Tinder

Die erfolgreiche Flirt- oder Dating-App wird bereits in über 190 Ländern genutzt und ist in mehr als 40 Sprachen verfügbar. Besonders bei jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren ist die Dating-App sehr beliebt. Das Wort "Tinder" bedeutet übersetzt "Zündstoff" und meint, dass Datinginteressierte mithilfe der App herausfinden können, ob sie füreinander Feuer und Flamme sind.

Installation und Profilerstellung

Die Erstellung eines Tinder-Profils ist nur möglich, wenn der User sich damit einverstanden erklärt, die App mit seinem Facebook-Account zu verknüpfen. Dadurch wird es möglich, Bilder und „Gefällt mir“-Angaben vom eigenen Facebook-Account in das Tinder-Profil einzustellen. Weiterhin ist eine Verknüpfung mit dem Instagram-Account des Users möglich, aber nicht zwingend zur Profilerstellung erforderlich. Es entstehen keine Kosten durch Installation oder Nutzung der App, außer man möchte gewisse Premium-Funktionen nutzen.

Funktionsweise

Anders als bei vielen digitalen Dating-Angeboten, übernimmt bei Tinder kein Algorithmus auf Basis eines Persönlichkeitstests die Partnerempfehlung. Stattdessen ist es der Nutzer selbst, der hier die Entscheidungen trifft. Der bedeutsamste Faktor bei Tinder ist der angegebene Umkreis, in dem die App nach potentiellen Vorschlägen für den User sucht. Die Vorschläge, die Tinder dem jeweiligen Nutzer zur Verfügung stellt, können von ihm nur sehr rudimentär durch Faktoren wie Alter, Geschlecht und sexuelle Orientierung beeinflusst werden. Sind diese Faktoren festgelegt, kann es auch schon losgehen. Die Vorschläge werden von Tinder als eine Art Kartenstapel angezeigt. 

Eine solche Karte besteht aus folgenden Inhalten:

  • Profilbild
  • Vorname
  • Alter
  • Gemeinsame „Gefällt mir“-Angaben auf Facebook
  • Gemeinsame Freunde auf Facebook
  • Schule bzw. Arbeitgeber (Optional)

Nun kann der User durch Wischen der Karte in verschiedene Richtungen auf diese Vorschläge reagieren. Die Anzahl der vorgeschlagenen Personen ist begrenzt. Hat man das Limit erreicht, muss man zwölf Stunden warten, bis man wieder ein neues Kontingent zugestanden bekommt. Andernfalls müsste man auf die kostenpflichtige Premiumvariante wechseln, durch die dieses Limit aufgehoben wird. 

Eigenes Profil
Eigenes Profil
Vorgeschlagenes Profil
Vorgeschlagenes Profil
Gegenseitiges Interesse
Gegenseitiges Interesse

Möglichkeiten beim Profilvorschlag

Bei einem Profilvorschlag stehen mehrere Möglichkeiten zur Handlung zur Verfügung.

  • Klick auf den gelben Button: Zurückholen
    Tinder bietet neben der kostenfreien auch eine kostenpflichtige Version der App (Tinder Plus). Eine der zusätzlichen Optionen von Tinder Plus ist der gelbe Reverse-Button. Mit diesem lässt sich eine schon „weggewischte“ Profilkarte wieder zurückholen und neu beurteilen.

  • Wisch nach links: Nope (rotes Kreuz-Icon)
    Wischt Userin Laura (Siehe Bildbeispiel) das Profil von User Nico nach links, bedeutet das, dass sie nicht mit ihm in Kontakt treten möchte. 

  • Wischen nach rechts: Like (grünes Herz-Icon)
    Wischt Laura die Vorschlagskarte von Nico nach rechts, bedeutet das, dass sie Interesse hat, mit ihm in Kontakt zu treten. Die Möglichkeit dazu erhält sie allerdings nur, wenn Nico die Karte von ihr ebenfalls nach rechts wischt. Geschieht dies, öffnet sich im Chatbereich der App ein Fenster, in dem Laura und Nico Chatten können. Weder Laura noch Nico können vor dem Chatbeginn erkennen, ob sie von ihrem Vorschlag gematcht wurden.

  • Wischen nach oben: Super Like (blaues Stern-Icon)
    Die Funktion Super Like steht nur einmal alle zwölf Stunden zur Verfügung. Verwendet Laura diese Funktion bei Nicos Profil, bekommt dieser eine Benachrichtigung, dass man ihn mit einem Super Like markiert hat. Des Weiteren wird Lauras Profilkarte für Nico blau hinterlegt angezeigt.

Melde- und Löschfunktion

Meldefunktion
Melde- und Löschfunktion

Tinder bietet eine schnelle Löschfunktion. Hier kann der Nutzer verschiedene Gründe für das Melden/Löschen eines Profils angeben. Des Weiteren bietet Tinder seinen Usern die Möglichkeit, jederzeit die Verbindung zu einem Match aufzuheben. Danach ist es nur schwer möglich, von dem ehemaligen Match wiedergefunden zu werden.

Risiken bei Tinder

Gerade für junge Menschen birgt Tinder viele Risiken: Durch Screenshots können Informationen und Bilder von Dritten dazu benutzt werden, Fake-Profile zu erstellen. Da Tinder über keine Suchfunktion wie bspw. Facebook verfügt, ist es nur schwer nachzuvollziehen, ob ein Fake-Profil von einem selbst im Umlauf ist.

Fake-Profile sind allgemein ein Risikofaktor auf Tinder, da diese oftmals nur schwer von echten Profilen zu unterscheiden sind. Je weniger Informationen der User in seinem Profil von sich preisgibt, desto eher kann es sich um ein Fake-Profil handeln. Dies birgt auch Gefahren bei der direkten Kontaktaufnahme. 

Da der Tinder-Account mit dem Facebook-Account des Users verbunden ist, verwenden viele User Bilder, die auch in ihrem Facebook-Profil eingebunden sind. Dadurch wird es aber auch für Cyber-Groomer oder Stalker möglich, mithilfe von Screenshoots und der Google-Bildersuche Facebook-Accounts von Tinder-Usern zu finden. Daher ist das Hochladen von Bildern aus dem eigenen Facebook-Account riskant.

Auch beim Thema Datenschutz sollte Tinder hinsichtlich der Verbindung zu Facebook kritisch betrachtet werden. Was mit den eigenen Daten geschehen kann, geht aus den AGBs der App hervor: 

In order to register as a user with Tinder, you will be asked to sign in using your Facebook login. If you do so, you authorize us to access certain Facebook account information, such as your public Facebook profile (consistent with your privacy settings in Facebook), your email address, interests, likes, gender, birthday, education history, relationship interests, current city, photos, personal description, friend list, and information about and photos of your Facebook friends who might be common Facebook friends with other Tinder users.

Mit der Zustimmung zur Installation und dem damit einhergehenden Akzeptieren der AGBs, tritt man an Tinder sensible Daten und Rechte ab. Problematisch ist hierbei auch, dass Tinder die Daten behalten darf, selbst wenn man die App längst deinstalliert und den eigenen Account gelöscht hat. 

Sicherer Umgang mit Tinder

Das vom Dienst empfohlene Nutzungsalter „Ab 18 Jahren“ sollte aufgrund der genannten Risiken und Gefahren eingehalten werden. Dies sollten Eltern ihren jugendlichen Kindern verständlich vermitteln, sofern sich diese vor dem 18. Lebensjahr anmelden wollen oder schon bei Tinder ein Profil besitzen. Eltern haben dann auch die Möglichkeit, Tinder zu melden, wenn das eigene, noch nicht volljährige Kind Tinder nutzt. Tinder wird dann das entsprechende Profil deaktivieren.