Bericht vom EuroDIG 2020 von Youth Panelistin Kathrin

Konstanz, Deutschland statt Trieste, Italien. Alleine in bequemen Hosen und Adiletten im WG- Zimmer vor dem Laptop statt mit hunderten von Menschen in Konferenzräumen. Wie unglaublich viele Dinge dieser Tage konnte auch der EuroDIG (European Dialogue on Internet Governance) nicht vor Ort stattfinden. Dennoch waren wir froh, dass es möglich war, die Konferenz online durchzuführen. Mein allgemeines Fazit zum EuroDIG ist also auf jeden Fall positiv.

Das Online-Format hat verständlicherweise dazu geführt, dass weniger Menschen sich mündlich zu Wort melden konnten. Der Chat war dafür jedoch häufig überflutet von Fragen, Anmerkungen, Zustimmungen und Diskussionsbeiträgen. Besonders cool war auch, dass man Referent*innen auch privat längere Rückfragen stellen konnte, danke an dieser Stelle für die Diskussionen!

Es gab wie immer viele interessante Workshops, Panels und Keynotes.

Schon die Pre-Events waren mega spannend und ich konnte viel aus den Sessions mitnehmen, wie z.B. aus der Session zu „COVID-19 pandemic – lessons learned for children’s safety“, in der es darum ging, wie soziale Aspekte der Schule, die im aktuellen Online-Unterricht wegfallen, kompensiert werden können. Leider scheint es hier keine einfachen Antworten für alle zu geben. Auch sexuelle Belästigungen haben aktuell online stark zugenommen und die existierende Regulierung und Strafverfolgung reicht bei weitem nicht aus.

In der “Youth Coalition on Internet Governance – Creating synergies and the way forward” traf ich viele Bekannte vom YouthSummit 2019 in Berlin. Der Austausch zum IGF und die Planung für unser Treffen 2020 war super wichtig. Als Jugendliche sind wir eine Stakeholdergruppe, die sich mit Stipendien und Fellowships Reisekosten selbst finanziert und deswegen ist Vernetzung bei uns auch immer ein großes Thema.

Ein weiteres Highlight war der von Insafe und dem deutschen Awareness Centre klicksafe organisierte Workshop „Social media – opportunities, rights and responsibilities“, in dem das Thema Fake News/Falschinformation eine wichtige Rolle spielte. Es war spannend zu hören, was Politik, Medien und Unternehmen hierzu unternehmen. Besonders Social Media Angebote wie News-WG, ZDFinfo, logo und Deuschland 3000 der öffentlich-rechtlichen Medien haben mich beeindruckt. Handlungsbedarf besteht aus meiner Sicht jedoch noch im Umgang mit Telegram-Channels von Verschwörungsideologen.

Auch Nachhaltigkeit spielt im Kontext der Internet Governance eine immer stärkere Rolle. Unter dem Motto „Greening Internet governance - Environmental sustainability and digital transformation” wurde diskutiert, wie IG zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen kann und welche rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für diesen Wandel nötig sind. Dieses Thema spielt auch schon beim deutschen Jugend-IGF eine wichtige Rolle und es gibt spannendes Material dazu.

Last but not least möchte ich die Forderungen der YouthDIG unterstützen und mich bei den Organisatoren bedanken. Bis nächstes Jahr, hoffentlich live in Trieste!

Weitere Infos zur Veranstaltung sowie Möglichkeit zur Diskussion im Forum gibt es auf dem EuroDIG Wiki.

Einen weiteren Bericht zum EuroDig 2020 aus Sicht der Jugendlichen gibt es auf www.betterinternetforkids.eu.