Warum ist Ask.fm problematisch?

Öffentliche Profile und unzureichende Sicherheitseinstellungen

Ask.fm zeigt sich als problematisches Angebot, da die Profile und somit die Posts der Nutzer einem potentiell unbegrenzten Publikum zugänglich gemacht werden. Denn diese werden nicht nur im Netzwerk selbst veröffentlicht, sondern sind auch für Nicht-Mitglieder erreichbar. Hierbei kann jeder entweder ganz einfach mittels Suchmaschine nach dem Namen einer Person im Zusammenhang mit dem Begriff „Ask.fm“ suchen oder sich durch die auf der Startseite angezeigten Profile klicken. Außerdem stellt Ask.fm  kaum Einstellungsmöglichkeiten zu Verfügung, die die eigene Privatsphäre schützen. Zudem sind die Sicherheitseinstellungen bei der Anmeldung unsicher vorkonfiguriert. Hinzu kommt, dass an keiner Stelle dazu aufgerufen wird, die Datenschutzrichtlinien, Nutzungsbedingungen sowie Sicherheitstipps zu lesen.

Plattform für Cyber-Mobbing und sexuelle Belästigung

Problematisch ist außerdem, dass ein Nutzer seine Fragen und Posts auch anonym verfassen kann. Diese Funktion kann die Hemmschwelle senken und dazu verleiten, Fragen zu stellen, die man unter Angabe seines Namens einer anderen Person nie stellen würde. Dabei kommt es sehr häufig dazu, dass auch verleumderische, böswillige und sexualisierte Inhalte gepostet werden. Zum Beispiel:

„du bist hässlich“, „Fick dich Hater, leck mich doch am Sack! Du Arschloch kannst mir gar nichts, du bist nur Neider's Kack“, „mach mal ne va wo du deine titten zeigst“

Aus diesem Grund bietet Ask.fm Raum für Cyber-Mobbing und sexuelle Belästigung.

Beispiel unangebrachte Fragen
Quelle: www.ask.fm; Stand: 11.07.2013

Mobbing muss dabei nicht unbedingt über das Profil der betroffenen Person laufen. Durch das Kopieren von Fragen und deren Antworten in andere Profile (sog.: „Crossposting”) kann dies auch über die Profile von Bekannten oder Freunden geschehen.

Beispiel Mobbing auf anderem Profil
Quelle: www.ask.fm; Stand. 11.07.2013

Problematische Verknüpfungsmöglichkeiten

Die Verknüpfung des Profils mit Facebook, Twitter oder Vk.com birgt zusätzlich Daten- und Jugendschutzrisiken. Durch das Crossposting von Fragen sowie deren Antworten, werden Inhalte nicht nur für die Mitglieder und Besucher von Ask.fm, sondern auch für Besucher von Facebook, Twitter oder Vk.com sichtbar. Das bedeutet, dass unangebrachte, sexualisierte sowie schikanierende Inhalte auch auf diese Seiten gelangen können.

Eigene Antworten im Stream

Wenn die eigenen Antworten im Stream auftauchen und man damit die Aufmerksamkeit der Nutzer der Community auf sich zieht, ist das Risiko sehr viel höher, dass Fremde ungewollte Fragen posten.

Kostenpflichtige Geschenke

Beispiel kostenpflichtige Geschenke
Quelle: www.ask.fm; Stand: 11.07.2013

Man ist umso prominenter, je mehr Geschenkbuttons das Profil schmücken. Aber Achtung, denn diese Geschenke sind kostenpflichtig!!! Beginnt man seinen Freunden oder auch anderen Nutzern Geschenke zu senden, riskiert man schnell eine sehr hohe Handyrechnung (0,99€ pro Geschenk). Häufig beläuft es sich hierbei auf gegenseitige Versprechen zwischen Nutzern („Ich schicke dir ein Geschenk, wenn du mir auch eins schickst“), die oft von einer Seite nicht eingehalten werden. Häufig findet auch sexuelle Belästigung über das Geschenkangebot statt („Wenn du deine Füße vor der Cam zeigst, schenke ich dir ...”). Vor allem jüngere Nutzer lassen sich häufig zu solch einem Handel verleiten, um ein Geschenk zu erhalten.