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Mitglieder des BvD e.V. stellen sich ehrenamtlich als Dozenten zum Thema Datenschutz zur Verfügung

www.youngdata.de

Informationen für junge Leute zum Thema "Datenschutz": www.youngdata.de

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Datenschutz geht uns alle an

Datenschutz - das klingt für Kinder und Jugendliche zunächst ziemlich trocken, kann Ihrem Kind aber Ärger ersparen und helfen, sich im Internet frei zu bewegen. Denn viele Informationen sind eher privat und gehen andere Personen nichts an. Auch Ihre Kinder sollten sich um den Schutz Ihrer Daten kümmern!

Alle Daten, die etwas mit der eigenen Person zu tun haben, zum Beispiel Adresse, Alter oder Interessen, sind „personenbezogene Daten“. Sie verraten viel über die eigene Person und sind kostbar. Für Unternehmen bedeuten sie bares Geld, und sie können von anderen missbraucht werden. Schützt man seine Daten, heißt das Privatsphäre, Anonymität und mehr Sicherheit im Internet! Dies sollte auch jüngeren Internetnutzern klar sein!

Datenschutz ist Ihr gutes Recht

Durch das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ sind persönlichen Daten (wie Name, Adresse, Telefonnummer) in Deutschland sogar per Gesetz vor unerlaubter Verwendung geschützt.
Das bedeutet: Niemand darf diese Daten ohne Einwilligung der betroffenen Person speichern, veröffentlichen oder weitergeben. Ausnahmen gibt es für einige staatliche Einrichtungen, wie zum Beispiel Meldeämter oder die Polizei.

Was aber gilt für Fotos und Filme? Hier gibt es das „Recht am eigenen Bild“: Ausschließlich die abgebildete Person darf entscheiden, welche Bilder von ihr veröffentlicht werden dürfen. Das gilt sogar für Fotos, auf denen das Gesicht verfremdet wurde, die Person aber durch andere Merkmale (wie die Körperhaltung oder eine Tätowierung) eindeutig zu erkennen ist. Ausnahmen gelten für Bilder, auf denen man Teil einer Menschenmenge oder nur „Beiwerk“ ist (Beispiel: Jemand fotografiert den Reichstag und Sie oder Ihr Kind stehen zufällig daneben). Im Internet können Sie von den Betreibern eines Webangebotes schriftlich die Löschung der persönlichen Daten eines noch nicht volljährigen Familienmitglieds verlangen, zum Beispiel das Profil Ihres Kindes in einem sozialen Netzwerk wie Facebook oder SchülerVZ mit sämtlichen Bildern und Texten.

Übrigens:
Wenn Ihr Kind jünger als 18 Jahre alt ist, haben Sie als Eltern bzw. Erziehungsberechtigte bei Veröffentlichungen mitzuentscheiden. Ist Ihr Kind jünger als 14 Jahre, muss Ihr Kind Sie in jedem Fall um Erlaubnis fragen!

Jeder hat ein Recht auf Datenschutz

Ihr Kind sollte nicht nur die eigenen, sondern auch die Persönlichkeitsrechte anderer wahren. Denn: Jeder hat ein Recht am eigenen Wort und am eigenen Bild. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es keine Bilder, Filme und Infos von anderen ins Netz stellt, es sei denn, es hat die Erlaubnis. Generell ist es verboten, falsche Daten über jemanden zu veröffentlichen. Das wäre Rufschädigung und kann sogar bestraft werden. Tipp: Ihr Kind soll sich vorab überlegen, ob es selbst mit der Veröffentlichung entsprechender Fotos, Filme oder Infos einverstanden wäre. Falls nicht, dann sollte man von einer Veröffentlichung absehen! Das ist ein Zeichen von Respekt. Ihr Kind soll nicht die Rechte anderer verletzen – egal ob im Internet oder in der wirklichen Welt.

  • Unter www.irights.info finden Sie weitere Infos zum Thema „Urheberrecht in der digitalen Welt“

So wird Ihr Kind ein Datenprofi in sozialen Netzwerken

Für den Schutz der eigenen Privatsphäre ist Ihr Kind auch selbst verantwortlich. Es sollte darauf achten, wie es sich im Netz zeigt! Geben Sie Ihrem Kind die folgenden Tipps mit auf den Weg:

  • Peinliche Fotos, Filme und persönliche Infos haben im Netz nichts zu suchen. Sie verraten viel über die eigene Person, können später den Ausbildungsplatz kosten und generell Ärger bringen. Arbeitgeber durchforsten heute das Internet, um Bewerber zu überprüfen.

  • Auch Gruppenmitgliedschaften teilen anderen viel von dir mit. Verzichte auf Gruppen wie „Saufen bis der Arzt kommt“, etc. Diese sind nicht die beste Werbung für dich. Hassgruppen, in denen andere gezielt beleidigt werden, sollten in jedem Fall gemieden werden.

  • Sei sorgsam mit deinen Profil-Daten: Lass Anschrift, Telefon- oder ICQ-Nummern (ICQ ist ein Programm zum Nachrichtenaustausch in Echtzeit) weg. Sie sind nicht nötig, wenn du dich innerhalb der Community austauschst. Auch deine private E-Mail-Adresse solltest du nicht jedem geben.

  • Setz deine Profileinstellungen auf privat. Nur Freunde sollten die Angaben sehen.

  • Prüfe, ob du all deine „Online-Freunde“ wirklich gut genug kennst, um ihnen freien Zugang zu deinen privaten Fotos und Daten zu geben. Du weißt nie, was sie mit den Informationen machen!

Das heißt aber nicht, dass Ihr Kind ganz auf persönliche Informationen verzichten muss. Entscheidend ist die Auswahl der richtigen Infos. Überlegen Sie sich einmal gemeinsam mit Ihrem Kind: Welche Daten möchte ich der Welt auf ewig präsentieren? Wenn Ihr Kind ein soziales Netzwerk nicht mehr nutzen will, dann sollte es seine Mitgliedschaft beenden und die Profildaten löschen. So wird das Auffinden persönlicher Daten zumindest erschwert.

  • Zum Schutz vor Missbrauch kann Ihr Kind auch das eigene Profilfoto witzig verändern, sodass man nicht zu erkennen ist: www.netzcheckers.de

Das Internet vergisst nicht

Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, das persönliche Infos, Texte, Filme und Fotos, die ins Internet gestellt werden, ab da nicht mehr privat sind. Einmal im Internet, beginnen diese Daten ein Eigenleben. Sie verbreiten sich, gelangen in Suchmaschinen und Online-Archive, werden von anderen Nutzern kopiert und weitergereicht. Dies alles wieder rückgängig zu machen, ist nahezu unmöglich. Daher gilt: Vorher überlegen, was wirklich alle von einem wissen dürfen!

  • Das Internet-Archiv „WayBack Machine“ speichert Websites als Zeitdokumente dauerhaft ab: www.archive.org

Elektronische Daten-Spuren hinterlässt man unbemerkt

Technische Daten werden automatisch übertragen, ohne dass man es merkt. Gerade dies ist Kindern und Jugendlichen häufig nicht klar. Zwei Beispiele:

  • Jeder Computer, der sich ins Internet einloggt, erhält eine IP Nummer – eine Art „Telefonnummer für das Internet“. Damit lässt sich genau nachvollziehen, wann, wie lange und auf welchen Seiten der Nutzer im Netz unterwegs war. Über die IP-Nummer kann die Polizei bei Straftaten, wie zum Beispiel illegalen Musikdownloads, den Täter ermitteln.

  • Das Kind surft auf der Seite seiner Lieblingsband und sieht kurze Zeit später auf einer anderen Seite eine Werbung für ihre neue CD. Wie kommt das? Schuld daran können Cookies („Kekse“) sein. Cookies sind kleine Datenpakete, die auf dem Rechner gespeichert werden und sich merken, welche Seiten besucht worden sind. So können Unternehmen den Internet-Surfer beobachten und herausfinden, welche Interessen er hat.

  • Überprüfen Sie Ihre Browser-Einstellungen (Browser = Internetprogramm wie Internet Explorer und Firefox) und lassen Sie sich darüber anzeigen, wann eine Seite ein Cookie setzen will. So kann selbst entschieden werden! Die Einstellungen finden Sie unter:
    Internet Explorer: Extras > Internetoptionen > Datenschutz > Erweitert
    Firefox: Extras > Einstellungen > Datenschutz

Nicknames nutzen - unerkannt surfen

Ein guter Nick („Decknamen“) kann dabei helfen, im Internet unerkannt zu surfen. Hierbei ist Erfindungsgeist gefragt – ein Deckname der dem richtigen Namen zu ähnlich ist oder das Alter enthält, hilft wenig. Ihr Kind kann ihn zum Beispiel in Blogs, Chats und Foren benutzen. Machen Sie Ihrem Kind auch klar, dass es sich nicht hinter einem Nick verstecken oder sich als jemand anderer ausgeben soll, um andere gezielt zu beleidigen. Das ist unfair und kann sogar bestraft werden! Auch wenn Ihr Kind in Netzwerken wie zum Beispiel schülerVZ gefunden werden will, sollte es hier zumindest den Nachnamen abkürzen und nicht voll ausschreiben.

  • Je häufiger Ihr Kind das Internet aktiv nutzt, umso sicherer ist es, wenn es verschiedene Nicks verwendet. So bietet Ihr Kind weniger Angriffsfläche für Beleidigungen, Betrug und anderen Datenmissbrauch.

So behält Ihr Kind die Kontrolle über seine Daten

Je mehr Daten Ihr Kind im Internet von sich veröffentlicht, umso weniger können diese kontrolliert werden. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es sich nicht selbst das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nehmen sollte (siehe auch Tipp 2)! Datensparsamkeit lohnt sich und schützt vor bösen Überraschungen. Gemeinsam mit Ihrem Kind können Sie entscheiden, welche persönlichen Daten es ohne Probleme im Netz veröffentlichen darf. Fragen Sie Ihr Kind, ob es seine Daten (noch) im Griff hat!

Häufig ist es aber auch das Problem, dass andere Personen private Dateien, Informationen oder Fotos von Ihrem Kind veröffentlichen. Aus diesem Grunde sollten Sie den eigenen und den „Online-Ruf“ Ihres Kindes regelmäßig mit Suchmaschinen überprüfen und sich anschauen, wie man im Netz erscheint.

Die AGBs – Was der Anbieter mit den Nutzerdaten machen darf

Gerade Kindern und Jugendlichen fällt es häufig schwer, die AGBs, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Internet-Angebots, zu lesen und zu verstehen. Vor allem die hier enthaltene Datenschutzerklärung ist überaus wichtig und sollte genau studiert werden. Der Nutzer erfährt hier, was mit seinen Daten passiert, was gespeichert, weitergegeben oder für Werbung genutzt wird. Bevor Ihr Kind ein Web-Angebot nutzt, prüfen Sie genau, welche Angaben der Anbieter zum Datenschutz macht. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass Sie neue Internetangebote vor einer Neuanmeldung gemeinsam anschauen und prüfen. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es sich bei Fragen jederzeit an Sie wenden kann. Im Zweifel sollte Ihr Kind lieber auf eine Nutzung des Angebots verzichten – auch wenn es häufig schwerfällt.

Hier zwei Beispiele von vielen:

  • Bei vielen Instant Messengern (Programme zum Nachrichtenaustausch in Echtzeit) gibt man allein durch die Nutzung sämtliche Rechte an allen versendeten Inhalten ab. Damit darf der Anbieter des Programms beispielsweise auch an Freunde verschickte Nachrichten speichern, bearbeiten und sogar veröffentlichen.

  • Viele kostenlose E-Mail-Anbieter „lesen“ die Inhalte von E-Mails automatisch nach Schlüsselwörtern aus, um dem Nutzer dazu passende Werbung zu senden.

Andere machen sich ein genaues Bild von Ihrem Kind

Unternehmen wollen möglichst viel von Ihren Nutzern erfahren. Sie haben ein Interesse daran, die Klicks und Angaben, die man auf verschiedenen Seiten gemacht hat, miteinander zu verknüpfen. Alle Daten, die sich über eine Person im Internet finden lassen, können zu einem Nutzerprofil zusammengestellt werden. So können Unternehmen passende Werbung zeigen, oder die Nutzer mit Werbemails zuschütten. Denn je mehr man von einem Nutzer weiß, desto eher kann man ihn zielgenau umwerben. Diese personalisierte Werbung ist häufig so geschickt, dass man gar nicht merkt, wie man vom Kauf bestimmter Produkte überzeugt wird.

Vor Datenmissbrauch ist niemand geschützt

Persönliche Daten sind im Netz nie völlig sicher und können leicht in falsche Hände geraten. Es gibt Kriminelle im Internet (sogenannte Hacker), die Daten stehlen und auch Computerfehler und Datenpannen sind keine Seltenheit. Bei einem großen deutschen Schüler-Netzwerk wurden bereits rund eine Million Profildaten gehackt und illegal weitergegeben. Auch deshalb gilt für Ihr Kind: Überlege gut, was du ins Netz stellst.

Sollten Sie oder Ihr Kind von Datenschutzverletzungen wissen oder selbst betroffen sein, melden Sie diese und gehen dagegen vor! Als Beweis sollte man einen Screenshot („Foto“ vom Bildschirm) machen. Hierzu drücken Sie die Taste „Druck“ auf Ihrer Tastatur, fügen das Bild mit den Tasten „STRG“ + „V“ in ein Bildbearbeitungs- oder Schreibprogramm ein und speichern es ab.

  • Wenn Sie wissen, wer die problematischen Infos oder Bilder im Internet veröffentlicht hat, sollten Sie zunächst diese Person bitten, die Inhalte so schnell wie möglich zu löschen. Geben Sie hier eine konkrete Frist an, bis zu der die Inhalte entfernt sein müssen.

  • Wenn dies nichts bringt, informieren Sie den Betreiber der Seite und bitten um Löschung (Sie finden die Kontaktdaten im Impressum der Internetseite - gesetzlich vorgeschriebene Angabe über den Verantwortlichen für die Internetseite - oder über www.whois.net und www.denic.de). Erklären Sie Ihrem Kind, dass es sich jederzeit bei allen Problemen rund um das Internet an Sie wenden kann.

  • Bei falschen Behauptungen oder Beleidigungen gegen Personen kann auch die Polizei eingeschaltet werden.

  • Die Datenschutz-Aufsichtsbehörden der Bundesländer können Ihnen bei Datenschutzverletzungen ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen.

  • Bei verbotenen oder jugendgefährdenden Inhalten (z. B. pornografische Bilder) sind die Beschwerdestellen, wie etwa www.jugendschutz.net oder www.internet-beschwerdestelle.de, der passende Ansprechpartner.

  • Die Adressen der Datenschutz-Aufsichtsbehörden der Bundesländer finden Sie auf www.bfdi.bund.de

Sicherheitstipps – So sind die Daten Ihrer Familie gesichert

Folgende Sicherheitstipps helfen Ihnen und Ihrem Kind, wichtige Daten zu schützen:

  • Benutzen Sie sichere Passwörter (mindestens 8-stellig, Mischung aus Groß- und Kleinschreibung, Ziffern und Sonderzeichen wie „+-$§%&“) und nicht immer das gleiche. Es sollten nicht der Name eines Haustieres, ein Spitzname oder ähnliche leicht zu erratende Wörter sein. Merksätze können dabei helfen, die Passwörter nicht zu vergessen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es Passwörter nicht weitergeben sollte. So wird verhindert, dass Fremde auf wichtige Daten zugreifen können. 

  • Installieren Sie ein Anti-Virenprogramm und aktualisieren Sie es regelmäßig.

  • Schützen Sie Ihren Computer mit einer Firewall („Brandwand“). Eine Firewall schützt vor Angriffen und unberechtigten Zugriffen aus dem Internet und sollte nie ausgeschaltet werden.

  • Gehen Sie zu Hause kabellos ins Internet? Dann sollten Sie Ihr WLAN-Netzwerk über eine verschlüsselte Verbindung sichern. Von unterwegs sollte man beim kabellosen Surfen keine wichtigen Daten verschicken. Zudem sollte man das WLAN ausschalten, wenn es nicht benötigt wird.

  • Führen Sie regelmäßig Sicherheitsupdates (Update=Aktualisierung) Ihres Betriebsystems durch. Am besten stellen Sie es so ein, dass Sie wichtige Updates automatisch erhalten. So werden Sicherheitslücken geschlossen.

  • Sagen Sie Ihrem Kind, dass es keine E-Mails mit unbekanntem Absender öffnen sollte, vor allem keine mitgeschickten Dateien. Auch sollte es nicht auf unerwünschte E-Mails antworten. Weitere nervige Mails wären die Folge! Am besten legen Sie jedem Familienmitglied zwei verschiedene E-Mail-Adressen an. Eine sollte nur an gute Freunde und Bekannte weitergegeben werden und die andere für alle E-Mail-Angaben im Internet.

Die klicksafe-Tipps zum Downloaden!

Datenschutz-Tipps für Eltern:
So sind persönliche Daten im Internet sicher

Pädagogen
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Praktische Tipps für Lehrkräfte!

  • USB-Sticks sichern! Spezielle Software verschlüsselt den Inhalt von Datenspeichern, der danach nur noch per Passwort zugänglich ist. Einige USB-Sticks bringen diese Möglichkeit beim Kauf schon mit.

  • Starke Passwörter wählen und regelmäßig ändern. Und! Auch wenn es manchmal unbequem ist: Nie Passwörter weitergeben.

  • Löschen Sie auch auf Schulrechnern alle temporären Dateien (Browserverlauf, Cookies etc.).

  • Löschen Sie Schülerdaten auf Schulrechnern und auch auf dem heimischen Rechner nicht über den Windows-Papierkorb. Benutzen Sie sichere Löschprogramme!

  • Heimische Festplatten … sollten ihr Haus nie mehr verlassen und sicher zerstört werden, auch wenn der Computer verkauft oder entsorgt wird. Sie wissen, dass Spezialisten die Daten wieder herzaubern können.

  • Sie dürfen NICHT in Schüler-Handys schauen, auch wenn ein Verdacht auf Missbrauch besteht. Das darf nur die Polizei.

  • Holen Sie sich das generelle Einverständnis bspw. für Fotos in der Klassenliste, den Sitzplan oder Klassenfotos von den Schülerinnen und Schülern und von den Erziehungsberechtigten. Am besten zu Beginn des Schuljahres.

Wer mehr erfahren möchte: Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik finden sich zu allen Tipps genaue Erläuterungen und praktische Anleitungen mit Softwaretipps etc.:
www.bsi-fuer-buerger.de

klicksafe-Zusatzmodul: Ich bin öffentlich ganz privat - Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Web

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1. Datenschutz ist cooler als du denkst

Datenschutz – das klingt ziemlich trocken, kann dir aber Ärger ersparen und hilft dir, dich im Web frei zu bewegen. Denn beim Datenschutz geht es um dich! Nicht alle Informationen über dich und dein Leben gehen jeden etwas an, oder?

Alle Daten, die etwas mit dir und deiner Person zu tun haben, zum Beispiel deine Adresse, dein Alter oder deine Interessen, sind „personenbezogene Daten“. Sie verraten viel über dich und sind kostbar. Für Unternehmen bedeuten sie bares Geld, und sie können von anderen missbraucht werden. Schützt du deine Daten, heißt das Privatsphäre, Anonymität und mehr Sicherheit für dich! Einfach unbezahlbar.

Surf-Tipps:

2. Datenschutz ist dein gutes Recht

Durch das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ sind deine persönlichen Daten (wie Name, Adresse, Telefonnummer) sogar per Gesetz vor unerlaubter Verwendung geschützt. Das bedeutet: Niemand darf deine Daten ohne deine Einwilligung speichern, veröffentlichen oder weitergeben. Ausnahmen gibt es für einige staatliche Einrichtungen, wie zum Beispiel Meldeämter oder die Polizei.

Was aber gilt für Fotos und Filme? Hier gibt es das „Recht am eigenen Bild“: Du entscheidest, welche Bilder von dir veröffentlicht werden dürfen. Das gilt sogar für Fotos, auf denen dein Gesicht verfremdet wurde, du aber durch andere Merkmale (wie die Körperhaltung oder eine Tätowierung) eindeutig zu erkennen bist. Ausnahmen gelten für Bilder, auf denen du Teil einer Menschenmenge oder nur „Beiwerk“ bist (Beispiel: Jemand macht ein Foto vom Reichstag und du stehst zufällig daneben).

Im Internet kannst du von den Betreibern eines Webangebotes schriftlich die Löschung deiner persönlichen Daten verlangen, zum Beispiel deines Profils mit sämtlichen Bildern und Texten.

Übrigens: Wenn du jünger als 18 Jahre alt bist, haben deine Eltern bzw. deine Erziehungsberechtigten bei Veröffentlichungen mitzuentscheiden. Bist du jünger als 14 Jahre, musst du deine Erziehungsberechtigten in jedem Fall um Erlaubnis fragen!

Surf-Tipp:

3. Sei fair mit den Daten anderer

Achte nicht nur auf dich, sondern wahre auch die Persönlichkeitsrechte anderer. Jeder hat ein Recht am eigenen Wort und am eigenen Bild. Also, keine Bilder, Filme und Infos von anderen ins Netz stellen, es sei denn, du hast ihre Erlaubnis. Es ist verboten, falsche Daten über jemanden zu veröffentlichen. Das wäre Rufschädigung und kann sogar bestraft werden. Überlege dir auch immer, ob du selbst mit der Veröffentlichung entsprechender Fotos, Filme oder Infos einverstanden wärst. Wenn das nicht der Fall ist, dann lass es! Das ist ein Zeichen von Respekt. Verletze nicht die Rechte anderer – egal ob im Internet oder in der wirklichen Welt.

Surf-Tipps:

  • Unter www.irights.info findest du weitere Infos zum Thema „Urheberrecht in der digitalen Welt“

  • Auf www.chatiquette.de werden Tipps und Benimmregeln fürs Chatten vorgestellt

4. Sei ein Datenprofi in Sozialen Netzwerken.

Für den Schutz deiner Privatsphäre bist du auch selbst verantwortlich. Achte darauf, wie du dich im Netz zeigst!

  • Logisch, dass peinliche Fotos, Filme und persönliche Infos nichts im Netz zu suchen haben. Sie verraten viel über dich, können dich den Ausbildungsplatz kosten oder mächtig Ärger bringen.

  • Überlege auch, was eine Gruppenmitgliedschaft über dich aussagt. Die Gruppe „Saufen bis der Arzt kommt“ ist vielleicht nicht die beste Werbung für dich. Hassgruppen, in denen andere gezielt beleidigt werden, gehen gar nicht.

  • Sei sorgsam mit deinen Profil-Daten: Lass Anschrift, Telefon- oder ICQ-Nummern weg. Sie sind nicht nötig, wenn du dich innerhalb der Community austauschst. Auch deine private E-Mail-Adresse solltest du nicht jedem geben. 

  • Setz deine Profileinstellungen auf privat. Nur Freunde sollten die Angaben sehen. 

  • Prüfe auch, ob du all deine „Online-Freunde“ wirklich gut genug kennst, um ihnen freien Zugang zu deinen privaten Fotos und Daten zu geben. Du weißt nie, was sie mit den Informationen machen!

Das heißt aber nicht, dass du ganz auf Informationen über dich verzichten musst. Entscheidend ist die Auswahl der richtigen Infos. Überlege: Welche Daten willst du der Welt auf ewig präsentieren? Wenn du ein Soziales Netzwerk nicht mehr nutzen willst, dann solltest du deine Mitgliedschaft beenden und deine Profildaten löschen. So erschwerst du das Auffinden deiner Daten.

Surf-Tipps:

  • So schützt du deine persönlichen Daten in einzelnen Netzwerken: www.watchyourweb.de

  • Zum Schutz vor Missbrauch kannst du dein Profilfoto witzig verfremden: www.netzcheckers.de

  • Tipps für mehr Privatsphäre in schüler- und studiVZ zum Download: “Big brother is watching you!” www.jugendinfo.de

5. Das Internet vergisst nicht

Persönliche Infos, Texte, Filme und Fotos, die du von dir ins Netz stellst, sind ab da nicht mehr privat. Einmal im Netz, beginnen deine Daten ein Eigenleben. Sie verbreiten sich, gelangen in Suchmaschinen und Online-Archive, werden von anderen Nutzern kopiert und weitergereicht. Alles wieder rückgängig machen und löschen? Nahezu unmöglich. Daher: Vorher überlegen, was wirklich alle von dir wissen dürfen!

Surf-Tipps:

6. Elektronische Daten-Spuren hinterlässt du unbemerkt.

Technische Daten werden automatisch übertragen, ohne dass du es merkst. Zwei Beispiele:

  • Jeder Computer, der sich ins Internet einloggt, erhält eine IP-Nummer – eine Art „Telefonnummer für das Internet“. Damit lässt sich genau nachvollziehen, wann, wie lange und auf welchen Seiten du im Netz unterwegs warst. Über die IP-Nummer kann die Polizei bei Straftaten, wie zum Beispiel illegalen Musikdownloads, den Täter ermitteln.

  • Du surfst auf der Seite deiner Lieblingsband und siehst kurze Zeit später auf einer anderen Seite eine Werbung für ihre neue CD. Wie kommt das? Schuld daran können Cookies („Kekse“) sein. Cookies sind kleine Datenpakete, die auf deinem Rechner gespeichert werden und sich merken, welche Seiten du dir angeschaut hast. So können Unternehmen herausfinden, welche Interessen du hast.

Experten-Tipp:
Check deine Browser-Einstellungen und lass dir darüber anzeigen, wann eine Seite ein Cookie setzen will. So kannst du selbst entscheiden! Die Einstellungen findest du unter:
Internet Explorer: Extras > Internetoptionen > Datenschutz
Firefox: Extras > Einstellungen > Datenschutz

7. Nutze Nicknames und surfe unerkannt.

Gib dir einen guten Nick („Decknamen“), wenn du im Internet surfst. Sei hierbei erfinderisch – dein Deckname sollte deinem richtigen Namen nicht zu ähnlich sein. Verwende ihn zum Beispiel in Blogs, Chats und Foren. Verstecke dich aber nicht hinter einem Nick und gib dich nicht als jemand anderer aus, um andere gezielt zu beleidigen. Das ist unfair und kann sogar bestraft werden! Auch wenn du in Netzwerken wie zum Beispiel schülerVZ gefunden werden willst, solltest du zumindest deinen Nachnamen abkürzen und nicht voll ausschreiben.

Experten-Tipp:
Je mehr du im Web aktiv unterwegs bist, umso sicherer ist es, wenn du verschiedene Nicks nutzt. So bietest du weniger Angriffsfläche für Beleidigungen, Abzocke und anderen Datenmissbrauch.

8. Behalte die Kontrolle über deine Daten

Je mehr Daten du von dir verrätst, umso weniger Kontrolle hast du darüber. Nimm dir nicht selbst dein Recht auf informationelle Selbstbestimmung (siehe Punkt 2)! Datensparsamkeit zahlt sich aus und schützt vor bösen Überraschungen. Du hast es in der Hand, welche Daten du über dich ins Netz stellst. Hast du deine Daten (noch) im Griff?
Manchmal haben aber auch andere etwas zu deiner Person veröffentlicht. Wie steht’s um deinen Online-Ruf? Check it! Gib deinen Namen in Suchmaschinen ein und überprüfe, wie du im Netz erscheinst.

Surf-Tipps: Personensuchmaschinen www.yasni.dewww.123people.dewww.spock.com

9. Die AGBs – Was der Anbieter mit deinen Daten machen darf

Oft schwer zu lesen, aber superwichtig: Das sind die AGBs, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Internet-Angebots. Sie enthalten auch eine Datenschutzerklärung. Du erfährst hier, was mit deinen Daten passiert, was gespeichert, weitergegeben oder für Werbung genutzt wird. Bevor du dich auf ein Web-Angebot einlässt, prüfe genau, welche Angaben der Anbieter zum Datenschutz macht. Wenn du die AGBs nicht verstehst, dann hole dir Hilfe. Im Zweifel lieber auf eine Nutzung des Angebots verzichten – auch wenn es häufig schwerfällt.

Hier zwei Beispiele von vielen – Schon gewusst?

  • Bei vielen Instant Messengern (Programme zum Nachrichtenaustausch in Echtzeit) gibst du durch die Nutzung sämtliche Rechte an allen versendeten Inhalten ab. Damit darf der Anbieter des Programms deine an Freunde verschickten Nachrichten speichern, bearbeiten und sogar veröffentlichen.

  •  Viele kostenlose E-Mail-Anbieter lesen die Inhalte deiner E-Mails nach Schlüsselwörtern aus, um dir dazu passende Werbung zu senden.

10. Man macht sich ein genaues Bild von dir

Unternehmen wollen möglichst viel von dir erfahren. Sie haben ein Interesse daran, die Klicks und Angaben, die du auf verschiedenen Seiten gemacht hast, miteinander zu verknüpfen. Alle Daten, die sich über dich finden lassen, können zu einem Nutzerprofil zusammengestellt werden. So können Unternehmen dir passende Werbung zeigen, oder dich mit Werbemails zuschütten. Denn wen man gut kennt, den kann man zielgenau umwerben. Diese personalisierte Werbung ist häufig so geschickt, dass du gar nicht merkst, wie man dich vom Kauf bestimmter Produkte überzeugen will.

Surf-Tipp:
Infos und Tipps zum Thema Datenschutz im Internet: www.datenparty.de

11. Vor Datenmissbrauch ist niemand geschützt

Deine Daten sind im Netz nie völlig sicher. Daten können in falsche Hände geraten. Es gibt Hacker, die Daten stehlen, Computerfehler und Datenpannen. Bei einem großen deutschen Schüler-Netzwerk wurden bereits rund eine Million Profildaten gehackt und illegal weitergegeben. Auch deshalb: Überlege gut, was du ins Netz stellst.

Solltest du von Datenschutzverletzungen wissen oder selbst betroffen sein, zögere nicht, diese zu melden und dagegen anzugehen! Als Beweis solltest du einen Screenshot („Foto“ vom Bildschirm) machen. Drücke hierzu die Taste „Druck“ auf deiner Tastatur, füge das Bild mit den Tasten „STRG“ + „V“ in ein Bildbearbeitungsprogramm ein und speichere es ab.   

  • Weißt du, wer die problematischen Infos oder Bilder im Internet veröffentlicht hat? Dann bitte diese Person, die Inhalte so schnell wie möglich zu löschen.

  • Wenn dies nichts bringt, informiere den Betreiber der Seite und bitte um Löschung (du findest die Kontaktdaten im Impressum der Internetseite oder über www.whois.net und www.denic.de). Sage auch deinen Eltern, älteren Geschwistern oder anderen Erwachsenen, denen du vertraust, Bescheid.

  • Bei falschen Behauptungen oder Beleidigungen gegen Personen kannst du auch die Polizei einschalten. 

  • Die Datenschutz-Aufsichtsbehörden der Länder können dir bei Datenschutzverletzungen ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen.

  • Bei verbotenen oder jugendgefährdenden Inhalten (z. B. pornografische Bilder) kannst du auch Beschwerdestellen, wie etwa www.jugendschutz.net oder www.internetbeschwerdestelle.de, um Hilfe bitten.

Surf-Tipps:

12. Sicherheitstipps – So sicherst du deine Daten.

Folgende Sicherheitstipps helfen deine Daten zu schützen.  

  • Benutze sichere Passwörter (mindestens 8-stellig, Mischung aus Groß- und Kleinschreibung, Ziffern und Sonderzeichen wie „+-$§%&“) und nicht immer das gleiche. Es sollten nicht der Name deines Haustieres, dein Spitzname oder ähnliche leicht zu erratende Wörter sein. Merksätze können dir dabei helfen, die Passwörter nicht zu vergessen. Gib deine Passwörter nicht weiter. So verhinderst du, dass Fremde auf wichtige Daten von dir zugreifen können.

  • Installiere ein Anti-Virenprogramm und aktualisiere es regelmäßig. 

  • Schütze deinen Computer mit einer Firewall („Brandwand“). Eine Firewall schützt vor Angriffen und unberechtigten Zugriffen aus dem Internet und sollte nie ausgeschaltet werden. 

  • Gehst du zu Hause kabellos ins Internet? Dann sichere dein WLAN-Netzwerk über eine verschlüsselte Verbindung. Wenn du unterwegs kabellos surfst, verschicke möglichst keine wichtigen Daten. Schalte dein WLAN aus, wenn du es nicht brauchst.

  • Führe regelmäßig Sicherheitsupdates deines Betriebsystems durch. Am besten stellst du es so ein, dass du wichtige Updates automatisch erhältst. So werden Sicherheitslücken geschlossen.

  • Öffne keine E-Mails mit unbekanntem Absender, vor allem keine Datei-Anhänge. Antworte nicht auf unerwünschte E-Mails. Weitere nervige Mails wären die Folge! Am besten legst du dir zwei verschiedene E-Mail-Adressen zu. Eine gibst du nur an gute Freunde und Bekannte weiter.

Surf-Tipp:

www.handysektor.de – „12 wichtige Tipps vom handysektor“

Die klicksafe-Tipps zum Downloaden!

Datenschutz-Tipps für Jugendliche:
So sind deine Daten im Internet sicher

Videos und mehr …

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