Was ist TikTok?

Einmal selbst wie die Superstars singen, tanzen und dazu ein cooles Video erstellen. Mit der App TikTok ist das ganz einfach möglich. Hier steht das Aufnehmen, Bearbeiten und Teilen von Videos im Vordergrund. Für ihre Clips – sogenannte TikToks – erhalten vorrangig Jugendliche dann Likes und Kommentare anderer Nutzer*innen, die sie meistens nicht kennen.

Auf der Startseite wird nach dem Öffnen der App sofort das erste Video abgespielt. Sie bieten für viele Jugendliche ideale Möglichkeiten für Unterhaltung und Ablenkung. Wer sich ein eigenes Profil anlegt, kann erstellte TikToks hochladen und auch auf anderen Plattformen, wie beispielsweise Instagram, teilen. Nutzer*innen können ihre "Idole" auch über Geldgeschenke unterstützen die auf realem Geld basieren.

Risiken

TikTok Altersfreigabe – Keine wirksame Kontrolle

Offiziell darf TikTok ab 13 Jahren genutzt werden. Laut AGB bedarf es bei unter 18-Jährigen der Einverständniserklärung der Eltern. Das vorgegebene Mindestalter sowie die Zustimmung der Eltern wird in der Praxis jedoch nicht wirksam überprüft. So können auch jüngere Kinder unter Angabe eines falschen Alters die App problemlos herunterladen und verwenden.
Über den „begleiteten Modus“ haben Eltern die Möglichkeit, ihr Kind vor der Kontaktaufnahme durch Fremde zu schützen.

Jugendgefährdende Inhalte

Auf der Plattform finden sich neben Clips, in denen Jugendliche zu ihren aktuellen Lieblingssongs Playback performen, auch zahlreiche andere Videos. Hierzu gehören kreative und lustige Beiträge aber auch unangemessene und jugendgefährdende Inhalte. Laut Recherchen von jugendschutz.net werden unter anderem auch rechtsextreme und islamistische Inhalte verbreitet sowie Videos, die Selbstgefährdungen verherrlichen.

Urheberrechte

Nutzer*innen wissen oft nicht, dass ihre erstellten Videos – trotz kreativer Eigenleistung – nicht ausschließlich ihr Werk sind. Songs, welche auf TikTok verfügbar sind, sind nur für die Plattform TikTok lizenziert und können für die Erstellung von Videos auf der Plattform genutzt werden. Wenn urheberrechtlich geschützte Musik in Videos verwendet wird und diese Videos in anderen Diensten (z.B. Instagram, YouTube) weiterverbreitet werden, können daher Abmahnungen drohen. Sobald andere Personen im Video zu sehen sind, muss zudem das Recht am eigenen Bild beachtet werden.

Kostenfalle In-App-Kauf

Während Download und Nutzung der App TikTok kostenlos sind, können Nutzer*innen ihre „Idole“ über Geldgeschenke unterstützen und so auf sich aufmerksam machen. Die „Coins“ für die Geldgeschenke werden dabei mit realen Geldbeträgen über die App Stores, PaySafeCards oder die Mobilfunkrechnung abgewickelt. Die teuersten Pakete umfassen derzeit 10.000 Coins und kosten über 100 € (Stand Januar 2022). Um Kostenfallen zu vermeiden, sollten Eltern In-App-Käufe durch entsprechende Einstellungen am Smartphone deaktivieren.

Cybermobbing

So erfreulich die Bestätigung bei TikTok sein kann, so verletzend können wiederum negative Kommentare oder Verunglimpfungen sein. Besonders drastisch: Videos werden zu Mobbingzwecken auch außerhalb des Dienstes verbreitet und die Protagonist*innen bloßgestellt. Unter dem #peinlich finden sich so beispielsweise auf YouTube Zusammenschnitte peinlicher TikTok-Videos und verletzende Kommentare durch YouTuber*innen und deren Abonnenten (Quelle: jugendschutz.net).

TikTok Account löschen

Wem die Risiken zu groß sind oder wer TikTok einfach nicht mehr nutzen möchte kann den eigenen Account löschen. Hierzu reicht es nicht, die App vom Smartphone zu entfernen. Im eigenen Profil kann man in den Einstellungen die Option „Meinen Account löschen“ auswählen. Dieser ist danach vorerst für 30 Tage deaktiviert und wird danach erst dauerhaft gelöscht. TikTok will so die Möglichkeit bieten, den Account noch einmal widerherzustellen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es online bei Saferinternet.at.

Sichere Nutzung

Altersbasierte Voreinstellung der Konten

Seit Januar 2021 sind alle Konten von Personen zwischen 13 und 15 Jahren automatisch auf „privat“ gestellt. Das bedeutet, Nutzer*innen in dieser Altersgruppe können nun selbst entscheiden, wer ihnen folgen und wer ihre Videos anschauen oder kommentieren kann. Die Kommentarfunktion unter den Videos ist in den Standardeinstellungen deaktiviert und kann nach Änderung der Grundeinstellungen maximal von „Freunden“ genutzt werden. Fremde können Videos von 13-15-Jährigen nicht mehr kommentieren. Die Funktionen „Duett“, „Stitch“ sowie die Funktion „Schlag anderen dein Konto vor“ sind für die Altersgruppe 13-15 deaktiviert und können nicht mehr heruntergeladen werden. Auch wenn die plattforminterne Downloadfunktion deaktiviert ist, können andere jedoch Nutzer*innen unter Zuhilfenahme spezieller Programme Videos weiterhin speichern.

Die Accounts von Personen zwischen 16 und 17 Jahren werden ebenfalls in einige Funktionen eingeschränkt. „Duett“ und „Stitch“ sind verfügbar, allerdings in den Standardeinstellungen auf „Freunde“ gesetzt. Das Herunterladen der eigenen Videos durch andere Nutzer*innen ist in den Grundeinstellungen deaktiviert. Diese Funktion kann allerdings nachträglich wieder aktiviert werden.

Alle oben beschriebenen Sicherheitsvorkehrungen greifen nur, wenn bei der Registrierung des Accounts das korrekte Geburtsdatum angegeben wurde.

Tipps für Eltern

Probieren Sie TikTok selbst aus oder lassen Sie sich die App von Ihrem Kind zeigen. So können Sie mitreden, die Faszination und die Risiken besser nachvollziehen und erkennen, ob die App für Ihr Kind geeignet ist.
Über folgende Probleme, die bei Nutzung von TikTok auftreten können, sollten Sie mit Ihrem Kind sprechen:

  • Cybergrooming
  • Cybermobbing
  • Urheberrechtsverletzungen
  • Kostenfallen
  • jugendgefährdende Inhalte

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, welche Art von Videos auf TikTok in Ordnung sind und welche nicht (z.B. keine freizügigen Videos oder solche, die Rückschlüsse auf den Wohnort oder die Schule zulassen). Sind in einem Video auch andere Personen zu sehen, müssen diese vor dem Posten um Erlaubnis gefragt werden.

  • Für die Vereinbarung von individuellen Nutzungsregeln können Sie das Tool Mediennutzungvertrag anwenden.
  • Über den begleiteten Modus können Eltern die Nutzungszeiten der App (40, 60, 90 oder 120 Minuten pro Tag) festlegen, Kontaktmöglichkeiten begrenzen und via eingeschränktem Modus bestimmte Inhalte, die für Erwachsene bestimmt sind, herausfiltern zu lassen.

Informieren Sie Ihr Kind über Urheberrechte. Songs, welche auf TikTok verfügbar sind, sind lizenziert und können für die Erstellung von Videos auf der Plattform TikTok genutzt werden. Jedoch sollten Videos mit urheberrechtlich geschützter Musik nicht auf anderen Plattformen (z.B. Instagram, YouTube) verbreitet werden, denn die Musiklizenzen gelten nur für TikTok. Sobald andere Personen im Video zu sehen sind, muss zudem das Recht am eigenen Bild beachtet werden.

Regen Sie Ihr Kind dazu an, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen – in den Videos muss nicht unbedingt Ihr Kind selbst im Bild sein! Mit ein wenig Geschick gelingen auch andere Videoformate.