Hate Speech und Cyber-Mobbing

Das Thema Hate Speech hat in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen eine große Nähe zum Thema Cyber-Mobbing. Beiden liegt ein hasserfülltes und aggressives Verhalten im Netz zugrunde, das andere zielgerichtet schädigen soll. Bei Cyber-Mobbing werden dafür einzelne Personen attackiert, zu denen die Täter/-innen in den meisten Fällen im analogen Leben in Beziehung stehen (häufig wird eine bestehende Mobbingsituation über Medien fortgesetzt; oder das Cyber-Mobbing entsteht aus einer peinlichen Momentaufnahme, die verbreitet wird). Bei Hate Speech richtet sich der Hass gegen ganze Gruppen (auch wenn Vertreter/innen und Fürsprecher/-innen dieser Gruppen mitunter einzeln und persönlich angegriffen werden). Hate Speech kann zudem gezielt von Gruppierungen ausgehen, die z. B. rassistische Botschaften verbreiten wollen. Oftmals entsteht Hate Speech aber auch durch die Dynamik in Sozialen Netzwerken, wo mitunter enthemmt und aggressiv diskutiert wird.

In der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen sind die Übergänge zur Prävention von Hate Speech und Cyber-Mobbing fließend.

Deutlich wird dies beim Blick auf die Ziele von Präventionsansätzen zum Thema Cyber-Mobbing, die sich auf die Prävention von Hate Speech übertragen lassen:

  • Förderung von Medienkompetenz: für Internet-Kommunikation und Datenschutz sensibilisieren, verantwortungsvollen Umgang mit Medien lernen, über Persönlichkeits- und Urheberrechte informieren, eigene Mediennutzung reflektieren
  • Förderung von Sozialkompetenz: für persönliche Grenzen sensibilisieren, Empathiefähigkeit steigern, Respekt und Wertschätzung fördern, Konflikt- und Feedback-Kultur etablieren, Umgang mit Wut üben, Zivilcourage stärken
  • Hilfestrukturen aufbauen: gewünschte Umgangsformen im Netz benennen, Hilfsangebote kennenlernen, Verhaltenskodex entwickeln

Ergänzend kommt bei Hassreden eine gesamtgesellschaftliche Perspektive hinzu, da Hate Speech tendenziell bestehende Diskriminierungen von gesellschaftlichen Gruppen manifestiert. Auch ist es sinnvoll, die Instrumentalisierung von Sozialen Medien durch Rechtsextreme und andere politisch oder religiös motivierte Gruppen mit den Jugendlichen zu diskutieren, um ihren kritischen Blick zu fördern (z. B. durch das Thema Quellenkritik im Internet).

Hier geht es zu dem klicksafe Themenbereich Cyber-Mobbing.