Wer kennt das nicht: Eigentlich wollten wir das Smartphone schon längst weggelegt haben, aber immer noch kleben wir an unseren Geräten. Der Sog des Digitalen wird immer stärker. Ihn zu kontrollieren, fällt vielen von uns – ebenso wie Jugendlichen – zunehmend schwer. In einer Zeit ständiger Erreichbarkeit und extensiver Nutzung digitaler Medien wird immer wieder „Offline-Zeit“ empfohlen, um den „digitalen Stress“ im Alltag abzubauen. Digital Detox kann ein guter Einstieg sein, um den eigenen Medienkonsum zu reflektieren und sinnhaft zu verändern.

Digital Wohlfühlen – Wissen, was uns guttut

Fast alle aktuellen sozialen Netzwerke und Dienste funktionieren nach den Prinzipien der digitalen Aufmerksamkeit. Sie sind so konzipiert, dass immer mehr Zeit in Social Media verbracht wird, als ursprünglich geplant. Durch Vergleiche mit unerreichbaren Schönheitsidealen oder die Konfrontation mit Hassbotschaften, Cybermobbing, Fake News oder jugendschutzrelevanten Inhalten kann Social-Media-Nutzung das Wohlbefinden zusätzlich negativ beeinflussen. Aktuelle Studien zeigen, dass die Art, welche Inhalte wir wie konsumieren, auch negative Effekte auf unser Glücksempfinden oder unsere Körperwahrnehmung haben kann.

Um digitales Wohlbefinden zu erreichen, müssen junge Menschen auch solche Inhalte kennenlernen, die ihnen guttun und sie bestärken. Medien sinnvoll zu nutzen und zum Beispiel selbst Inhalte zu erstellen und damit kreativ zu gestalten, statt bloß passiv zu konsumieren, kann außerdem erfüllend sein. In unserem Material „Ommm online – Wie wir unser digitales Wohlbefinden steigern“ finden Jugendliche Werkzeuge, mit denen sie Technologien regulieren und damit ihr digitales Wohlbefinden steigern können. Dazu gehört auch, eine gesunde Balance bei der Medien- und Technologienutzung herzustellen und etwa zeitweise auf Medien zu verzichten.

    Im digitalen Sog

    Bei der Nutzung digitaler Dienste wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiv. Wir spüren also eine Form von Glück, wenn wir Likes und positive Kommentare auf unsere Postings bekommen. Wenn keine Maßnahmen zur Kontrolle getroffen werden, kann daraus eine digitale Abhängigkeit entstehen.

    Bereits Kinder und Jugendliche sind gefährdet, eine exzessive Nutzung digitaler Geräte zu entwickeln, wie mehrere Studien zum Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen bestätigen. So fand eine von der DAK in Auftrag gegebene Studie heraus, dass Ende 2020 bereits 8,2% der befragten Kinder und Jugendlichen ein Nutzungsverhalten zeigten, das zumindest als riskant in Bezug auf die Nutzungsdauer eingestuft wurde. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Gaming und der Nutzung von Social-Media-Diensten.

    Mit einigen Tricks können Sie exzessiver Nutzung entgegenwirken: 

    • Schalten Sie alle oder den Großteil der App-Benachrichtigungen aus, um in Ihrem Alltag weniger abgelenkt zu werden. Wie man App-Benachrichtigung blockiert, erklärt z.B. Handysektor.
    • Räumen Sie den Hauptbildschirm auf und behalten Sie nur die Apps, die Sie regelmäßig nutzen.
    • Betreiben Sie Selbst-Monitoring und überprüfen Sie, wie oft und wie lange Sie Ihr Handy nutzen. Dazu können Sie beispielsweise eine App herunterladen, mit der Sie erkennen können, wie häufig Sie auf Ihr Telefon schauen. Achten Sie hierbei auf datenschutzkonforme Apps. Viele Dienste wie YouTube oder Instagram und Betriebssysteme wie iOS bieten die Möglichkeit, Bildschirmzeiten zu dokumentieren oder Limits festzulegen. iPhone-Nutzer*innen (ab iOS 12) finden die Funktion "Bildschirmzeit" in den Einstellungen. Mithilfe des Monitorings wird Ihnen Ihre tatsächliche Nutzungzeit bewusster. Dies kann dabei helfen, Ihre Nutzungszeiten dauerhaft zu minimieren.