Rechtsextremismus online

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Rechtsextremismus im Netz

Eltern
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Im Gespräch bleiben

Den Internetkonsum von Jugendlichen vollständig zu kontrollieren, ist weder möglich noch wünschenswert. Umso wichtiger ist es, dass Sie in Bezug auf die Mediennutzung ein unverkrampftes und offenes Verhältnis haben. So wird Ihr Kind genügend Vertrauen haben, mit Ihnen darüber zu sprechen, wenn es auf verstörende Inhalte gestoßen ist, ohne befürchtenzu müssen, dass der Internetzugang auf dem Spiel steht. Wenn Sie merken oder erfahren, dass Ihr Kind fremdenfeindliche, menschenverachtende oder sonstige hasserfüllte Beiträge gelesen oder gesehen hat, lassen Sie sich die Seite zeigen oder schildern. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, welches Weltbild hinter diesen Aussagen steht und warum diese Beiträge menschenverachtend sind. Sollte Ihr Kind bereits Sympathien für rechtsextreme Ansichten zeigen, bleiben Sie ruhig. Erklären Sie sachlich, worum es sich handelt und welche Absichten die Rechtsextremen haben, die dahinter stehen.

Für rechtsextreme Inhalte sensibilisieren

Klären Sie Ihr Kind darüber auf, dass es bei der Recherche nach bestimmten Schlagworten auf rechtsextreme Inhalte stoßen kann. Sensibilisieren Sie Ihr Kind dafür, solche Seiten auch anhand ihrer Wortwahl/Ausdrucksweise zu erkennen. Wer von "uns Deutschen"schreibt, schließt andere aus und sieht sie als minderwertig an. Wer vermeintlich lustige Witze macht ("Ich klaue wie alle Ausländer"), will vielleicht eher testen, wie Andere darauf reagieren, um mögliche Symphatisanten auszumachen. Sprüche wie "Wir lieben das Fremde in der Fremde" drücken Abgrenzung und Verachtung anderen gegenüber aus und sind nicht zu akzeptieren. Machen Sie Ihrem Kind die geschichtlichen Zusammenhänge klar: Wer gegen Minderheiten hetzt, steht in der Tradition der Nationalsozialisten und ihrer Politik der Vernichtung und Zerstörung. Verweisen Sie auf die Menschenrechte, verdeutlichen Sie, welche Vorteile auch Ihr Kind genießt, weil es in einer demokratischen Gesellschaft aufwächst.

Rechtsextreme Inhalte melden

Ermutigen Sie Ihr Kind, rechtsextreme Inhalte bei geeigneten Stellen zu melden oder Sie dabei um Hilfe zu bitten. Erste Ansprechpartner sind Beschwerdestellen wie jugendschutz.net. Zusätzlich gibt es in Sozialen Netzwerken, auf Videoplattformen oder in Web-Chats in aller Regel Buttons, um unangemessene Inhalte zumelden.
In Foren oder auf anderen Websites kann man sich neben der Meldung an die Beschwerdestelle an die Betreiber wenden.
Zusätzlich können Screenshots und Notizen (Datum, Uhrzeit, so vorhanden Nickname, etc.) als Beweise/Belege angefertigt werden. Je nach Alter können Sie Ihr Kind dabei unterstützen.

Erstellung von Screenshots unter Windows
1. Druck -Taste betätigen
   • kopiert die Bildschirmanzeigein die Zwischenablage
   • ALT + Druck kopiert das aktive Fenster
   • Bei Videos können Probleme auftreten
2. Grafik-Programm (z. B. Paint, ...) oder Schreibprogramm (z. B. Word, ...) öffnen
3. STRG + V zum Einfügen drücken
4. Abspeichern

Autoren und Herausgeber entlarven

Erklären Sie Ihrem Kind generell, dass Texte nicht von sich aus im Internet erscheinen, sondern Herausgeber haben, die bestimmte Interessen verfolgen. Spielen Sie Detektiv und finden Sie gemeinsam heraus, wer welche Botschaften online stellt. Wem darf man glauben? Welchen Hintergrund haben die Autoren und Herausgeber? Warum betont ein Bloganbieter, dass er die freie Meinungsäußerung schützen will, die sowieso durch das Grundgesetzgesichert ist? Was verbirgt sich hintereiner solchen Floskel? Ermuntern Sie Ihr Kind, Profile in Sozialen Netzwerken kritisch zu durchforsten, bevor es Freundschaftsanfragen bestätigt oder andere Nutzer kontaktiert. Welcher Nickname wurde gewählt? Wie sieht das Foto aus? Welche Slogans und Symbole tauchen auf? All dies können erste Hinweise sein. Empfehlen Sie Ihrem Kind, nur Freundschaftsanfragen von persönlich Bekannten zu bestätigen. Trotzdem gilt: Misstrauisch bleiben! Man kann nie wissen, wer wirklich hinter einer Internet-Bekanntschaftsteckt.

Argumente gegen rechtsextreme Ideologien anbieten und selbst aktiv werden

Geben Sie Ihrem Kind geeignete Argumente und Materialien an die Hand, um sich gegen rechtsextreme Parolen oder Kontaktversuche zu wehren.
Bestärken Sie Ihr Kind darin, sich gegen rechtsextreme Propaganda zu stellen und Behauptungen mit Fakten als falsch und verunglimpfend zu entlarven. Wo Gegenrede erhoben wird, signalisiert das: Hier sind Rechtsextreme nicht geduldet.Sollte Ihr Kind in Sozialen Netzwerken aktiv sein, ermuntern Sie es, sich mit Seiten und Gruppen zu verbinden, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus engagieren. Dadurch kann es seine Haltung gegen Hass und Intoleranz zum Ausdruck bringen.
Sprechen Sie in diesem Zusammenhangmit Ihrem Kind auch über das Thema "Datenschutzund Privatsphäre". Private Informationen wie Anschrift, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sollten weder öffentlich noch für alle "Kontakte" sichtbar in Soziale Netzwerke eingestellt werden. Auch bei Gegenkommentaren zu rechtsextremen Äußerungen sollten keine persönlichen Daten preisgegeben werden, die Rückschlüsse auf den vollständigen Namen, den Wohnort oder die Schule ermöglichen. Niemand muss sich der Gefahr aussetzen, im Netz oder im realen Leben von Rechtsextremen bedroht zu werden.

Beratungsstellen, Ansprechpartner,
Aussteigerprogramme

In vielen Bundesländern gibt es eigene Beratungsstellen und/oder Behörden, die Elternberatungen anbieten. Eine Zusammenstellung dieser Adressen finden Sie unter www.netz-gegen-nazis.de. Tippen Sie dort in das Suchfeld "Beratung bundesweit" ein.
Auf der Website www.online-beratung-gegen-rechtsextremismus.de können sich Menschen, die im privaten oder beruflichen Umfeld mit Rechtsextremismus konfrontiert sind, online beraten lassen. Dies ist über E-Mail oder im Chat möglich - einzeln oder gemeinsam mit Anderen. Dieses Angebot ist kostenlos, anonym und streng vertraulich. Auch Einzel- oder Gruppenchats für Eltern werden angeboten. Über diese Website findet man außerdem regionale Beratungsstellen. Ebenfalls unter www.netz-gegen-nazis.de finden sich unter dem Suchbegriff "Neonazi-Aussteigerprogramme" bundes- und landesweit tätige Ansprechpartner, die beim Ausstieg aus der rechtsextremen Szene unterstützend tätig werden. Unter www.verfassungsschutz.de sind unter "Arbeitsfelder"- "Rechtsextremismus" Hotlines für ausstiegswillige Rechtsextremisten gelistet.

Rechtsextremismus im Internet - Tipps für Eltern

In der klicksafe Broschüre finden Sie weiterführende Informationen sowie Tipps.

Pädagogen
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Jugendliche
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Sich selbst im Mitmachnetz klar positionieren!

Neonazis diskutieren in Foren, Gästebüchern, Chats aufs Videoplattformen und in Sozialen Netzwerken über sozialpolitische Themen oder den Nationalsozialismus. Dabei geht es ihnen jedoch nicht um einen konstruktiven Austausch, sondern um die - oft geschickt getarnte - Verbreitung ihrer Propaganda. Sie schüren den Hass auf Minderheiten, streuen geschichtsklitternde Thesen oder halten rechtsextreme Werte wie die Rassenreinheit hoch. Hier gilt es, etwas entgegenzusetzen und die rechtsextreme Propaganda mit faktischen Argumenten als falsch und menschenverachtend zu entlarven. Gleichzeitig signalisiert jede Gegenrede: Neonazis sind hier nicht geduldet!

Fakten kennen!

Wer sich der Auseinandersetzung mit Vertretern rechtsorientierter oder menschenfeindlicher Ansichten stellt, sollte mit Fakten vertraut sein. Rechtsextreme sind nach Meinung von Szenebeobachtern argumentativ immer stärker geworden, sie haben sich also auch in diesem Bereich professionalisert. Gerade in den Themenfeldern, um die es in rechtsextremen Postings immer wieder geht, z. B. Zuwanderung, Holocaust, Kriminalitätsstatistiken von Ausländern, ist Faktensicherheit eine Notwendigkeit. Die Gegenrede sollte außerdem sachlich und genau durchdacht sein. Dazu gehört auch, beim Meinungsäußerer genau nachzufragen und Verallgemeinerungen anzusprechen. Spontane und emotionale Reaktionen oder Beschimpfungen gegen menschenverachtende Äußerungen sind häufig berechtigter Ausdruck von echter Empörung, sie können das Gegenüber jedoch weiter anstacheln und somit das eigentliche Ziel verfehlen: rechtsextreme Hassreden sachlich, ruhig und argumentativ zu bekämpfen.

Seine Identität schützen!

Die Gegenrede mit dem eigenen Klarnamen in einem Blog-Thread oder auf einem rechtsextremen Gruppenprofil im Sozialen Netzwerk ist eine zweischneidige Angelegenheit. Einerseits ist es wichtig, sich als Verfechter von Toleranz und Achtung zu positionieren. Andererseits gehören Diffamierung und Online-Outing mit Namen und Adresse im Kampf rechts gegen links im Web dazu (z.B. Anti-Antifa versus Antifa).
Folgende Verhaltenstipps können dabei helfen, nicht in gefährliche Situationen gebracht zu werden: Wer sich unsicher ist, sich bedroht fühlt oder Angst hat, in zweifelhafte Diskussionen verstrickt zu werden, sollte die Aktivität abbrechen und den fraglichen User eventuell beim Betreiber der entsprechenden Webseite melden. Grundsätzlich sollte man darauf achten, welche Informationen man im eigenen Profil veröffentlicht, und sorgsam mit den Sicherheitseinstellungen, die das Netzwerk bietet, umgehen (das Profil beispielsweise nur für Freunde sichtbar machen).

Solidarität mit den Opfern

Wenn im Netz jemand durch Rechtsextreme beleidigt oder angegriffen wird, ist es für die Betroffenen sehr hilfreich, wenn sich andere User für sie einsetzen. Sie bekommen dadurch das Gefühl, dass sie nicht alleine sind. Beim Antworten auf rechtsextreme Sprüche oder Bilder geht es also auch darum, für andere einzustehen. Gerade in Bezug auf die Social Media sollte man sich bewusst machen, dass es neben denen, die sich aktiv beteiligen – die „posten“, „liken“, „sharen“ und kommentieren – auch immer die gibt, die schweigend mitlesen. Daher haben Beiträge schnell eine Signalwirkung, gerade wenn es darum geht, offen Solidarität zu zeigen, wenn jemand beleidigt oder verleumdet wird oder wenn gegen Minderheiten gehetzt wird. Einen Kommentar abzugeben, hat mehr Wirkung, als man annimmt! Mehrere Soziale Netzwerke, darunter auch wer-kennt-wen und YouTube, sprechen sich in der gemeinsamen Kampagne „Soziale Netzwerke gegen Nazis“ gegen Hass auf ihrer Plattform aus
(www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de)
. Sie ermuntern ihre Besucher durch verschiedene Aktionen dazu, sich aktiv im Netzwerk gegen rechtsextreme Hetze zu engagieren. Initiiert wurde diese Kampagne von Netz gegen Nazis, dem Internetportal der Amadeu Antonio Stiftung und der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Mit Webprojekten gegen Neonazis im Netz

Ein einfacher und öffentlich sichtbarer Weg, Stellung für Toleranz und Demokratie zu beziehen, ist das Verwenden von Webbannern auf eigenen Websites, Profilen in Communitys oder eingerichteten Kanälen auf Videoplattformen. Hierdurch wird jedem Besucher auf den ersten Blick deutlich: Hass und Intoleranz werden hier nicht akzeptiert. Viele Internetcommunitys haben in ihre Portale bereits antirassistische Banner integriert. Gerade die Plattformen des Web 2.0 leben von Beteiligung. Hier können sich User einfacher als je zuvor online engagieren: Es existieren viele Gruppen oder Seitenprofile beispielsweise bei Facebook, denen jeder User beitreten und somit seine Unterstützung signalisieren kann. Je mehr User sich offen für Toleranz und gegen Hass und Diskriminierung positionieren, desto kleiner wird der virtuelle Raum für rechtsextreme Propaganda und menschenverachtende Hetze. Und: natürlich können auch eigene Gruppen gegründet und Profile erstellt werden. Jeder kann heute mit einfachen Mitteln einen Weblog betreiben oder selbst gedrehte Videoclips ins Netz stellen. Dies kann auch genutzt werden, um Angebote gegen Rassismus und Diskriminierung zu gestalten: Jeder kann eigene Spots gegen Rechtsextremismus auf Videoplattformen wie YouTube veröffentlichen, auf seinem Profil auf Facebook ein Statement gegen Hass und Diskriminierung abgeben, eine kleine Website erstellen und über Neonazis im Netz, die Zeit des Nationalsozialismus oder eigene Aktionen informieren (Teile diess Textes wurden mit freundlicher Genehmigung von jugendschutz.net von der Seite www.hass-im-netz.info/was-tun/user.html übernommen).

Materialdownload zum Unterrichtsmaterial „Rechtsextremismus hat viele Gesichter“

ZUSÄTZLICHES ARBEITSBLATT ZUM MODUL

klicksafe stellt Ihnen hier ein ergänzendes Arbeitsblatt zum Modul "Rechtsextremismus hat viele Gesichter" zur Verfügung.

Weitere Informationen

Liken. Teilen. Hetzen
Broschüre der Amadeo Antonio Stiftung

Textfeld und Bild

Klickt´s - Geh Nazis nicht ins Netz
Broschüre für Jugendliche

hass-im-netz.info ist ein Informationsangebot zu Rechtsextremismus im Internet von jugendschutz.net.