Elternfragen konkret

Wann ist mein Kind alt genug für ein Smartphone? Ab wann darf es WhatsApp nutzen? Diese und weitere Elternfragen werden hier beantwortet.

Wann ist mein Kind alt genug fürs Internet?

Gegenfrage: Wann schicken Sie Ihr Kind allein auf die Straße, zum Einkaufen oder auf den Spielplatz? Wahrscheinlich dann, wenn Sie glauben, dass Ihr Kind sich in solchen Situationen sicher fühlt, da Sie mit ihm das richtige Verhalten im Verkehr eingeübt oder es auf den Umgang mit anderen Menschen vorbereitet haben.

Auch in der Medienerziehung ist es notwendig, solche Entscheidungen zu treffen. Möchten Sie Ihr Kind gezielt an das Internet heranführen oder warten bis es Interesse bekundet? Auf jeden Fall sollten Kinder beim Erkunden des Internets nicht allein gelassen werden. Nur so kann die Berührung mit ungeeigneten oder gefährdenden Inhalten minimiert werden. Deshalb ist Ihr Kind auf Ihre Hilfe und Unterstützung angewiesen. Wenn Sie Ihr Kind beim Einstieg ins Netz begleiten, können Sie mit klaren Regeln und regelmäßigen Gesprächen über Medieninhalte eine solide Basis für eine gute Medienerziehung schaffen.

Weitere Informationen finden Sie im Bereich „Kinder von 3 bis 10 Jahren“
Kleinkinder und Medien beim Internet-ABC

Woran erkenne ich gute Internetseiten für Kinder?

Das Surfen im Internet soll Ihrem Kind in erster Linie Spaß machen. Damit das klappt, sollte es gerade bei jüngeren Kindern möglichst zu keiner Überforderung kommen. Auch sollten nur altersgerechte Inhalte gezeigt werden. Wie aber können Sie als Eltern einschätzen, ob Angebote zu Ihrem jüngeren Kind passen?

Bei dieser Einschätzung können Ihnen die folgenden Punkte helfen: Gute Angebote für Kinder …
… sind gewaltfrei und verzichten auf Kinder- und jugendgefährdende Inhalte.
… sind nicht zu textlastig und erlauben Orientierung über Bilder.
… laden zum Spielen und Entdecken ein.
… sind leicht zu bedienen (einfacher Seitenaufbau, große Schaltflächen, …).
… fragen keine persönlichen Daten ab.
… erlauben anderen Personen nicht mit Ihrem Kind in Kontakt zu treten.
… sind möglichst werbefrei.
… erhalten und verlinken nur auf kindgerechte Webseiten.

Thema: "Gute Internetseiten und Apps"

Wann ist mein Kind alt genug für ein Handy?

Natürlich wünschen Sie sich als Eltern eine möglichst klare Altersangabe. Kinder im Grundschulalter benötigen zumeist noch kein eigenes Handy. Aber: Für Kinder ist das Handy mehr als nur eine Möglichkeit, zu telefonieren und Informationen auszutauschen. Es ist auch Statussymbol und Gesprächsthema im Freundeskreis, wodurch es eine starke soziale Funktion erfüllt. Auch wenn hier der Gruppendruck eine große Rolle spielt („alle anderen haben auch eins“), kann Ihre Entscheidung auch so ausfallen, dass Ihr Kind noch warten muss, bis es ein eigenes Handy bekommt. Für viele Eltern ist z. B. der Wechsel von der Grund- zur weiterführenden Schule ein geeigneter Anlass, ein eigenes „Taschentelefon“ für ihr Kind anzuschaffen: Kinder legen dann in der Regel weitere Wege zur Schule zurück und sind mit einem Handy gut erreichbar bzw. können sich schnell mit ihren Eltern in Verbindung setzen.

Sinnvoll ist die Anschaffung eines eigenen Handys für Kinder, wenn sie verantwortungsvoll damit umgehen. Wann aber ist es soweit? Vor allem sollte das Kind mit den im Handy „enthaltenen“ Einzelgeräten (siehe Abbildung „Das Handy – Der multimediale Alleskönner“) bereits ausreichend Erfahrung unter Aufsicht gesammelt haben. Hierbei gilt: Je mehr Funktionen das Handy ungesichert zur Verfügung stellt, desto mehr Medienkompetenz sollte das Kind entwickelt haben. Trauen Sie Ihrem Kind dies zu? Kann es bereits andere Medien wie z. B. den Computer sicher nutzen? Weiß es, worauf man beispielsweise in Sachen Datenschutz und Umgang mit persönlichen Daten achten sollte? Hierbei sollte es z. B. wissen, wann persönliche Informationen (Telefonnummer, Adresse, ...) ohne Bedenken preisgegeben werden können und in welchen Fällen Vorsicht geboten ist. Wichtig ist auch, dass Ihr Kind bereits erste Erfahrungen mit Kosten und Geldwerten gemacht hat, es z. B. gut mit seinem Taschengeld umgehen kann.

Broschüre „Smart mobil?!“
Thema "Apps"
Thema "Smartphone"

Wann ist mein Kind alt genug für ein Smartphone mit Internetzugang?

Leider ist es kaum möglich, Ihnen hier ein konkretes Alter zu nennen. Vielmehr hängt die Antwort von der Medienerfahrung und dem Entwicklungsstand Ihres Kindes ab. Sobald es gut, sicher und verantwortungsvoll mit dem Internet umgeht und am heimischen Internet-Computer ausreichend Erfahrungen sammeln konnte, kann über die Anschaffung eines Smartphones nachgedacht werden. Denn mit einem Smartphone und seinen zahlreichen Möglichkeiten übertragen Sie Ihrem Kind eine große Verantwortung: Hiermit hat es das mobile Internet immer mit dabei. Und auch wenn kein Vertrag mit Internetnutzung abgeschlossen wurde, kann Ihr Kind z. B. über offene WLANs in Cafés und Schnellrestaurants oder über WLANs im Freundeskreis das Internet nutzen.

Broschüre „Smart mobil?!“
Thema "Apps"
Thema "Smartphone"
Checkliste: Ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone? auf Deutsch (PDF)
Checkliste: Ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone? auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch (PDF)

Woran erkenne ich gute Apps für Kinder und wo finde ich passende Tipps?

Auch für jüngere Kinder gibt es eine Fülle von Apps. Ob diese für Ihr Kind geeignet sind, hängt vor allem davon ab, welche Vorlieben es hat und welche Kenntnisse bzw. Erfahrungen es im Umgang z. B. mit digitalen Spielen bereits sammeln konnte. Und natürlich sollten Apps für Kinder keine problematischen Inhalte zeigen. Leider gibt es momentan noch keine verbindliche Altersklassifizierung bei Apps.

Die folgenden Punkte helfen dabei, eine App vor der Installation in dieser Hinsicht zu überprüfen. Eine kindgerechte App …

  • ...ist gewaltfrei und stellt ausschließlich Inhalte dar, die für das Alter angemessen sind.
  • ...ist einfach aufgebaut, leicht zu bedienen, benutzt eine kindgerechte Ansprache und verzichtet auf zu viel Text.
  • ...regt die Fantasie und die Neugier Ihres Kindes an.
  • ...verzichtet auf Werbung und Verlinkungen zu Sozialen Netzwerken, Werbeseiten, App-Stores oder anderen für Kinder nicht geeigneten Angeboten.

Apps für Kinder auf klick-tipps.net
Broschüre „Apps sicher nutzen – Mobile Geräte in Kinderhand“ der Stiftung Medienpädagogik Bayern

Was können Filter- und Jugendschutzprogramme leisten?

Vor allem bei jüngeren Kindern können Kindersuchmaschinen sowie Filter- und Jugendschutzprogramme dazu beitragen, eine Konfrontation mit jugendgefährdenden Inhalten zu verringern. Somit ist die Verwendung in jedem Fall empfehlenswert. Sie können allerdings keinen vollständigen Schutz bieten und sollten die begleitende Medienerziehung lediglich unterstützen. Mit zunehmendem Alter und Know-how des Kindes steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Filterprogramme ausgehebelt werden können – z. B. durch einen Start des Computers über USB-Stick. Auch neigen einige Filter dazu, nach bestimmten Schlagwörtern zu blocken. Bei älteren Kindern kann eine Hausaufgabenrecherche beispielsweise zum Dritten Reich so deutlich erschwert werden. Hier gilt es dann, Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Anerkannte Jugendschutzprogramme lesen die Alterskennzeichnungen von Websites aus und „wachsen“ mit dem Alter des Kindes mit. So wird das Angebot zugänglicher Websites altersentsprechend Schritt für Schritt erweitert.

Thema Jugendschutzfilter 
Thema Apps & Kinder-bzw. Jugendschutz

Welche Apps sind bei Kindern und Jugendlichen gerade angesagt, wie funktionieren diese und was sollte man beachten?

Dazu hat unser Partner Handysektor passende Inhalte im Angebot. Auch wenn sich der Handysektor in erster Linie an Jugendliche richtet, finden auch Sie als Eltern gute Tipps und Informationen: www.handysektor.de/apps-upps/top10-apps.html. Besonders empfehlenswert ist auch der Handysektor-Videobereich: www.handysektor.de/mediathek/videos.html

Hier finden sich auch die sogenannten Screencasts, mit denen der Handysektor relevante Apps und nützliche Handyfunktionen vorstellt. Die Filme im Comicstil können einen guten Aufhänger bieten, um über Themen wie Cyber-Mobbing oder WhatsApp-Stress mit Ihrem Kind ins Gespräch zu kommen.

Ab welchem Alter dürfen Kinder WhatsApp, Instagram, YouTube und Co. nutzen?

Immer früher werden viele Eltern von ihren Kindern gefragt, ob sie Instagram, WhatsApp oder andere Angebote nutzen dürfen. Ein Argument, dass Sie als Eltern dabei sehr gut kennen dürften, lautet „Die Anderen dürfen das auch!“. Und in vielen Fällen spielt der Druck der Gleichaltrigengruppe tatsächlich eine große Rolle. Wenn der überwiegende Teil der Klasse WhatsApp, Instagram, Snapchat usw. für den Austausch verwendet, bekommt man viele Informationen entweder gar nicht oder zu spät mit. Dies sollte aber in keinem Fall bedeuten, die Nutzung vorschnell zu erlauben.

Soziale Netzwerke und Messenger sind nicht für jedes Alter geeignet. Das meinen auch die Unternehmen selbst. So ist die Nutzung beliebter Dienste mit Altersbeschränkungen durch die Anbieter verbunden, die in den Nutzungsbedingungen nachzulesen sind:

  • Facebook: Userinnen und User müssen laut Nutzungsbedingungen mindestens 13 Jahre alt sein. Ausnahme: Sensible Daten wie z. B. religiöse Ansichten, sexuelle Orientierung oder politische Ansichten gelten als besonders schützenswert. Daher müssen bei unter 16-Jährigen die Eltern solche Angaben freigeben.
  • Instagram: Auch hier liegt das Mindestalter gemäß Nutzungsbedingungen bei 13 Jahren. Die App fragt das Alter von Nutzerinnen und Nutzern ab, wenn das Instagram-Konto nicht mit Facebook verknüpft ist (Instagram gehört zu dem Unternehmen Facebook Inc.).
  • WhatsApp: Der Messenger schraubte am 25.04.2018 in seinen Nutzungsbedingungen das Mindestalter für europäische Nutzerinnen und Nutzer von 13 auf 16 Jahre hoch. Bei unter 16-Jährigen müssen die Erziehungsberechtigten der Nutzung zustimmen.
  • YouTube: Die Altersangaben in den Nutzungsbedingungen  sind bei YouTube leider nicht so einfach zu verstehen. Es gilt jedoch insgesamt: Streng genommen benötigen alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren für jegliche Nutzung von YouTube (also auch nur das Ansehen von Videos) die Zustimmung der Eltern. Kinder unter 16 Jahren können ein Google-Konto nicht selbst anlegen. Folglich können sie sich nicht bei YouTube registrieren. (Ausnahme: Die Eltern haben ein Google-Konto, schalten ein Unterkonto für das Kind frei und eröffnen diesem so Zugriffsmöglichkeiten, die sie allerdings selbst verwalten/beschränken/beaufsichtigen können). Ab 16 Jahren kann die YouTube-Registrierung mit dem eigenen Google-Konto vorgenommen werden (allerdings ist für die Registrierung bei YouTube noch die Zustimmung der Eltern erforderlich). Für jüngere Kinder können Eltern ein Benutzerkonto auf YouTube Kids einrichten.
  • Snapchat: Die Foto-Sharing-App verlangt in ihren Bedingungen ein Mindestalter von 13 Jahren.
  • TikTok: Das Musikvideo-Netzwerk schreibt in den Nutzungsbedingungen , dass Userinnen und User mindestens 13 Jahre alt sein müssen. Sie brauchen aber unter 18 Jahren die Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.

Was ist der Grund für die Altersbeschränkung? Für jüngere Nutzer sind in diesen Diensten keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen vorhanden. Daher sind sie in erhöhtem Maße Risiken ausgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel ungewollte Kontaktaufnahmen durch Fremde, wie bei WhatsApp über die Telefonnummer oder Gruppeneinladungen.

Tipp: Auch wenn eine Überprüfung des tatsächlichen Alters nicht stattfindet, sollten Sie als Eltern diese Altershinweise ernst nehmen und mit Ihrem Kind darüber sprechen, warum die Nutzung bestimmter Dienste vielleicht (noch) nicht für Ihr Kind geeignet ist. Zudem gibt es auch für jüngere Kinder passende Angebote, um in möglichst sicherer Umgebung erste Erfahrungen mit der Kommunikation über das Internet zu machen.

SaferInternet.at: Ab wann dürfen Kinder WhatsApp, Instagram & Co. nutzen?
Thema WhatsApp
Flyer "Sicherer in Sozialen Netzwerken: Tipps für Eltern"
Thema Facebook
Thema Instagram
Thema Snapchat
Thema Tik Tok
Thema YouTube

Welche Suchmaschinen sollte mein Kind im Internet nutzen?

Lassen Sie Ihre Kinder am Anfang nicht mit „Erwachsenensuchmaschinen“ wie z. B. Google, Bing oder Yahoo suchen. Auch mit Kindersuchmaschinen werden Kinder fündig. Am Ende der Grundschulzeit werden die meisten Kinder bereits so kompetent sein, dass sie sich freier im Netz bewegen können. Gewöhnen Sie deshalb Ihr Kind an die Möglichkeiten, mit Favoriten oder Lesezeichen auf seinem eigenen Benutzerkonto zu surfen. Begleiten Sie Ihr Kind, wenn es neben den Kindersuchmaschinen auch einmal allgemeine Suchmaschinen ausprobieren will. Helfen Sie ihrem Kind, zu erkennen, wie viel Wahrheit und Glaubwürdigkeit hinter einem Onlineangebot steckt.

Kinder können unter anderem auf diese Kindersuchmaschinen zurückgreifen:

Thema „Suchen und Recherchieren mit dem Internet“

Wie lange sollte mein Kind am Tag im Internet unterwegs sein?

Kinder nutzen Internet und Smartphone je nach Entwicklungsstand, Alter und Interessenlage sehr unterschiedlich. Auch die Art und Weise, wie Familien mit Medien umgehen, prägt die Nutzungsweise. Deshalb können die folgenden Altersangaben, Zeitangaben und Beschreibungen nur Richtwerte sein, um das Thema „Bildschirmzeiten“ in der Familie zu besprechen. Und wichtiger als die exakte Einhaltung von Minutenangaben ist ein möglichst ausgewogener Tagesablauf. Überlegen Sie dabei, wie viel Mediennutzung Ihrem Kind Spaß macht, in Ihren familiären Alltag passt und Ihrem Kind noch genügend Zeit für andere spannende Aktivitäten lässt.

Bis 3 Jahre: 5 Minuten sind in der Regel ausreichend.

4 bis 6 Jahre: ca. 20 Minuten, nicht unbedingt täglich.

7 bis 10 Jahre: ca. 30-45 Minuten täglich

10 bis 13 Jahre: ca. 60 Minuten täglich

14 bis 17 Jahre: In diesem Alter sollten Nutzungszeiten ebenfalls noch abgesprochen werden, auch, um einer exzessiven Onlinenutzung vorzubeugen. Das Nennen von Richtwerten ist in dieser Altersgruppe überaus schwierig, da die familiären und persönlichen Situationen hier zu verschieden sind. Prüfen Sie regelmäßig, ob neben der Mediennutzung noch ausreichend Zeit für Schule, Ausbildung und andere Hobbies bleibt.

Um Streit oder Diskussionen über die Smartphone-, Computer-, Fernseh- oder Internetnutzung in Familien zu vermeiden, kann ein gemeinsam und frühzeitig erstellter Mediennutzungsvertrag helfen. 

In Ergänzung zu klaren Regeln können Mediengutscheine helfen. Sie sind eine gute Möglichkeit, um besonders für jüngere Kinder Zeit zu veranschaulichen. Mediengutscheine unterstützen Familien aber auch dabei, Zeitvereinbarungen einzuhalten und helfen Kindern dabei, sich die „erlaubte“ Zeit eigenständig passend einzuteilen. So übernehmen Kinder schrittweise mehr Verantwortung bei der Mediennutzung.

Wie viel Zeit sollte mein Kind am Tag mit digitalen Spielen verbringen?

Vor allem beim Zocken und Spielen von Online-Games kann Ihr Kind schnell mal die Zeit aus den Augen verlieren. Daher ist es wichtig, dass gemeinsam mit dem Kind Regeln zur Nutzungsdauer aufgestellt werden. Zur Orientierung können folgende Zeitvorgaben hilfreich sein:

4 bis 6 Jahre: ca. 30 Minuten pro Tag in Begleitung der Eltern

7 bis 10 Jahre: ca. 45 Minuten pro Tag

11 bis 13 Jahre: ca. 60 Minuten pro Tag

Für ältere Heranwachsende eignet sich in der Regel ein gemeinsam vereinbartes Medienbudget pro Woche eher als eine tägliche Höchstgrenze.

Thema „Nutzungszeiten und Regeln“
Thema „Digitale Spiele“
Flyer „Digitale Spiele –Tipps“ für Eltern
Mediennutzungsvertrag 

Besteht bei meinem Kind die Gefahr einer digitalen Abhängigkeit?

Bei der Beantwortung dieser Frage und bei einer ersten Bewertung, ob bei ihrem Kind Merkmale einer möglichen Abhängigkeit von digitalen Medien (z. B. Smartphone, Computer, Konsole, Internet) vorliegen, kann Ihnen die Checkliste von klicksafe weiterhelfen. Die Checkliste kann nur eine grobe Richtlinie darstellen und ersetzt keine Diagnostik. Nehmen Sie dennoch jede positive Beantwortung ernst.

Checkliste: "Besteht bei meinem Kind die Gefahr einer digitalen Abhängigkeit?"

Was mach ich, wenn mein Kind über Internet und Smartphone gemobbt wird?

Wird ein Fall von Cyber-Mobbing bekannt, sollte so schnell wie möglich – aber mit Bedacht – reagiert werden. Gerade als persönlich Betroffener, als Freund oder Angehöriger von Betroffenen fällt dies vielfach schwer. Ignorieren ist in jedem Fall der falsche Weg, da so der Eindruck entsteht, Cyber-Mobbing würde für die Täter keine Folgen haben. Dies kann schnell zu unerwünschten Nachahmungen führen.

Zunächst sollte es darum gehen, dem Opfer zu helfen und es zu unterstützen. Erst danach sollte man sich überlegen, was genau die Konsequenzen für die direkten Täter und ggf. weitere Beteiligte sind. Vorwürfe wie „Wie konntest Du nur so dumm sein, ein Nacktfoto von Dir zu versenden?“ sind hier wenig hilfreich. Zwar sollte man entsprechende Themen mit dem Opfer besprechen, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Da Cyber-Mobbing je nach Situation unterschiedlich verläuft, können hier leider keine Patentrezepte oder ein „Königsweg“ geliefert werden. Darüber hinaus wird ein Vorgehen gegen Cyber-Mobbing durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Apps zusätzlich erschwert.

Tipps zum situationsangemessenen Vorgehen gegen Cyber-Mobbing:

  • Nicht antworten. Ansonsten droht die Gefahr, dass sich die Beleidigungen bzw. die Mobbing-Attacken immer weiter hochschaukeln.
  • Beweise sichern zum Beispiel über Screenshots oder das Speichern von E-Mails.
  • Mobber sperren und Kontaktmöglichkeit verringern.
  • Vorfälle dem Anbieter melden und um Entfernung oder Sperrung bitten.
  • Hilfe bei Experten suchen.
  • Nicht vorschnell mit Eltern möglicher Täter sprechen. So könnten sich die Fronten dauerhaft verhärten.
  • Bei Cyber-Mobbing im Schulumfeld: Lehrkraft informieren.
  • In besonders schlimmen Fällen: Polizei einschalten.
  • Nichtnutzung von Handy und Internet hat selten Erfolg.

Broschüre „Ratgeber Cyber-Mobbing“
Cyber-Mobbing Erste Hilfe App
Thema "Cyber-Mobbing"
Rechtsfragen im Netz (iRights): Cyber-Mobbing und was man dagegen tun kann

Darf ich Fotos von meinem Kind in sozialen Netzwerken posten?

Das Internet vergisst nie und deshalb sollten Eltern vorher genau überlegen, ob das Foto für die Öffentlichkeit bestimmt ist und dem Kind, wenn es erwachsen ist, nicht unangenehm wäre. Das Veröffentlichen von Fotos ist zudem vielen juristischen Regeln unterworfen.

Demnach gilt: Kinder haben ein Recht am eigenen Bild , aber das nehmen bis zur Volljährigkeit in letzter Konsequenz die Eltern wahr. Die Grenzen verschwimmen jedoch, je älter die Kinder werden.

Zudem hängt es vom Alter des Kindes ab. Eltern, die ein Foto ihres Sechzehnjährigen Kindes ohne seine Erlaubnis posten, werden sich nicht auf ihr Sorgerecht berufen können. Eltern haben die Pflicht, auch die Persönlichkeitsrechte des Kindes verantwortungsvoll wahrzunehmen und dürfen sie nicht verletzen. Allerdings gibt es keine pauschale Aussage, wann eine solche Verletzung vorliegt und muss von Fall zu Fall geprüft werden.

Veröffentlicht man ein Bild, wird in den sozialen Netzwerken ein eigener Beitrag erstellt. Im Sinne des Urheberrechts handelt es sich dann um eine "öffentliche Zugänglichmachung". Daher sollte man nur Bilder posten, von denen man auch der Urheber ist oder wenn man die Erlaubnis dazu von demjenigen bekommen hat. Sonst droht eine Abmahnung des Urhebers und/oder des abgebildeten Menschen.

Ebenso sollte Eltern bewusst sein, dass sich soziale Netzwerke aber auch Messangerdienste die Rechte an den Bildern sichern können. Daher sollten Bilder nur gepostet werden, wenn sie nicht gegen die Persönlichkeitsrechte des Kindes verstoßen. Außerdem sollten Eltern vorher das Einverständnis des Kindes einholen.

Weitere Hilfestellung bietet der klicksafe-Flyer für Eltern: „Zu nackt fürs Internet? – 10 Schritte für mehr Sicherheit im Umgang mit Fotos online“ (PDF). Er regt zur Diskussionen an und gibt Denkanstöße, Inhalte nicht unüberlegt über digitale Medien zu verbreiten.

FAQs zum Thema "Alltagsfotos von Kindern online" von der Internet Beschwerdestelle
Kampagne #DeinKindAuchNicht
Sechs Tipps für den Umgang mit Kinderfotos vom Deutschen Kinderhilfswerk

Was steckt hinter den Begriffen Happy Slapping und Sexting?

Happy Slapping und Sexting sind Begriffe, die auch in den Medien häufig vorkommen. Was aber bedeuten diese Begriffe?

Happy Slapping bedeutet wörtlich übersetzt „fröhliches Schlagen“. Der Begriff ist allerdings missverständlich. Konkret geht es bei Happy Slapping darum, andere dabei zu filmen oder zu fotografieren, während diese körperlich belästigt, drangsaliert oder verprügelt werden. Die Filme oder Fotos werden dann häufig über Messenger oder Soziale Netzwerke verbreitet. Hierdurch wird schnell ein großer Personenkreis und eine entsprechend größere Aufmerksamkeit erreicht.

Unter dem Stichwort „Sexting“ versteht man das Verschicken von Fotos oder Filmen, die Personen in anzüglichen Posen oder nackt zeigen. Diese Aufnahmen werden z. B. als Vertrauens- oder Liebesbeweis während einer Beziehung aufgenommen und ausgetauscht. Nimmt man sich selbst in sexy Posen auf, dann spricht man Neudeutsch auch von „Sexy Selfies“. Vielfach werden solche Bilder auch über Apps wie Snapchat versendet, die Bilder mit einem Verfallsdatum versehen Tatsächlich können die Bilder mit verschiedenen Tricks aber auch längerfristig gespeichert werden. Generell droht die Gefahr, dass die Verbreitung der eigentlich nur für den Partner oder die Partnerin gedachten Bilder außer Kontrolle gerät – z. B. aus Rache am Ex nachdem die Beziehung beendet wurde.

Thema Sexting
Rechtsfragen im Netz (iRights): Gewaltdarstellungen, Pornos und andere strafbare Inhalte: Was genau ist verboten?
Erklärvideo „Was ist Sexting?“ vom Handysektor

Welche rechtlichen Aspekte sollte mein Kind online beachten?

Durch die zahlreichen Möglichkeiten des Handys können leicht und für Kinder und Jugendliche nicht immer ersichtlich Rechte verletzt werden, wie z. B. Urheber- oder Persönlichkeitsrechte.

Ihr Kind wird sicher nicht wollen, dass jemand einfach Fotos von ihm macht und diese veröffentlicht oder verbreitet. Dies ist durch das Recht am eigenen Bild gesetzlich untersagt und gilt natürlich auch andersrum. Deshalb muss Ihr Kind wissen, dass es nicht ungefragt Fotos, Filme oder Audioaufnahmen von anderen Personen im Internet veröffentlichen oder z. B. über Apps wie WhatsApp, Snapchat oder Instagram teilen darf. Ausnahmen gelten z. B. für Bilder von Menschenansammlungen (Demonstrationen, Konzerte …) oder für Aufnahmen, bei denen die abgebildete Person nur „Beiwerk“ und nicht der eigentliche Grund für die Aufnahme ist. (Beispiel: Ihr Kind macht ein Foto vom Kölner Dom und eine andere Person steht zufällig im Hintergrund.)

Klar gesetzlich verboten ist es, brutale Gewaltvideos (z. B. Enthauptungsvideos) oder pornografische Inhalte über das Handy an Minderjährige weiterzuleiten oder sie diesen zu zeigen. Hierbei ist unerheblich, ob der ursprüngliche „Besitzer“ der Inhalte volljährig oder ebenfalls noch minderjährig ist. Eine unerlaubte Weitergabe von Nacktbildern oder entsprechenden Aufnahmen des Exfreunds oder der Exfreundin an Dritte ist auch im Sinne des „Rechts am eigenen Bild“ verboten. Sprechen Sie das Thema in Ihrer Familie an und verdeutlichen Sie, dass es eine Straftat ist, solche Inhalte anderen weiterzugeben bzw. zu zeigen. Darüber hinaus sind viele Webseiten, auf denen entsprechende Filme oder Bilder angesehen und heruntergeladen werden können, eine Quelle für Viren, Würmer und andere Schadsoftware. Urheberrechtliche Fragen sollte man ebenfalls mit Kindern und Jugendlichen besprechen. So kann es bereits problematisch werden, wenn das Kind das Logo seines Fußballvereins im Internet veröffentlicht oder als Profilbild einer App wählt. Auch mit der App Tik Tok produzierte kleine Playback-Filme zu angesagten Liedern sollten nicht an große Gruppen verschickt oder im Internet veröffentlicht werden.

Broschüre „Nicht alles was geht, ist auch erlaubt“
Themenreihe Rechtsfragen im Netz (iRights)
Thema „Urheberrecht“
Thema „Recht am eigenen Bild“

Was ist „Cybergrooming“?

Cyber-Grooming bezeichnet das Heranmachen an Kinder im Internet. Es erfolgt fast immer nach demselben Muster: Die Täter bauen Vertrauen zu ihren meist minderjährigen Opfern auf und belästigen diese anschließend sexuell. Über private Chats, Communitys und Messenger erfolgen heute meistens solche sexuellen Übergriffe. Der Chat-Partner ist dabei nicht immer der, für den er sich ausgibt.

Es ist wichtig, dass Sie ihr Kind über das Risiko solcher Online-Bekanntschaften aufklären. Kommen Ihrem Kind die Fragen seltsam oder unangenehm vor, sollte es den Kontakt sofort abbrechen. Kennen Sie die Portale und Netzwerke, in denen sich Ihr Kind online bewegt und bringen Sie ihm ein gesundes Misstrauen in der Online-Welt bei.

Thema „Cyber-Grooming“
Soziale Netzwerke, Messenger und Co-Tipps für Eltern
Cyber-Grooming auf Handysektor

DSGVO: Machen sich Eltern strafbar, wenn sie WhatsApp-Gruppen mit ihren unter 16-jährigen Kindern haben?

Ausgenommen aus der Datenschutz-Grundverordnung ist die Verarbeitung von Daten zu rein privaten Zwecken, bspw. in der Familie und im Freundeskreis. Allerdings ist hier Vorsicht geboten – gerade bei Smartphone-Apps wie WhatsApp. Diese greift grundsätzlich auf das gesamte Telefonbuch zu. Sobald hier auch berufliche Kontakte gespeichert sind, liegt keine rein private Nutzung mehr vor und die Nutzung von WhatsApp würde potenziell mit einem Verstoß gegen den Datenschutz einhergehen. Denn um diesen Verstoß zu vermeiden, müsste von den Kontakten das Einverständnis eingeholt werden, dass die Kontaktdaten an WhatsApp weitergegeben werden.

DSGVO: Wie sollen Eltern reagieren, wenn ihr minderjähriges Kind bei der Altersangabe lügt?

Zu unterscheiden ist hier die erzieherische Reaktion und die rechtliche Einordnung. Als erziehende Person gilt es zunächst, nachzuvollziehen, weshalb Ihr Kind bei der Altersangabe gelogen hat. Geht es um ein Angebot, das „alle” Freundinnen und Freunde auch nutzen und bei dem Ihr Kind von der Kommunikation ausgeschlossen wird, wenn es das Angebot nicht nutzt? Oder geht es um ein  Angebot, bei dem das Alter aus anderen Gründen (bei Spielen bspw. wegen der Inhalte) abgefragt wird? Diese Fragen sind relevant, um die Motivation Ihres Kindes zu verstehen. Denn nur dann können Sie Ihr Kind sinnvoll begleiten.
Was sollten Sie mit Ihrem Kind dann besprechen:

  • Welchen Grund hat die Altersabfrage? Gehen Sie mit Ihrem Kind der Frage nach, weshalb es verschiedene Altersstufen gibt und wovor die Kinder geschützt werden sollen (siehe Wovor soll Datenschutz die Menschen schützen?).
  • Welche Konsequenz kann es für mich haben, wenn ich bei der Altersangabe lüge? (siehe Was sind die Konsequenzen für Eltern und Kinder, wenn das Kind bei der Altersangabe lügt?).
  • Welche Alternativen gibt es? Gerade wenn es um Messenger geht, gibt es auch Alternativen, die genutzt werden können. Wichtig ist dann aber, dass auch der Freundeskreis, die Vereinsmitglieder etc. mitziehen. Vernetzen Sie sich also ggf. mit den Erziehungsberechtigten der Gruppe, um die es geht, und versuchen Sie gemeinsam eine Alternative auszuwählen. Informationen zu Alternativen gibt es hier. (siehe Mögliche Alternativen zum WhatsApp-Messenger).

Informationen zur rechtlichen Einordnung finden sich im nächsten Punkt „Was sind die Konsequenzen für Eltern und Kinder, wenn das Kind bei der Altersangabe lügt?“