroffen.

Ob Fan-Art wiederum bereits ein eigenes Werk darstellt und damit auch eigens geschützt ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Viele Formen der Fan-Art haben Tradition wie etwa bei Manga-Comics, sind eigentlich nicht erlaubt und werden häufig dennoch geduldet. Wer auf die Idee kommt, eigene Comics mit einer kleinen schwarzen Maus mit großen Augen und runden Ohren namens „Micky Maus“ zu verkaufen, sollte allerdings mit Post des Walt Disney-Konzerns rechnen.