So schützen Sie Ihre Privatsphäre im Netz

09.02.2010 |
Um die eigenen Daten im Internet zu schützen, sollte sich jeder Nutzer darüber klar werden, wo er überall Datenspuren hinterlässt, und wie viele davon er wirklich bereit ist zu hinterlassen. Selbstverantwortung in Bezug auf die eigenen Angaben und Webgewohnheiten ist der Schlüssel zum Schutz der persönlichen Privatsphäre im Netz. Die folgenden „klicksafe“-Tipps geben Orientierung, wie man in unterschiedlichen Bereichen Datenmissbrauch vorbeugen kann:

Soziale Netzwerke

  • Das richtige Netzwerk wählen:  Die zahlreichen sozialen Netzwerke im Internet richten sich an verschiedene Zielgruppen. Die Wahl des richtigen Netzwerks erleichtert nicht nur die Suche nach Leuten mit ähnlichen Interessen, sie dient auch als Schutz. Das gilt besonders für Kinder. So gibt es etwa Netzwerke speziell für Mädchen (vgl. LizzyNet: www.lizzynet.de). Auch für Kinder unter zwölf Jahren gibt es eigene Communities (z.B. „Netztreff“: www.kindernetz.de/netztreff), denn die haben bei den vielbesuchten Netzwerken „schülerVZ“ (www.schuelervz.de ) und „Wer kennt wen“ (www.wer-kennt-wen.de) noch nichts verloren.
  • Nicht zu viel Persönliches preisgeben: Persönliche Daten sind der Schlüssel zum privaten Bereich. Deshalb sollte man möglichst sorgsam damit umgehen. Überdenken Sie, ob Sie ihren richtigen Namen angeben müssen oder kürzen Sie wenigstens ihren Nachnamen zum Initial ab. Privatanschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, ICQ-Nummern und erst recht Passwörter und Kontonummern gehören nicht in ein öffentliches Netzwerk. Auch politische und religiöse Einstellungen, der Gesundheitszustand und sexuelle Interessen sollten nicht über ein öffentliches Profil ausgetauscht werden.
  • Bilder sorgsam auswählen: 60 Prozent der Netzwerker zeigen sich auf Fotos gemeinsam mit Freunden und Familienmitgliedern. Doch Vorsicht ist geboten bei kompromittierenden Fotos in spärlicher Bekleidung oder beim Alkoholkonsum. Man weiß nie, wo solche Bilder wieder auftauchen können, also besser gar nicht erst reinstellen.
  • Standardeinstellungen ändern: Die meisten Netzwerke bieten Nutzern die Möglichkeit, bestimmte Angaben von sich besonders zu schützen, z. B. dass nur Freunde Fotoalben einsehen dürfen. Das funktioniert aber nicht automatisch, dafür muss man die Standardeinstellungen ändern. Wer die Standardeinstellungen nicht ändert, läuft Gefahr, dass sein Name und Profil weltweit für jedermann und auf unabsehbare Zeit über Suchmaschinen recherchierbar ist.
  • Auf den Umgang achten: Überlegen Sie sich genau, welchen der in vielen Netzwerken angebotenen Gruppen sie beitreten wollen. Mitgliedschaften in Gruppen mit problematischen Titeln (vgl. „Wer tanzt, hat nur kein Geld zum Saufen“) können zum Stolperstein werden, zum Beispiel bei Ihrer nächsten Bewerbung, wenn der Personalchef sich im Internet über Sie informiert. Keine Frage, dass erst recht Mitgliedschaften in Gruppen mit extremen Inhalten, in denen etwa Personen gezielt beleidigt werden, ein schlechtes Licht auf Sie werfen.
  • Getrennte Profile anlegen: Wer in mehreren Netzwerken Mitglied ist, kann dort wie im realen Leben auch unterschiedliche Rollen wahrnehmen, z. B. als Schüler, Student, Freund oder Arbeitskollege. Es ist sinnvoll, soziale Rollen auch in sozialen Netzwerken zu trennen, etwa durch verschiedene Pseudonyme und E-Mail-Adressen. Die Verwendung verschiedener Pseudonyme und E-Mail Adressen verhindert, dass Teilprofile im Netz zu einem einzigen, umfassenden Profil kombiniert werden können. So bleibt die Privatsphäre geschützt.
  • Die Rechte anderer achten: Wenn man Daten und Fotos von anderen in Netzwerken veröffentlicht, sollte man sicher gehen, dass derjenige mit dem Gezeigten und der Veröffentlichung auch einverstanden ist. Auch die Privatsphäre anderer muss respektiert werden. Wer sich nicht daran hält und beleidigende oder kompromittierende Inhalte oder Bilder anderer veröffentlicht, riskiert im Extremfall eine Klage.
  • Auf Nummer sicher gehen: Netzwerke sind nicht sicher gegen „Angriffe“ von außen. Grundsätzlich kann jeder, der im gleichen technischen Netzwerk wie Sie unterwegs ist, Datenverkehr im Klartext mitlesen. Die Gefahr ist besonders groß in fremden Netzwerken, wie etwa in Internetcafes und ganz besonders in ungesicherten WLAN-Netzen. Zurzeit verschlüsselt nur XING den gesamten Datenverkehr seiner Nutzer. Benutzen Sie für ihre Community ein anderes Passwort als für andere Onlinedienste (E-Mail, Online-Shopping). Ansonsten könnte ein Angreifer auch dort eindringen und Schaden anrichten.
  • Sich wehren: Wenn jemand Sie in einer Community beleidigt oder ohne ihre Einwilligung Bilder von Ihnen einstellt, dann gilt: Auf Beleidigungen nicht antworten. Denn das ist genau das, was der Angreifer erwartet und erreichen will. Melden Sie den Eintrag beim Betreiber ihres Netzwerkes. Bei massiven Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte gibt es aber nur eins: die Polizei einschalten.








Blogs

  • Eigene Identität schützen: Blogs bieten Gelegenheit, sich über die unterschiedlichsten Dinge auszutauschen. Hier kann man über die Lieblingsmannschaft oder -band diskutieren, sich über Politik unterhalten oder mit anderen Betroffenen Sorgen über Krankheiten oder Nöte teilen. Doch auch dabei gilt: am besten mit einem Spitznamen und einer separaten E-Mail-Adresse anmelden. Denn man möchte ja nicht unbedingt, dass jeder weltweit direkt über Vorlieben oder Erkrankungen im Bilde ist.


Online-Shopping

  • Ohne Daten geht es nicht: Wer den Komfort des Online-Shoppings nutzen will, muss unweigerlich Daten angeben, damit ihn die Ware auch erreicht. Wer solche Spuren nicht hinterlassen möchte, sollte im Laden einkaufen und bar bezahlen.


Online-Banking

  • Schutz vor Phishing-Attacken: Achten Sie genau auf die angezeigte URL-Adresse im Browserfenster! Ist es die geschützte Originalseite der Bank? Das erkennen Sie unter anderem daran, dass die Internetadresse (URL) mit „https://“ beginnt.
    Seien Sie sensibel für alle Ungereimtheiten (z. B. Rechtschreibefehler, da viele Phishing-Attacken aus dem Ausland gestartet werden). Eine ungewöhnliche Anfrage (etwa vier TAN-Nummern angeben zu müssen) sollte Sie sofort stutzig machen. Grundsätzlich gilt: Wenn es Zweifel gibt, die Banktransaktionen sofort abbrechen!


Cookies

  • In jedem Browser haben Sie die Möglichkeit zu sehen, welche Cookies gespeichert sind. Sie lassen sich auch wieder löschen (mit der Einstellung „Browserverlauf löschen“ beim Internet-Explorer bzw. „Private Daten löschen“ bei Firefox). Schwieriger ist dies bei den neueren Flash-Cookies, die im Adobe Flash Reader gespeichert werden. Sie können nur manuell oder per Software (Flash-Cookie-Killer, Flash-Cookie-Manager, CCleaner) gelöscht werden. Für den Browser Firefox gibt es dazu inzwischen eine Browsererweiterung „Better Privacy“ (addons.mozilla.org/de/firefox/addon/6623).


Passwortsicherheit

  • Gute Passwörter erfüllen mehrere Kriterien: Ein gutes Passwort kann man sich selbst leicht merken, ist aber von Fremden schwer zu erraten, nach einem komplizierten Schema aufgebaut, besteht aus Buchstaben (in Groß- und Kleinschreibung), Ziffern und Sonderzeichen und hat viele Stellen. Zum Beispiel: „S1T, swwh“. Um sich die kryptische Zeichenfolge zu merken, hilft ein Merksatz: „S1T, swwh“= „So 1 Tag, so wunderschön wie heute“.

Richtiger Umgang mit Passwörtern:

  • Geben Sie Ihr Passwort niemals preis!
  • Gehen Sie nicht aus einer E-Mail auf die Seite ihres Anbieters, sondern geben Sie die URL direkt ein.
  • Vergewissern Sie sich bei einer Internetnutzung, dass Sie wirklich auf der Seite des richtigen Anbieters sind. Verschlüsselung und Zertifikate  des Anbieters dabei überprüfen (z. B. das Schlosssymbol im Browser)!
  • Ändern Sie ihr Passwort regelmäßig.
  • Konfigurieren Sie ihr System so, dass bereits verwendete Kennwörter abgewiesen werden (Speichern Sie niemals Passwörter auf dem PC oder Browser!).
  • Legen Sie ein Verfallsdatum für Kennwörter fest (Änderung mindestens alle drei Monate), Postfachanbieter wie gmx erinnern Nutzer inzwischen automatisch daran.
  • Legen Sie sich mehrere E-Mail-Adressen zu, etwa eine für private Kommunikation und eine andere für öffentlich-geschäftliche.



Der SAFER INTERNET DAY 2010 (SID) ist der von der EU initiierte weltweite Aktionstag für mehr Internetsicherheit.
klicksafe (www.klicksafe.de) ist eine Initiative im Safer Internet Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt.
klicksafe ist Teil des Verbundes der deutschen Partner im Safer Internet Programm der Europäischen Union. Diesem gehören neben klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie das Kinder- und Jugendtelefon von Nummer gegen Kummer (Helpline) an.

klicksafe (www.klicksafe.de) ist ein Projekt im Safer Internet Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. klicksafe wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (Projektkoordination) und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) umgesetzt.

klicksafe ist Teil des Verbundes der deutschen Partner im Safer Internet Programm der Europäischen Union. Diesem gehören neben klicksafe die Internet-Hotlines internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und jugendschutz.net sowie das Kinder- und Jugendtelefon von Nummer gegen Kummer (Helpline) an.

 

Für Rückfragen und Informationen

Dr. Joachim Kind,
LMK Rheinland-Pfalz,
Tel.: 0621-5202-206,
E-Mail: kind[at]lmk-online.de

Dr. Peter Widlok,
Landesanstalt für Medien NRW,
Tel. 0211-77007-141,
E-Mail: pwidlok[at]lfm-nrw.de

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