Worin besteht die Gefährdung?

Internetinhalte, die Essstörungen in solcher Weise verherrlichen, werden häufig von essgestörten Jugendlichen erstellt bzw. betreut, die selbst keine Therapie anstreben und diese Meinung nach außen hin vertreten. Die Vorbildfunktion, die solche Personen einnehmen können, ist als sehr problematisch anzusehen.

Onlinegemeinschaften im Allgemein faszinieren Jugendliche. Sie bieten die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen und mit diesen den Kontakt zu erhalten. Zudem befinden sich Jugendliche in einer (psychologischen) Entwicklungsphase: hier können sie sich innerhalb ihrer persönlichen Vorlieben und Verhaltensweisen austesten: Wie reagieren andere auf mich? Durch die Bestätigung und Ermutigung anderer innerhalb des eigenen krankhaften Essverhaltens kommt es zu einem als gefährlich anzusehenden „Wir-Gefühl“.

Die dort eingestellten Bilder und Videos verstärken eine verzerrte Wahrnehmung von Körper- und Schönheitsidealen. Es kann dazu kommen, dass Betroffene den Bezug zur Realität verlieren.
Während der Pubertät herrscht generell bei vielen Verunsicherung bezüglich der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Körperbild. Solche Jugendlichen, die bereits Anzeichen eines essgestörten Verhaltens zeigen und im Internet auf der Suche nach Hilfsangeboten sind, finden diese problematischen Internetangebote anstatt ernsthafter Beratungsangebote und werden in ihrem Verhalten bestätigt bzw. erhalten nicht die benötigte Hilfe.

(Quelle: jugendschutz.net)