Werbung, Abzocke und Kostenfallen

Es gibt viele Kostenfallen im Internet, in die Kinder, Jugendliche (aber auch Erwachsene) tappen können. Denn leider tummeln sich im Internet auch viele Betrüger, die vermeintlich kostenlose Dienste oder tolle Gewinnspiele anbieten. Tatsächlich können diese Angebote teuer werden und bergen z. B. die Gefahr von ungewollten Abonnements. Auch Nutzer von Sozialen Netzwerken und Smartphones sollten aufpassen. Hier wird z. B. versucht, sie mit Angeboten wie „Schau dir an, wer dein Profil angeschaut hat!“ über einen trügerischen Link in die Falle zu locken oder es wird Werbung für einen Gewinn in einer App eingeblendet. Wer dem Link folgt, gibt je nach Art der Abzocke seine persönlichen Daten preis und schließt gleichzeitig unbemerkt ein kostenpflichtiges Abo ab, landet auf einer Werbeseite für Sex- oder Glücksspielangebote oder lädt sich unerkannt eine schädliche Software auf den Computer, die dort herumspioniert.

Eine häufig auftauchende Betrugsmethode ist das sogenannte „Phishing“. Hier versuchen Betrüger sensible Daten wie Kreditkarten-Nummern, PINs, TANs (Kundennummern z. B. beim Online-Banking) oder Passwörter „abzufischen“, das heißt auszuspionieren. In einer Phishing-Mail wird ein mögliches Opfer dazu aufgefordert, die täuschend echt wirkende Website z. B. einer Bank aufzurufen und dort ein Passwort zu ändern oder persönliche Daten zu aktualisieren. 

Häufig sollen Eltern dafür aufkommen, wenn ein Dienst plötzlich kostenpflichtig wird oder ein Schaden entstanden ist. Dabei sind viele dieser Forderungen unberechtigt. Auch beim Einkaufen im Internet will niemand über den Tisch gezogen werden. Deshalb gibt es für den Online-Einkauf und beim Surfen im Internet wichtige Regeln und Tipps, die wir Ihnen hier vorstellen.

Tipp 1: Sprechen Sie mit ihrem Kind über die Themen „Werbung“ und „Kommerz“ im Internet

Versuchen Sie gemeinsam, Werbebotschaften und -absichten im Netz kritisch zu hinterfragen. Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, woran man Werbung auf Internetseiten oder in Apps erkennen kann. Üben Sie den Umgang mit Werbung (schließen von Werbefenstern, schließen von neuen Fenstern, wenn auf Werbeanzeigen geklickt wurde, usw.). Auch vor, zwischen oder nach Internetvideos wird Werbung geschaltet. Zunehmend wird darüber hinaus in Videos (beispielsweise auf YouTube) offen oder eher verdeckt auf bestimmte Produkte hingewiesen. Einzelne YouTube-Kanäle haben bei Kindern und Jugendlichen regelrechten Kultstatus und die Moderatoren sind echte Stars. Und entsprechend großes Gewicht haben die dort gezeigten Inhalte.

Broschüre „Kinder und Onlinewerbung“
Weiter zum Themenbereich Youtube

Tipp 2: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Abzocke und Kostenfallen im Netz

Klären Sie Ihr Kind über mögliche Kostenfallen und finanzielle Risiken, die im Internet lauern, auf. Informieren Sie sich, ggf. gemeinsam mit Ihrem Kind, über dieses Thema. Stehen Sie Forderungen für auf den ersten Blick kostenlose Dienste kritisch gegenüber. Legen Sie schriftlich Widerspruch ein (nachweisbar per Einschreiben mit Rückschein), wenn Ihnen oder einem Familienmitglied ein Vertrag aufgedrängt worden ist. Verweigern Sie die Zahlung und lassen Sie sich von einer Verbraucherzentrale helfen. Versuchen Sie, gemeinsam mit Ihrem Kind aus diesem „Tappen in die Kostenfalle“ zu lernen.

Flyer „Abzocke im Internet“ (auch in Arabisch, Türkisch, Russisch)
Thema „Vorsicht Falle – Betrug im Internet“ von klicksafe und iRights.info
Infos für Jugendliche zum Thema „Abo und Abzocke“ beim Handysektor
Die Verbraucherzentralen
Musterbriefe für Widerrufsschreiben der Verbraucherzentrale Berlin

Tipp 3: Vereinbaren Sie, was für Anmeldungen und die Eingabe persönlicher Daten gilt

Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass es bei Anmeldungen im Internet und bei der Eingabe von persönlichen Daten vorsichtig sein soll. Vereinbaren Sie je nach Alter des Kindes klare Regeln, beispielsweise dass Ihr Kind Sie vor der Installation einer App oder bei jedem Download vorher fragen muss bzw. den Vorgang durch einen Screenshot („Foto“ vom Bildschirm) dokumentiert.

Tipp 4: Sprechen Sie mit Ihrem Kind über In-App-Käufe, ungewollte Abos und Kosten für Onlinespiele

Immer häufiger sind Apps oder Onlinespiele in einer Grundversion zunächst kostenlos. Über Zusatzkäufe (bei Apps heißen diese In-App-Käufe, also Käufe „aus der App heraus“) können aber weitere Spielinhalte oder Funktionen dazu gekauft werden. Auch wenn diese einzeln gesehen keine hohen Kosten verursachen, können durch die Zahl der Käufe insgesamt schnell auch Beträge jenseits des Taschengelds Ihres Kindes entstehen. Zudem laufen die Käufe zum Teil über fiktive virtuelle Währungen, wodurch Kosten noch leichter außer Kontrolle geraten können. Bei jüngeren oder noch unerfahrenen Kindern sollten In-App-Käufe und Mehrwert-Dienste gesperrt werden (vgl. Abschnitt „Handys, Apps und mobiles Surfen“).

Im Fernsehen oder im Internet läuft zudem Werbung für angesagte Klingeltöne, kostenpflichtige SMS-Dienste (Beispiel: „Prüfe, ob Du zu Deinem neuen Schwarm passt! Schicke eine SMS mit dem Namen Deines Schwarms und Deinem eigenen Namen an die 01XXXXX“). In manchen Fällen wird hier ungewollt ein Abo für weitere Dienste abgeschlossen. Auch hier sollten Sie sich wehren, wenn Ihr Kind darauf hereingefallen ist. 

Broschüre „Smart mobil?!“
In-App-Käufe für Jugendliche beim Handysektor

Tipp 5: Richten Sie Computer, Laptop und andere Geräte sicher ein

Installieren Sie ein Virenschutzprogramm, einen Malware-Scanner und eine Firewall und halten Sie auch das Betriebssystem durch Sicherheitsupdates auf dem neuesten Stand. So finden schädliche Programme nicht unbemerkt den Weg auf Ihren Rechner.

Basisschutz von Computer und Smartphone beim BSI
Flyer „Datenschutz-Tipps für Eltern“

Linktipps: Werbung, Abzocke und Kostenfallen

www.internet-abc.de/eltern/familie-medien/die-wichtigsten-fragen: Unter „Internet wirtschaftlich und rechtlich“ finden sich hilfreiche Informationen für Eltern zum Thema „Einkaufen im Internet / Werbung“.

www.klicksafe.de/themen/einkaufen-im-netz/abzocke-im-internet: klicksafe-Themenbereich „Abzocke im Internet“ 

www.klicksafe.de/irights: „Onlinebetrug - Abofallen und andere Hindernisse“ (Valie Djordjevic) aus der gemeinsamen Themenreihe zu Rechtsfragen im Netz von klicksafe und iRights.info 

www.surfer-haben-rechte.de: Die umfangreiche Informationsseite vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kümmert sich um Verbraucherrechte in der digitalen Welt. Seit Ende 2015 wird die Website nicht mehr aktualisiert.

www.verbraucherzentrale.info: Über das Portal der Verbraucherzentralen in Deutschland lassen sich auch Beratungsstellen vor Ort finden. 

www.checked4u.de: checked4u ist das Online-Jugendmagazin der Verbraucherzentrale NRW mit vielen Infos zu Kosten und Verhaltenstipps im Internet. 

www.bsi-fuer-buerger.de: Auf der Seite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik gibt es Informationen über Kostenfallen, Phishing und weitere Internetgefahren. 

www.computerbetrug.de: Die private Seite Computerbetrug.de klärt auf über Abzocke beim Handy und im Internet. 

www.klicksafe.de/themen/einkaufen-im-netz/werbung: Der klicksafe-Bereich zum Thema „Werbung im Internet“. 

www.kinder-onlinewerbung.de: Ein Ratgeber für Eltern und pädagogische Fachkräfte. Hier findet sich auch der Link auf die Broschüre „Kinder und Onlinewerbung – Ein Ratgeber für Eltern“. Diese klärt über die vielfältigen Werbeformen im Internet auf, erläutert, welchen werblichen Ansprachen Kinder im Netz ausgesetzt sind und an welchen Stellen sie Datenspuren hinterlassen.

Broschüre „Kinder und Onlinewerbung – Ein Ratgeber für Eltern“

Flyer „Abzocke im Internet“ (auch in Türkisch, Russisch und Arabisch veröffentlicht)

Rechtsfragen im Netz

Das Portal iRights.info und die EU-Initiative klicksafe bieten eine Themenreihe zu verschiedenen Rechtsfragen im Netz an. In regelmäßigen Abständen werden aktuelle Schwerpunktthemen rund um Urheber- oder Persönlichkeitsrechte verständlich aufbereitet und auf beiden Portalen zur Verfügung gestellt.