Was ist eigentlich „Big Data“?

Big Data

Der Begriff „Big Data“ ist seit einigen Jahren in aller Munde. Er bezieht sich auf eine völlig neue Dimension der Verarbeitung von Daten. Im Zeitalter von „Small Data“ haben Menschen verschiedene Fragestellungen formuliert und zu ihrer Klärung zum Beispiel Daten in Form einer Umfrage o.ä. gesammelt. „Big Data“ kehrt diese Logik um: auf der Basis sehr großer Datenmengen, die heute im Bereich von Petabytes oder Exabytes liegen, wird mittels mathematischer Verfahren nach Zusammenhängen in Datensätzen gesucht. Egal, ob der Zusammenhang zwischen dem aktuellen Wetter und Kaufgewohnheiten oder zwischen der Wohngegend und der Häufigkeit von Kriminaldelikten: überall können sich für verschiedene Zielgruppen interessante Zusammenhänge verbergen – für Werbeindustrie, Geheimdienste und Polizeibehörden oder Wissenschaft und Forschung. Die Frage nach dem „warum“ verliert an Bedeutung, was zählt ist der statistische Zusammenhang zwischen verschiedenen Phänomenen.  

Film "Big Data" LfM

Der Mensch hinterlässt immer mehr Datenspuren. Experten schätzen, dass vom Beginn unserer Zeitrechnung bis in das Jahr 2003 ca. 5 Milliarden Gigabyte an Daten entstanden sind. Im Jahr 2013 ist dieser „Datenberg“ bereits alle 10 Minuten angefallen.  Mehr zu diesem Thema im Film "Big Data" der Landesanstalt für Medien NRW.

Ist „Big Data“ gut oder böse?

Die hinter „Big Data“ stehenden technologischen Möglichkeiten sind nicht von Natur aus „gut“ oder „böse“, sie verhalten sich aber auch nicht gesellschaftlich neutral, sondern verändern bereits heute das technologisch Mögliche auf einschneidende Art und Weise. Die Ergebnisse von „Big Data – Analysen“ können ebenso für eine wirkungsvolle Bekämpfung von Krebs eingesetzt werden, wie für die flächendeckende Überwachung durch Geheimdienste und Polizeibehörden. Einzige Voraussetzung hierfür: große Datenbestände, die sich mittels mathematischer Verfahren analysieren lassen. Gerade hier liegt aber die aus Perspektive des Datenschutzes grundlegende Problematik: Während Datenschützer immer wieder fordern, dass Daten nur zweckgebunden und nur mit Kenntnis und Einverständnis der Betroffenen gespeichert und ausgewertet werden dürfen, setzt „Big Data“ die permanente Speicherung großer Datenmengen voraus, und dies oft, ohne dass der konkrete Zweck für den diese Daten genutzt werden, bereits bekannt ist.
Ganz egal aber, ob „gut“ oder „böse“. Die technologischen Möglichkeiten von „Big Data“ werden unser aller Leben entscheidend verändern!