Die Bösen

Stereotype Rollenmuster in digitalen Spielen

Der Gegenpart des Helden ist der Bösewicht. Bösewichte sind klar definiert und folgen dem Klischee unzähliger Filme. Sie sind von Machtgelüsten besessen und wollen andere ausbeuten oder unterjochen. Dazu haben sie einen perfiden Plan ausgeheckt, der mit Hilfe weiterer Mitstreiter, den so genannten Level-Bossen, umgesetzt werden soll. Nach und nach arbeitet sich der Held an der Schurkenleiter hoch und besiegt die Schergen des Oberbösewichtes und stellt sich ihm dann heldenhaft in einem finalen Kampf. Und in Stein gemeißelt ist es, dass der Böse verliert.

Screenshot: „Mass Effect 3“ (EA)
Screenshot: „Mass Effect 3“ (EA)

Bösewichte werden zumeist einfach gezeichnet, anhand Muster wie Aussehen, dunkle Kleidung, Narbe im Gesicht usw. Ebenfalls sind bestimmte Nationen schon per se hervorragend als Schurken geeignet. Nazis waren in vielen Weltkriegs-Spielen die Bösen. Russen eignen sich ebenfalls sehr gut als Schurken. In neueren Ego-Shootern, wie den beiden Modern Warfare Spielen bedrohen russische Ultranationalisten die freiheitlich westliche Welt. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, verbrüdern sich die Ultranationalisten mit Amerikas neuem Feindbild, den Arabern, die ja bekanntlich alle mit dem Palästinenserschal unterwegs sind. Sicherlich ist es nicht einfach, Schurken zu entwerfen, ohne jemandem auf den Schlips zu treten. Zwar muss es in Kriegs-Action-Abenteuern nun mal böse Nationen geben, aber die sollten nicht so schemenhaft und eindimensional gezeichnet werden.

Wie klischee- und vorurteilsbehaftet manchmal Entwickler sind, erkennt man leider an diesem Beispiel: in der Fortsetzung „Modern Warfare 2“ (USK 18) ist ein Multiplayer-Level in Pakistan angesiedelt. Obwohl Pakistanis die arabische Schrift verwenden, sprechen sie Urdu und eben nicht arabisch. Im Level selber ist jedoch arabisch auf Wänden und Plakaten zu lesen.