Welches Mindestalter gilt für WhatsApp, Instagram, TikTok und Co.?

Immer früher werden Eltern von ihren Kindern gefragt, ob sie Instagram, WhatsApp , TikTok oder andere Online-Angebote nutzen dürfen. Ein Argument, dass Eltern dabei sehr gut kennen dürften, lautet „Die Anderen dürfen das auch!“. In vielen Fällen spielt der Druck der Gleichaltrigen tatsächlich eine große Rolle. Wenn der überwiegende Teil der Klasse WhatsApp, Instagram, usw. für den Austausch verwendet, bekommen Kinder viele Informationen entweder gar nicht oder zu spät mit. Dies sollte aber in keinem Fall bedeuten, die Nutzung vorschnell zu erlauben.

Soziale Netzwerke und Messenger sind nicht für jedes Alter geeignet. So ist die Nutzung beliebter Dienste mit Altersbeschränkungen durch die Anbieter verbunden, die in den Nutzungsbedingungen nachzulesen sind.

Auch wenn eine Überprüfung des tatsächlichen Alters meist nicht stattfindet, sollten Erziehende diese Altershinweise ernst nehmen und mit ihrem Kind darüber sprechen, warum die Nutzung bestimmter Dienste vielleicht (noch) nicht für ihr Kind geeignet ist. Zudem gibt es auch für jüngere Kinder passende Angebote, um in möglichst sicherer Umgebung erste Erfahrungen mit der Online-Kommunikation zu machen.

Mindestalter laut Nutzungsbedingungen

User*innen können sich laut Facebook mit 13 Jahren mit der Erlaubnis von Erziehungsberechtigen anmelden. Ab 16 Jahren kann man das Soziale Netzwerk frei nutzen. Eine Altersverifizierung gibt es allerdings nicht.

Hier liegt das Mindestalter gemäß Nutzungsbedingungen bei 13 Jahren. Die App fragt das Alter von Nutzer*innen ab, wenn das Instagram-Konto nicht mit Facebook verknüpft ist.

2018 erhöhte der Messenger-Dienst in seinen Nutzungsbedingungen das Mindestalter für europäische Nutzer*innen von 13 auf 16 Jahre. Bei unter 16-Jährigen müssen die Erziehungsberechtigten der Nutzung zustimmen.

Die Altersangaben in den Nutzungsbedingungen sind bei YouTube nicht einfach zu verstehen. Es gilt jedoch insgesamt: Streng genommen benötigen alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren für jegliche Nutzung von YouTube (also auch nur das Ansehen von Videos) die Zustimmung der Eltern.

Kinder unter 16 Jahren dürfen ein Google-Konto nicht selbst anlegen. Folglich können sie sich nicht bei YouTube registrieren. Ausnahme: Die Eltern haben ein Google-Konto, schalten ein Unterkonto für das Kind frei und eröffnen diesem so Zugriffsmöglichkeiten, die sie allerdings selbst verwalten/beschränken/beaufsichtigen können.

Ab 16 Jahren kann die YouTube-Registrierung mit dem eigenen Google-Konto vorgenommen werden (allerdings ist für die Registrierung bei YouTube noch die Zustimmung der Eltern erforderlich). Für jüngere Kinder können Eltern ein Benutzerkonto auf YouTube Kids einrichten.

Das Musikvideo-Netzwerk schreibt in den Nutzungsbedingungen, dass User*innen mindestens 13 Jahre alt sein müssen. Sie brauchen aber unter 18 Jahren die Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.

Die Foto-Sharing-App verlangt in ihren Nutzungsbedingungen ein Mindestalter von 13 Jahren.

Um den beliebten Streamingdienst für Musik, Spotify, nutzen zu dürfen, muss man laut der Allgemeinen Geschäftsbedingungen 18 Jahre alt sein. Die Nutzung ab 16 Jahren ist erlaubt, sofern die Erziehungsberechtigten zugestimmt haben. Seit Mitte 2020 wird der Dienst Spotify Kids angeboten, der auch von Kindern und Jugendlichen genutzt werden darf und nur für diese Altersgruppe geeignete Inhalte enthält. Spotify Kids ist allerdings nur zugänglich, wenn ein kostenpflichtiges Spotify Premium Family Abo abgeschlossen wurde.

Es ist empfehlenswert, dass Eltern für ihre Kinder ein eigenes Kinderprofil anlegen und zusätzlich die eigenen Profile sichern. 2020 hat Netflix die Kindersicherungseinstellungen erweitert, sodass jedes Profil angepasst und z.B. mit einer PIN geschützt werden kann.