Was macht man mit Snapchat?

Snapchat ist eine kostenlose App für mobile Endgeräte, um Bild-  und Videonachrichten zu versenden. Aufnahmen, egal ob Foto oder Video, können mit Filtern, Effekten, Emojis und Texten versehen werden. Das Besondere an der App: man kann selbst bestimmen wie lange die versendete Datei für Empfänger*innen sichtbar ist.

Ähnlich wie bei anderen Apps, können Jugendliche eine Snapchat-Geschichte hinzufügen. Diese Geschichten sind 24 Stunden lang sichtbar und können je nach Einstellung nur von Freund*innen oder der ganzen Snapchat-Community betrachtet werden.

Snapchat ist für Nutzer*innen jeden Alters freigegeben. Allerdings können Jugendliche unter 13 Jahren nicht auf alle Optionen der App zugreifen. Eine Altersverifikation findet aber nur dahingehend statt, dass man beim Anlegen eines Snapchat-Kontos das Geburtsdatum eingeben muss.

Neben kreativen Bearbeitungsmöglichkeiten von Bildern und Videos nutzen bevorzugt Jugendliche den Messenger auch, um freizügige und erotische Fotos von sich zu versenden. Das Versenden von erotischen Bildern und Videos wird Sexting genannt. Die Sicherheit, in der sich die Nutzer*innen dabei wähnen, ist jedoch tückisch. Bilder und Videos können trotz der begrenzten Zeit, als einfache Screenshots aufgenommen und abgespeichert werden. Zudem wird häufig kritisiert, dass es mit etwas technischem Wissen einfach möglich ist, die gelöschten Bilder wieder herzustellen und zu sichern. 

Snapchat sicher nutzen

Die Kommunikation über Snapchat ist darauf ausgelegt, mit anderen Nutzer*innen spontan Augenblicke zu teilen. Da es trotz des automatischen Löschens der Bilder und Videos möglich ist, die Dateien auf dem Gerät wieder aufzufinden und zu speichern, sollte man trotz aller Spontanität dennoch vor dem Versenden einen Moment innehalten und sich fragen, ob man tatsächlich diese Fotos Anderen zur Verfügung stellen möchte.

Snapchat sollte vor allem nicht zum Versenden von offenherzigen Bildern oder Videos verwendet werden. Die Möglichkeiten, die die App bietet, können auch negativ genutzt werden. Das Risiko ist groß, dass Dateien womöglich weitergeleitet oder ins Netz gestellt werden, um Versender*innen zu erpressen oder zu mobben.

Um Snapchat sicher nutzen zu können, sollte man auch sichergehen, dass Fremde einem keine Bilder oder Videos senden können. In den Einstellungen kann man festlegen, wer einem Nachrichten senden darf und die eigene Story anschauen kann. Beide Einstellungen sollten auf „Freunde“ gesetzt werden. Unter den Freund*innen sind die Personen in der Kontaktliste zu verstehen. Daher sollten nur Personen in die Kontaktliste aufgenommen werden, die man auch tatsächlich kennt und denen man vertraut.

Sollte es dennoch dazu kommen, dass man von jemandem belästigt wird, bietet Snapchat die Möglichkeit Nutzer*innen zu blockieren. Wie genau das geht, wird auf der Support-Seite von Snapchat Schritt für Schritt erklärt.

Standortfreigabe über Feature "Snap Map"

Über die Funktion „Snap Map“ kann der aktuelle Aufenthaltsort der Freund*innen verfolgt, sowie der eigene Standort für diese freigegeben werden. Wahlweise ist dies für alle Freund*innen oder einen ausgewählten Personenkreis möglich. Wer die Snap Map nutzen möchte um Andere zu finden, selbst aber nicht auffindbar sein will, sollte den „Geistmodus“ aktivieren. Da die permanente Freigabe des eigenen Standortes auch mit Risiken verbunden sein kann, empfiehlt es sich generell die Standortfreigabe dieser Funktion zu deaktivieren.

Snapchat Account löschen

Um den eigenen Snapchat Acoount zu löschen, reicht es nicht, die App vom Smartphone zu entfernen. Man muss sich im Account-Portal von Snapchat mit den Anmeldedaten für die App einloggen. Dort kann man die Option „Meinen Account löschen“ auswählen. Dieser ist danach vorerst für 30 Tage deaktiviert und wird danach erst dauerhaft gelöscht. Snapchat will so die Möglichkeit bieten, den Account noch einmal widerherzustellen.

Tipps für Eltern

Oft stecken Streitigkeiten unter Freund*innen oder eine problematische Klassensituation hinter Mobbingattacken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und informieren Sie ggf. die Lehrperson, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

  • Generell sollten Kinder und Jugendliche den Kontakt sofort abbrechen, wenn die Fragen der Chatpartner*innen unangenehm werden oder sie sich bedrängt fühlen.
  • Ihr Kind sollte nur Personen in die Kontaktliste aufnehmen, die es auch tatsächlich kennt und denen es vertraut.
  • Weisen Sie Ihr Kind frühzeitig darauf hin, sich niemals alleine mit einer Online-Bekanntschaft zu treffen.

  • Jeder Mensch hat das „Recht am eigenen Bild“. Bilder, die ohne Zustimmung der Abgebildeten in der Story gepostet oder gesendet werden, können gemeldet und gelöscht werden.
  • Informieren Sie Ihr Kind über Urheberrechte. Es können nicht immer bedenkenlos Videos mit Liedern im Hintergrund gepostet werden.
  • Im schlimmsten Fall kann auch strafrechtlich dagegen vorgegangen werden.

Durch Meldebuttons, die inzwischen in jedem Netzwerk vorhanden sind, kann man Verstöße, wie die Erstellung von Fake-Profilen dem Seitenbetreiber melden. Der Handlungsspielraum erstreckt sich dann von Verwarnung über Löschung der Profile der Täter*innen bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung.

In iOS ist es möglich, die Funktion In-App-Käufe zu deaktivieren. Bei Android-Geräten kann man einen PIN festlegen, der vor einem In-App-Kauf abgefragt wird.