Medien-Gewalt im historischen Kontext

Menschen üben Gewalt aus, damit ist eine physische oder seelische Schädigung eines Menschen gemeint. Eine unkontrollierte Gewaltausübung würde vermutlich zum Niedergang der gesamten menschlichen Zivilisation führen. Menschen versuchen daher von jeher, bestimmte Moralvorstellungen in Religion und Gesetzen als Verbote zu manifestieren und Gewalt zu sanktionieren bzw. nur staatlichen Institutionen zu gestatten.

Es ist auch völlig natürlich, dass die gewaltvolle menschliche Existenz in den zeitgenössischen Medien, ob nun fiktiv oder real, kanalisiert und verarbeitet wird. Dabei sind der menschlichen Fantasie kaum Grenzen gesetzt und Gewaltinhalte werden sehr explizit dargestellt. Die griechische Mythologie ist in ihren Überlieferungen voller Gewaltbeschreibungen. Homers Odyssee oder die Ilias sind gute Beispiele für gewalthaltige Kriegs- und Reisebeschreibungen. Auch in der Bibel sind zahlreiche Berichte über Gewalthandlungen vorhanden. Die Kreuzigung von Jesus Christus ist eine Versinnbildlichung menschlicher Gewalt und hat sich als Symbol in unser kollektives kulturelles Gedächtnis gebrannt. Im klassischen englischen Theater wurde Gewalt förmlich zelebriert, als gutes Beispiel hierfür ist das Drama „Hamlet“ zu nennen.

Von Kriegen, als Ausdruck unermesslicher und unvorstellbarer Gewalt, wurde seither von Soldaten, Historikern und den ersten Zeitungen Mitte des 16. Jhd. berichtet. Dabei wurden diese Berichte sehr häufig aus Propagandagründen verfälscht. Die Kunst verarbeitete das Thema in extremen Bildern, wie die des deutschen Malers Otto Dix oder Ernst Jandl, die ihre Erlebnisse aus dem 1. Weltkrieg expressiv darstellten.
Das Medium Film sorgte dann Anfang des 20 Jahrhunderts schlussendlich für eine realistische Darstellung von Kriegen und Gewalt.
 
Der im Fernsehen gezeigte Vietnamkrieg inspirierte Regisseure, die Gewalt in Filmen wie „The Wild Bunch“ und „Bonnie and Clyde“ radikal naturalistisch darzustellen. So ist vermutlich auch die Welle von Folterfilmen wie der „SAW“-Reihe oder „Hostel“ oder auch die Darstellung von Folter in Serien wie „Prison Break“ und vor allem „24“ zu erklären. Die reale Folter im Irak und Afghanistan und insbesondere die Folter-Bilder von Abu Ghuraib übertragen sich in fiktive Geschichten und werden von der Gesellschaft so ein Stück verarbeitet.