Was tun wenn's passiert ist?

Wenn eigene erotische Fotos in Hände geraten, in denen sie nichts zu suchen haben, dann fühlt man sich verraten, bloßgestellt, hilflos und ist wahrscheinlich verängstigt, da man nicht weiß, wie die anderen auf die Fotos/Videos reagieren werden: Werden sie mich lächerlich machen? Werde ich deswegen gemobbt werden?

Natürlich kommt es immer ganz auf den Einzelfall an, aber es gibt verschiedene Wege, die man einschlagen kann, wenn Fotos/Videso ungefragt in Umlauf gekommen sind:

  • Fotos/Videos beim Anbieter, über dessen Dienst das Material verbreitet wurde, melden und entfernen lassen: Während bei den mittlerweile etablierten Diensten, wie z. B. Facebook oder YouTube diese Möglichkeit besteht und verhältnismäßig einfach möglich ist (s. Facebook Inhalte meldenFacebook: Wie kann man problematische Inhalte melden und YouTube Inhalte melden), ist es bei den neueren Diensten wie Snapchat oder WhatsApp derzeit nur schwer möglich, den Kontakt zum Anbieter herzustellen. Dennoch sollte man versuchen, den Betreiber zu kontaktieren (der Kontakt ist im Impressum angegeben) und um die Löschung des besagten Bildes/ Videos bitten. Wenn man den Anbieter über den Rechtsverstoß informiert hat, kann man ihm gegenüber auch einen Unterlassungsanspruch geltend machen.
  • Sich an einen Anwalt wenden, um mit dessen juristischer Unterstützung die Verletzung des Rechts am eigenen Bild geltend zu machen, denn niemand darf ohne die Zustimmung der abgebildeten Person, Fotos oder Videos weitergeben. Verstößt eine Person gegen dieses Recht, dann kann sie mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bestraft werden. Zudem kann der/die Geschädigte eine Unterlassungsklage an die Person stellen. Voraussetzung allerdings ist: Es muss klar sein, wer die Fotos/Videos ungefragt in Umlauf gebracht hat.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten, wenn Fotos/Videos ungefragt weitergeleitet wurden, die den sog. „höchstpersönlichen Lebensbereich“ verletzen. Darunter sind Aufnahmen zu verstehen, die in privaten bzw. intimen Räumlichkeiten wie bspw. der eigenen Wohnung, der Toilette oder der Dusche aufgenommen wurden. Darauf steht ein Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Eine Anzeige ist auch dann zu stellen, wenn es sich bei den ungefragt weitergeleiteten Fotos/Videos tatsächlich um kinder- bzw. jugendpornografisches Material handelt. Bei Minderjährigen müssen deren Eltern die Anzeigen stellen.