Let's Plays

Was sind Let`s Plays?

Darunter versteht man kommentierte Gameplayvideos. Spieler „filmen“ ihren Bildschirm beim Spielen, während sie ihre Handlungen kommentieren. Bei einigen Let’s Play-Videos sieht man zusätzlich zum Spiel auch das Gesicht des Spielers.

Laut einer Umfrage des Branchenverbands BITKOM schaut sich jeder neunte Gamer (11 Prozent) solche Videos im Internet an. Das entspricht rund 3 Millionen Bundesbürgern. Die beliebtesten Let´s Player haben hierbei bis zu mehrere Millionen Abonnenten. Diese werden dann auf Großveranstaltungen (bspw. Gamescom) wie Popstars gefeiert und nach Fotos und Autogrammen gefragt.

Kein Wunder – Let`s Play bildet nach Musik das beliebteste Genre auf der Plattform YouTube und die Stars sind in kommerziellen Netzwerken vertreten.

Faszination

Die Beliebtheit der Videos kann (wie bei allen YouTube-Inhalten) mit der niedrigen Einstiegsschwelle begründet werden. Die Videos werden gerne auf mobilen Geräten geschaut und so steht Kindern spätestens mit dem eigenen Smartphone eine immense Video- und Spielebibliothek zur Verfügung, die meist kostenlos sowie immer und überall genutzt werden kann, ohne Bindung an Sendezeiten.

Außerdem wirken die oftmals ebenfalls sehr jungen Macher dieser Videos sehr persönlich. Zuschauer können durch Kommentare mit ihren Stars diskutieren, sie werden direkt angesprochen und der Let`s Player geht auch auf Wünsche seiner Fans ein. Der regelmäßige Veröffentlichungsrythmus lässt einen Vergleich mit Daily Soaps zu. Identifiziert sich ein Zuschauer mit dem Videoproduzenten, so will er sehen, wie es weitergeht und was er aus seinem Leben berichtet.

In Let’s Play Videos werden Spiele teilweise in Form eines Walkthroughs erklärt, sodass die Kinder und Jugendlichen sehen, wie sie in dem Spiel weiterkommen. Beliebte YouTuber haben außerdem einen hohen humoristischen Faktor. So finden auch Comedy-Inhalte große Präsenz in den Videos, die oft gar nichts mit digitalen Spielen mehr zu tun haben.

Ein weiteres Angebot, dass besonders gerne von jungen Konsumenten genutzt wird sind Streaming-Plattformen wie Twitch. Dort werden Spiele ebenfalls gefilmt und kommentiert, allerdings geschieht dies live. Das heißt, die Zuschauer können direkt über den Chat Kommentare abgeben und so mit dem Streamer unmittelbar in Kontakt treten, wodurch die Barriere der vierten Wand aufgebrochen wird und sich die Zuschauer weniger wie passive Konsumenten fühlen. 

Vom Konsument zum Produzent

Aufgrund des amateurhaften Charmes und der hohen Beliebtheit ist es kaum verwunderlich, dass viele Jugendliche ihren Stars nacheifern und eigene Kanäle gründen. Dabei konkurrieren sie allerdings mit kommerziell ausgerichteten Netzwerken, hinter denen Medienkonzerne wie Disney stehen. Und sie müssen sich einer kritischen Öffentlichkeit und dem Bewertungssystem auf YouTube stellen.

Hinweis:
Auf der Plattform YouTube finden sich auch Let`s Plays zu digitalen Spielen, die nicht für Jugendliche freigegeben sind. Da keine Altersverifikation stattfindet, können Kinder und Jugendliche mit Inhalten konfrontiert werden, die sie ängstigen oder verunsichern können.